Lieber Funk & Soul als House

Mr. Milchbar: Michael Wolff

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Er mag House, bei dem man spürt, wo er herkommt. Nämlich vom Funk & Soul. Wird's zu technolastig, hört DJ Michael Wolf das nicht mehr gerne. Seine Liebe gilt Funk und Soul, und das legt er auch in der Milchbar im Hafenclub 3001 auf. Michael hat zwei Jobs: er ist nicht nur DJ, sondern arbeitet auch als Elektriker.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag bekommt er nicht besonders viel Schlaf, denn donnerstags steht im 3001 die Milchbar auf dem Programm und Wolf an den Reglern. Noch anstrengender ist es, wenn er zusätzlich am ersten Mittwoch im Monat bei der "Campus Revolution" im 3001 auflegt. "Dann kriege ich fünf Stunden Schlaf in zwei Nächten", sagt er. Doch das stört ihn nicht sonderlich. Viel Zeit für Hobbys bleibt ihm zwar nicht, doch auch das ist egal: "Die Musik ist mein Hobby", erzählt er. "Es macht mir Spaß, Trödelmärkte und Plattenläden abzuklappern und nach alten Schätzchen zu suchen."

Seine Anfänge an den Plattentellern waren ähnlich wie "bei vielen anderen auch". Mit 15 oder 16 Jahren habe er auf Privatpartys aufgelegt. Über Freunde kam der Kontakt zur Fachhochschule zu stande. Mit 24 Jahren legte der gelernte Elektriker bei FH- und Uni-Partys auf. "Ich war zu dieser Zeit selber viel im Düsseldorfer Nachtleben unterwegs und lernte irgendwann DJ Vince kennen", erzählt Wolf. Er brachte den heutigen Mr. Milchbar hinter die Plattenteller in Düsseldorfer Clubs. Die ersten Auftritte absolvierte Wolf als Aushilfe im Stahlwerk. Ende der 90er Jahre legte er dort einige Male bei den 70er Jahre Partys auf.

"Meinen ersten richtigen Job hatte ich im Tor 3", so Wolf. Gemeinsam mit DJ Vince sorgte er mit gemischter Party-Musik beim "All Stars Club" für Stimmung. Auf den Plattentellern landete eine bunte Mischung - von Hits aus den 50ern bis zu aktuellen Sounds. Die Partyreihe läuft heute noch im Capitol in Paderborn. Einmal im Monat legen die beiden DJs und Freunde dort auf.

Bevor es in die Milchbar ging, stand Michael Wolf noch in vielen anderen Club in Düsseldorf und Umgebung an den Plattentellern: etwa im Kölner Musical Dôme bei der "Saturday Night Fever Party", mittwochs bei der 80er Jahre Party im Ratinger Hof. Das Konzept für den "Circle of Rock" im Stahlwerk entwickelte er gemeinsam mit einem Freund. "Leider ist Düsseldorf keine Rockstadt", bedauert er. "Mit Rock fühle ich mich verbunden."

Durch Kay Schlossmacher entstand der Kontakt zum Hafenclub 3001. Die Milchbar, bei der Wolf gemeinsam mit Chris Ortega an den Turntables steht, ist ein Renner. Wolf spielt, was er liebt: Funk & Soul der vergangenen 40 Jahre. Ortega steuert Funky House bei. "Wir ergänzen uns prima und lernen von einander", so Wolf. Donnerstag für Donnerstag zieht das Duo die Massen in den Hafen. Dass der DJ am nächsten Morgen wieder als Elektriker in Ratingen im Einsatz ist, weiß kaum jemand.