Corona-Mahnmal in Düsseldorf

Warum plötzlich 111 rot-weiße Figuren auf dem Burgplatz stehen

Corona-Mahnmal in Düsseldorf: Warum plötzlich 111 rot-weiße Figuren auf dem Burgplatz stehen Corona-Mahnmal in Düsseldorf: Warum plötzlich 111 rot-weiße Figuren auf dem Burgplatz stehen Foto: Wolfgang Harste
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Wären es 125 rot-weiße Figuren gewesen, die am Donnerstag plötzlich auf dem Burgplatz in Düsseldorf standen, hätte es ja etwas mit dem Fortuna-Geburtstag zu tun haben können. Es waren aber nur 111, mit der Fortuna hat es nichts zu tun, wohl aber mit dem Coronavirus.

Aufgestellt hat die Figuren der Bonner Künstler Dennis Josef Meseg. Er nennt seine Installation „It is like it is“, das Ganze soll ein Mahnmal zur Corona-Krise sein.

Meseg will, wie er sagt, mit seinem Kunstwerk das Unfassbare des Coronavirus fassbar machen. „Schaufensterpuppen, die zu Beginn des Jahres noch in den Auslagen der Geschäfte die Fülle lebensbejahender bunter Kleidung präsentierten, stehen nun einförmig beieinander“, sagt der Künstler. Unterscheidbar seien sie nur noch durch ihre Körpergröße, umgeben von einer Aura der Hoffnungslosigkeit.

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Mit dem rot-weißen Flatterband will Meseg die unüberwindliche Trennung verdeutlichen, die das momentan stark eingeschränkte Leben mit sich bringt. „Eine vertraute Gesellschaft wird aufgelöst in eine Herde aus Individuen, alle voneinander separiert“, erklärt Meseg. Jeder einzelne sehne sich aber nach vertrauter Nähe.

Das Problem an der Aktion am Donnerstag war, dass Meseg keine Genehmigung für seine Aktion hatte. Und so war am Mittag auch schnell die Polizei vor Ort. Die Beamten hatten jedoch zunächst nichts dagegen einzuwenden. Bedenken gab es höchstens wegen der möglicherweise vielen Menschen, die sich die Installation am Burgplatz anschauen wollen. Die Abstandsregeln müssen dort natürlich auch eingehalten werden.

Kurz darauf erschien dann das Ordnungsamt auf dem Burgplatz. Da Meseg mit nur einem Helfer vor Ort war, galt die Aktion nicht als verbotene Versammlung. Die Zettel mit Erklärungen zu seinem Kunstwerk durfte der Bonner jedoch nicht weiter verteilen. Und er bekam vom Ordnungsamt nur eine Genehmigung bis 13.45 Uhr. Dann sollten die Figuren wieder verschwunden sein.

Vor zwei Tagen auf der Domplatte in Köln hatte er noch eine Erlaubnis bis 18 Uhr bekommen.

Weitere Stationen seiner Installation sind unter anderem Hamburg und München.

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Quelle: RP