Auszeichnung für Hotel

Vom Flüchtling zum Hotelkoch

Auszeichnung für Hotel: Vom Flüchtling zum Hotelkoch Auszeichnung für Hotel: Vom Flüchtling zum Hotelkoch Foto: Anne Orthen
Von |

Als Kennedy Amoah 2015 nach Düsseldorf kam, war sein Aufenthalt in Deutschland alles andere als gesichert. Doch dann bekam der junge Mann aus Ghana einen Ausbildungsplatz als Koch in einem Vier-Sterne-Hotel.

Kennedy Amoah kam Ende 2015 als Flüchtling aus Ghana nach Düsseldorf. Ab dem folgenden Frühjahr besuchte der damals 16-Jährige dann eine internationale Förderklasse am Marie-Curie-Gymnasium in der Landeshauptstadt. „Im Sommer vergangenen Jahres bekam ich meinen Schulabschluss und habe mich auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz gemacht“, erzählt Amoah. Doch diese Suche gestaltete sich schwierig, denn der junge Mann aus Ghana hatte keinen sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland, auch die Gefahr einer Abschiebung stand für ihn im Raum.

„Es war sehr schwierig, unter diesen Umständen einen Ausbildungsplatz für Kennedy zu finden“, erklärt Anestis Tsentemeidis von der Koordinierungsstelle für Ausbildung und Migration der Awo Düsseldorf. „Dabei hatte er bereits ein sehr gutes Praktikum in einer Bäckerei und ein ebenfalls sehr positives im Gastronomiebereich bei der Jugendberufshilfe Düsseldorf absolviert.“ Als im April 2018 die Abschiebung bevorstand, machte Kennedy Amoah zwei Probetage als Koch im NH Hotel Düsseldorf City Nord.

Hotel Nikko Düsseldorf: Neues Gourmet-Trio im Benkay Teppanyaki Hotel Nikko Düsseldorf Neues Gourmet-Trio im Benkay Teppanyaki Zum Artikel »

„Unser Chefkoch war total begeistert von Kennedy“, erklärt Sonja Zastrow, verantwortliche Ausbilderin des Vier-Sterne-Hotels. „Er wollte ihn auf jeden Fall als Auszubildenden einstellen.“ Dass der junge Mann keinen sicheren Aufenthaltsstatus hatte, störte Zastrow nicht. „Im Hotelgewerbe sind wir sehr pragmatisch. Wenn eine Duldung aussteht, wie im Fall von Kennedy, finden wir eine Lösung“, so die Ausbilderin. Und tatsächlich bekam Amoah schon kurze Zeit später seinen Ausbildungsvertrag. „Wir haben Kennedy genommen, weil er wirklich gut ist. Wir haben einfach nur unseren Job gemacht“, so Zastrow weiter.

Kochen ist schon seit Langem die Leidenschaft des jungen Ghanaers. Bereits als Kind stand er regelmäßig mit Mutter und Großmutter am Herd. „Mit elf Jahren habe ich dann zum ersten Mal selber das Mittagessen gekocht“, erklärt Kennedy Amoah. „Es macht mir einfach riesig Spaß, mit Lebensmitteln umzugehen, und natürlich esse ich auch total gerne.“

Zurzeit arbeitet Amoah im Frühdienst, wo er auch das Frühstück für die Hotelgäste mit vorbereitet. „Da muss ich unter anderem Spiegeleier braten und die Käseplatten belegen. Ich bin immer noch total fasziniert davon, wie viele verschiedene Sorten Käse es gibt“, so Amoah weiter. „Das ist schon beeindruckend.“ Einen Tag pro Woche muss er in die Berufsschule nach Benrath, wo er Fächer wie Warenkunde, Hygiene, Service und allgemein bildende Fächer hat. „Da lernt man zum Beispiel, wie vielfältig Eiweiß eigentlich ist. Man kann Suppen damit klar machen, Desserts aufschlagen oder backen“, erklärt Amoah.

Nodashi in Düsseldorf: Ein Pionier der vietnamesischen Küche Nodashi in Düsseldorf Ein Pionier der vietnamesischen Küche Zum Artikel »

Im Hotel lernt er Platten zu legen, Fisch auszuweiden, Fleischteile zu benennen und Menüs zu kochen. Dazu gehört das Kochen à la carte genauso wie das Kochen à la minute, wo es darauf ankommt, dass alle Bestandteile eines Gerichts zeitgleich fertig werden. „Dass das NH Hotel Kennedy einen Ausbildungsvertrag gegeben hat, war angesichts des unsicheren Aufenthaltsstatus keine Selbstverständlichkeit“, erklärt der Geschäftsführer des Berufsbildungszentrums der Awo Düsseldorf, Wolfgang Förster. „Die unkomplizierte und kooperative Herangehensweise der Personalverantwortlichen im NH Hotel machte es möglich, dass der junge Geflüchtete aus Ghana nun eine berufliche Perspektive in Deutschland hat.“ Aus diesem Grund verlieh das Berufsbildungszentrum dem Hotel das erst in diesem Jahr aus der Taufe gehobene „Ausbilderherz“, mit dem Betriebe geehrt werden, die sich in besonderem Maße für Auszubildende engagieren.

Durch den Ausbildungsvertrag bekam Kennedy Amoah eine sogenannte Ausbildungsduldung. Damit ist sichergestellt, dass der junge Mann die dreieinhalb Jahre bis zum Ende seines Ausbildungsverhältnisses in Deutschland bleiben kann. „Koch ist wirklich ein sehr schöner und vor allem auch kreativer Beruf“, erklärt Amoah. Nach Ende seiner Ausbildung möchte er auf jeden Fall als Koch weiterarbeiten.

Das Hotel und die Ausbildung

NH Hotels Die spanische NH- Hotel-Gruppe betreibt drei Vier-Sterne-Hotels in Düsseldorf. Weltweit sind es rund 400 Häuser. 2018 erzielte die Hotelkette einen Jahresumsatz von rund 1,6 Milliarden Euro.

Michelin-Sterne Mehrere Köche der NH Hotels wurden bereits mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

Azubis Die NH Hotels bilden in den Berufen Hotelfachmann/Hotelfachfrau sowie für Koch/Köchin aus.

Koch Dich Türkisch: Viel Platz für türkische Kochkurse Koch Dich Türkisch Viel Platz für türkische Kochkurse Zum Artikel »

What’s Beef, Richie’n Rose und Co.: Die besten Burger in Düsseldorf im Social-Media-Ranking What’s Beef, Richie’n Rose und Co. Die besten Burger in Düsseldorf im Social-Media-Ranking Zum Artikel »

Egal ob Erbsen, Ramen oder Käse-Lauch: Wo es gute Suppen in Düsseldorf gibt Egal ob Erbsen, Ramen oder Käse-Lauch Wo es gute Suppen in Düsseldorf gibt Zum Artikel »

Quelle: RP