Martin Ammari aus Mönchengladbach

Elektro-Musik ist seine einzige Droge

Martin Ammari aus Mönchengladbach: Elektro-Musik ist seine einzige Droge Martin Ammari aus Mönchengladbach: Elektro-Musik ist seine einzige Droge Foto: Ilgner
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Martin Ammari ist der bekannteste DJ der Stadt. Der 40-Jährige, der auch schon vor Shakira auftrat, ist aber alles andere als eine Nachtgestalt: Er trinkt nicht, raucht nicht – und liebt zu Hause die Ruhe.

Morgens, auf dem Weg zur Arbeit, bleibt das Autoradio bei Martin Ammari aus. Rund 2000 Schallplatten besitzt der 40-Jährige, doch auch zu Hause sind die Lautsprecher meistens stumm. Ammari ist der bekannteste DJ der Stadt, vielleicht braucht er deshalb kein Rollenbild mehr zu erfüllen. Weitere Eigenschaften, die quer zu allen DJ-Vorurteilen stehen: Ammari trinkt nicht ("Ich mag einfach keinen Alkohol"), hat vor zwölf Jahren das Rauchen aufgegeben – und, so betont er, nie Drogen ausprobiert. "Die Musik war immer für mich die Droge." Ein Klischee allerdings gilt auch für den Mann mit dem Vollbart: Er schläft wenig, insbesondere am Wochenende.

Happy Birthday: 12 Jahre "Die Nacht" in Mönchengladbach Happy Birthday 12 Jahre "Die Nacht" in Mönchengladbach Zum Artikel » Seit 1995 legt der Gladbacher auf. Er wirkte schon als "Resident" (also fester DJ) in namhaften Clubs in Düsseldorf und Köln. Seit 13 Jahren legt er samstags in der "Nacht" an der Waldhausener Straße auf – ein Club, der es in zahlreichen Ranglisten unter die besten Deutschlands geschafft hat. Auch noch in zwei weiteren Clubs der Stadt legt der gelernte Mediengestalter auf.

Für anderen DJ eingesprungen

Eigentlich sei er da "rein geschubst" worden, erzählt Ammari: "Ein DJ fiel aus, und ein befreundeter Barbesitzer fragte mich, ob ich nicht einspringen könnte. Das war der Startschuss." Seit dem Tag, an dem die ersten elektronischen Klänge aus den Boxen schwappten, gilt Ammaris Leidenschaft der schnellen, wummernden Tanzmusik: Mit Freunden besuchte er Clubs im gesamten Rheinland und Ruhrpott, bis nach Frankfurt fuhren sie zum Feiern. "Damals", erinnert sich der DJ, "war diese Musikrichtung völlig verschrien: Fand man sie gut, wurde gleich angenommen, man würde Drogen nehmen." Inzwischen ist die elektronische Musik Mainstream. "Ich gehöre noch zu einer Generation, die Werbespots ohne elektrische Klänge kennt", sagt Ammari und lacht.

Seine Dienste sind lang. Es kann vorkommen, dass er ohne Pause von 0.30 bis 6.30 Uhr auflegt. "Natürlich liege ich freitags nach der Arbeit manchmal auf dem Sofa und denke: Muss das jetzt sein? Doch wenn ich auflege, bin ich sofort wieder hellwach." Bis zum Ende. "Dann ist es aber, als würde jemand einen Stecker rausziehen." Nervös ist er vor Auftritten in Gladbach nicht mehr – es sei denn, Shakira kommt in den Hockeypark.

Ammari hatte in einem Wettbewerb gewonnen, 9000 Musik-Fans durfte er vor dem Auftritt des kolumbianischen Stars einheizen. "Es dauerte ein paar Minuten, bis ich mich oben auf der Bühne wohlfühlte", räumt Ammari schmunzelnd ein. Doch es war nicht sein größter Auftritt. Silvester 1999/2000, Solingen feiert eine große Open-Air-Party. "Fast 15 000 Menschen sind da gewesen und feierten", erinnert sich Ammari. Doch eigentlich, so sagt er, sei er "nichts weiter als ein Dienstleister". "Die Leute sollen eine gute Zeit haben." Bis Martin Ammari am frühen Morgen dann wieder die Ruhe genießen kann.

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Quelle: RP