Chrystall in Flingern

Originelle neue deutsche Küche

Chrystall in Flingern: Originelle neue deutsche Küche Chrystall in Flingern: Originelle neue deutsche Küche Foto: Chrystall Beloved Garment

Das Chrystall ist derzeit eines der besten Kneipenrestaurants Flingerns und der gesamten Stadt – und außerdem eines der schönsten.

Eingerichtet haben es Inhaberin Simone Chrystall und Markus Wildhagen von Wandel Antik, herausgekommen ist ein New-York-Loft-Style, der bei aller Coolness einladend warm und gemütlich wirkt, mit rohem Mauerwerk und ausgesuchten Vintage-Möbeln. Marketing- und Modefachfrau Simone Chrystall betreibt ihren nicht minder coolen Fashion-Store gleich nebenan, er ist vom Lokal aus durch eine große Flügeltür zu erreichen.

Ein ähnliches Konzept verfolgt sie auch am Fürstenplatz in Friedrichstadt; dort allerdings ist das angeschlossene Café tatsächlich in erster Linie Café. Hier in Flingern aber wird richtig gekocht. Natürlich kommt ein Restaurant in einem Szeneviertel nicht ohne das aus, was die Szene gerne isst. Da dürfen Pasta-Varianten wie Penne mit Gambas im Arrabiata- Sud (15,50 Euro) ebenso wenig fehlen wie ein Burger, hier ein Cheeseburger mit Bacon, Country- Potatoes und Coleslaw (16,50 Euro). Sogar ein Ceviche steht auf der Karte, jene südamerikanische Trendspeise, bei der roher Fisch in Zitrusfrüchten mariniert und mit viel Grünzeug zu einer Art erfrischendem Salat zusammengestellt wird. Hier wird es mit Lachs zubereitet (9,80 Euro) – es ist gut, aber wir haben Ceviche schon leckerer gegessen: Wir finden, die Jungs in der offenen Chrystall-Küche hätten den Fisch noch ein wenig feiner schneiden können. Am zitrusfrischen Aroma wiederum gibt es nichts auszusetzen.

Chrystall-Bar (image/jpeg) Das Chrystall ist derzeit eines der besten Kneipenrestaurants Flingerns.

Traditionelle Zutaten in ungewöhnlichen Kombinationen

Viel besser aber sind jene Speisen, bei denen die Küche traditionelle Zutaten in ungewöhnlichen Kombinationen und Aromen auf den Tisch bringt. Grünkohl mit Chili kann sich der geneigte Genießer vielleicht noch vorstellen, ihn aber zusätzlich mit Rosinen und Kokos zuzubereiten, schien uns doch äußerst gewagt – bis wir das Gericht probiert haben (13,50 Euro). Rosinen und Kokos sind als solche nicht herauszuschmecken, verleihen dem Kohl, den man gemeinhin nur in deftiger Zubereitung kennt, lediglich eine sanfte Süße, die einen spannenden Kontrast bildet zur Chilischärfe: Große Aromenkunst!

Auch der dazugereichte Serviettenknödel ist locker und lecker. Gänseklein, also gezupftes Fleisch aus Brust und Keule, wird hier mit entsprechenden Gewürzen wie ein Gyros zubereitet und von leichtem Zaziki und würzigem Paprikareis begleitet, das ist echt gut (17,50 Euro). Wer meint, es sei schade, aus Hirschfleisch Königsberger Klopse zu machen (16,90 Euro), wird eines Besseren belehrt: Wildgeschmack und Kapern passen bestens zusammen, und beim begleitenden Rote-Bete-Mus ist es wieder eine zurückhaltende Süße, die das Erdige der Knolle, das viele nicht so sehr mögen, in die Schranken weist. Dass die Küchen- Crew es gut mit Roter Bete kann, beweist auch der Salat aus selbiger, angemacht mit einer dezenten Orangen-Soja-Vinaigrette und großzügig mit Schafskäse bestückt (8,50 Euro) – eine großartige Vorspeise, Gaumen- und Augenschmaus gleichermaßen.

Chrystall (image/jpeg) Eingerichtet haben es Inhaberin Simone Chrystall und Markus Wildhagen von Wandel Antik.

Wer sich mit Grünkohl, Gänseklein und Roter Bete immer noch nicht anfreunden mag: Neben Pasta und Burger stehen auch rein mediterrane Speisen auf der Karte, etwa eine Spinat-Tarte mit getrockneten Tomaten (9,50 Euro), ein tomatisierter Eintopf von Fisch und Gamba mit Aioli (11,50 Euro), oder auch ein Klassiker wie Lammkarree mit Ratatouille und Kartoffelpü (22,50 Euro), wobei die Zwiebelsenfhaube schon wieder an einen Düsseldorfer Senfrostbraten erinnert. „Das Abendbrot“ (14,90) gibt es wie alle Gerichte der Abendkarte ab 17 Uhr und schmeckt immer und jedem: Brot, Aufschnitt, Käse, angerichtet auf einem rustikalen Holzbrett.

Solide Rebsäfte zu fairen Preisen

Dass zur neuen deutschen Küche von insgesamt 17 Tropfen auch acht deutsche Weißweine kredenzt werden, erscheint da nur konsequent (Flasche 15,20 bis 25,90 Euro). Dass sie alle auch offen ausgeschenkt werden, ist große Klasse (4,20 bis 6,50 Euro). Natürlich darf man keine Großen Gewächse erwarten, aber solide Rebsäfte zu fairen Preisen, die Spaß machen. Der überaus fürsorgliche Servicemann, der uns bediente und erheblich dazu beitrug, dass wir uns an einem verregneten Schlechtwetterabend hier bestens aufgehoben fühlten, empfahl uns den Grauburgunder (Flasche 24,50 Euro) und ließ ihn uns auch vorab probieren. Biertrinker werden mit Schlüssel Alt und Pilsner Urquell vom Fass glücklich gemacht.

Mittags isst man hier insgesamt schlichter als noch im vergangenen Jahr, als wir zu dieser Tageszeit hier testeten: Die ebenfalls regelmäßig wechselnde Karte listet neben Lunch-Klassikern wie Salat, Spinat-Tarte, gebratenem Lachsfilet, Spaghetti, Folienkartoffel und Chili con Carne trotzdem noch Außergewöhnliches wie beispielsweise "Schmand und Flusskrebse" (9,20 Euro) oder richtig Bürgerliches wie Omas Bohneneintopf mit und ohne Bockwurst (5,90/6,90 Euro).

Und dass es hier zum Frühstück, das in einem Flingeraner Szenelokal einfach sein muss, neben Traditionellem auch Besonderheiten wie ein Sandwich mit Trüffelmayo, Hühnchen und Birne gibt (8,20 Euro), versteht sich von selbst. Einkaufen, kochen? Kein Thema für jene, die das Chrystall um die Ecke haben. Und auch einen Balkon braucht man nicht. Schließlich bietet das Chrystall eine große Trottoir-Terrasse.

Chrystall in Flingern:

www.chrystall.com; Flingern, Flurstraße 74; Telefon 93 67 96 74; Öffnungszeiten: mo-do 11-23, fr & sa 11-24; Küche 12- 22.30, so 10-22, Küche ab 12 Uhr; EC/AE/MASTER/VISA; Haupgericht 8 - 32 Euro; Düsseldorf-Style Rang 5.

Weitere Top-Listen findet ihr in der aktuellen Ausgabe von "Düsseldorf geht aus!". Erhältlich im Handel oder online.

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Quelle: Düsseldorf geht aus