Marc Romboy

"In keine Schublade zu stecken"

Marc Romboy liebt die Bandbreite der elektronischen Musik weil sie ihm den steten Impuls gibt, sich mit neuen Ideen und Sounds zu befassen: „So ist es für Kritiker unmöglich, mich in eine Schublade zu stecken.” Im Sommer 2008 brachte er sein zweites Album "Contrast" raus, das er in Zusammenarbeit mit seinen Studiokollegen und Freunden von 45 Rocks produziert hat. Auf dem Longplayer sind Tracks mit Sängern wie Chelonis R. Jones, der Chicago House Legende Mr. K-Alexi und Detroit Techno Pionier Blake Baxter enthalten.

Auf die Frage nach seiner musikalischen Herkunft und Vorliebe antwortet Marc Romboy: "Elektronische Musik mit ihren Wurzeln bei Kraftwerk und Chicago House sind meine Passion und mein Leben." Dabei war sein erster Kontakt zu Musik ein eher rockiger. Denn die Plattensammlung seiner Eltern bestand aus Schätzen wie Scheiben den Rolling Stones, Jimi Hendrix und Pink Floyd. Im Alter von acht Jahren kauft Marc Romboy seine erste Platte: ‘The Robots’ von der Düsseldorfer Formation Kraftwerk.

Seine ersten DJ-Gehversuche unternahm er mit zehn Jahren auf Schulveranstaltungen und Partys seiner Freunde. Damals kannte er die passende Bezeichnung “DJing” noch nicht, obwohl ihm die Tätigkeit nun bereits ein Begriff war.

Mitte der achtziger Jahre kann Romboy sich den ersten essentiellen Entdeckungen in Richtung elektronischer Tanzmusik nicht mehr entziehen. Die Sounds der fernen mysteriös-spannenden Clubwelt Chicagos locken sein Interesse: “Ohne die Hintergründe und die Wurzeln dieser Musik genauer zu kennen, war ich schlichtweg ihrem Bann verfallen. Steve Silk Hurleys ‘Jack Your Body’ klang beim allerersten Mal wie Musik aus einer anderen Welt.”

Auch während seines Medizinstudiums Anfang der Neunzigerjahre faszinieren Romboy die frühen Techno- und Housereleases, so dass er konsequent beschließt, dem DJing und vor allem der Musikproduktion eigener Tracks mehr Zeit einzuräumen. Gemeinsam mit seinem Freund Klaus Derichs besorgt er sich einen Akai Sampler, den Roland TB 303 Basssynthesizer und ein Mischpult. Sie geben damals jede D-Mark wie selbstverständlich für Equipment aus und tüfteln Tag und Nacht an ihrem ausgefallenen undergroundigen Stil für Labels wie See Saw, Adam & Eve und Rising High. Nachdem sich der kommerzielle Erfolg einstellt, beendet Romboy das Studium und widmet hauptberuflich der elektronischen Musik.

1994 gründen Marc Romboy und Klaus Derichs ihr eigenes Label ‘Le Petit Prince’. Es wird schnell eines der beliebtesten nationalen Underground Label. Es erscheinen Produktionen von Microwave Prince, Emmanuel Top, Thomas P. Heckmann und Phuture bis zum Ende des Labels im Jahr 2000.

Im Gründungsjahr von ‘Le Petit Prince’ spielt Romboy bereits regelmäßig auf Technoveranstaltungen rund um und in seiner Heimatstadt Düsseldorf sowie auf dem Tribal Gathering Festival in München. Mittlerweile reist Romboy rund um den Globus, um dort in den angesagtesten Clubs und vor einer weltweiten Fangemeinde mit seinem Sound zu begeistern: Beispiele sind Rex in Paris, The End in London, Watergate und Weekend in Berlin, F.U.S.E. in Brüssel, Cocorico in Italy sowie Monza und Cocoon in Frankfurt - um einige zu nennen.

Das Jahr 2004 stellte dann einen Wendepunkt in Romboys musikalischem Leben dar. In diesem Jahr gründete er das Label Systematic Recordings mit dem Debüt "Everyday in my life", das er zusammen mit Walter Merziger und Arno Kammermeier als Booka Shade produzierte. Begeistert von der Idee, mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten, startete Marc Kooperationen mit bekannten Protagonisten wie John Dahlbäck, Blake Baxter, Jence von Digitalism oder Zoo Brazil. In jüngerer Zeit folgten dann Produktionen von Robert Owens, Gui Boratto, Stephan Bodzin, Spirit Catcher und Dusty Kid.

Nach über 15 Jahren Aktivität in der Musikszene scheint es fast so, als wolle Romboy jetzt erst richtig durchstarten und so wird er nicht müde, mit frischen und innovativen Produktionen und weltweiten DJ-Sets aufzuwarten.