Corona-Krise in Düsseldorf

Apotheke am Schadowplatz schließt nach 93 Jahren

Corona-Krise in Düsseldorf: Apotheke am Schadowplatz schließt nach 93 Jahren Corona-Krise in Düsseldorf: Apotheke am Schadowplatz schließt nach 93 Jahren Foto: RP/gaa
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Inhaber Jörg Müller-Behrendt hat die Reißleine gezogen und die Apotheke am Schadowplatz schweren Herzens geschlossen. Die Umsatzeinbußen seien wegen der Corona-Krise dramatisch gewesen.

Nach 93 Jahren in Familienhand ist die Schadow Apotheke seit dem 30. September nun Geschichte. Inhaber Jörg Müller-Behrendt und seine Frau Tina sind in diesen Tagen nur noch in den Räumen direkt am Schadowplatz, um sie leerzuräumen. „Schweren Herzens haben wir uns dazu entschieden, die Reißleine zu ziehen. Die Umsatzeinbußen wegen Corona waren dramatisch, die Krise hat uns zu viel Geld gekostet“, berichtet Müller-Behrendt.

Wie hoch der finanzielle Schaden ist, will der Apotheker nicht verraten. Mit nun 65 Jahren sei aber auch für ihn vielleicht jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um in den Ruhestand zu gehen. „Zumal ich nicht darauf baue, dass die Umsätze und die Kundenfrequenz bald wieder die alte Größenordnung erreichen. Eine wirkliche Besserung ist für uns nicht in Sicht gewesen“, sagt Müller-Behrendt, dessen Großvater Josef vor 93 Jahren die Apotheke gründete. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm sein Vater Karlheinz die Firma, mit dem er die Apotheke dann seit 1982 zusammen führte. Seit 2011 war er alleine für sie zuständig, an seiner Seite aber immer Ehefrau Tina, die auch jeden Tag im Laden stand. „Der Abschied ist uns schwergefallen. Die Apotheke war unser Baby, das unser Leben bestimmt hat“, sagt der 65-Jährige.

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Als zu Beginn der Corona-Pandemie die Geschäfte an der Schadowstraße schließen mussten und die gesamte Innenstadt einer Geisterstadt glich, brach der Umsatz ein. „Wir mussten während des Lockdowns da sein, hatten aber nichts zu tun“, berichtet Müller-Behrendt. Touristen, Hotel- und Messebesucher fehlten der Einkaufsstraße und somit auch ihm, viele Kunden seien außerdem wegen des Lockdowns nicht zu ihm in die Innenstadt gekommen, sondern gingen lieber zu einer Apotheke in der Nähe ihres Zuhause. Zehn Mitarbeiter hatte der 65-Jährige. Nach dem Verkauf des Hauses an eine Investorengruppe steht wohl fest, dass die neuen Eigentümer mit keiner neuen Apotheke am Schadowplatz planen.

Tina und Jörg Müller-Behrendt wollen ihre Zeit nun nutzen, um nach der Corona-Krise auf Reisen zu gehen und um sich mehr um private Dinge wie das Enkelkind zu kümmern. „Das ist in all den Jahren sträflich zu kurz gekommen“, sagt der 65-Jährige. Seine Tochter und der Schwiergersohn sind ebenfalls Apotheker und führen eine Apotheke in Paderborn.

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Quelle: RP