Großes Treffen im alten Kesselhaus des Areal Böhler

So gehen die Veranstalter in Düsseldorf mit Corona um

Großes Treffen im alten Kesselhaus des Areal Böhler: So gehen die Veranstalter in Düsseldorf mit Corona um Großes Treffen im alten Kesselhaus des Areal Böhler: So gehen die Veranstalter in Düsseldorf mit Corona um Foto: Düsseldorf-TONIGHT

Der Kampf zwischen dem Coronavirus und der Eventbranche geht in die nächste Runde. Im Areal Böhler meldete sich am Donnerstagmorgen nun Veranstalter aus dem Raum Düsseldorf zu Wort, um die Geschehnisse aus ihren Augen und den Menschen hinter den Events zu schildern.

Verheerend und katastrophal - so lässt sich die aktuelle Situation der Veranstaltungsbranche in Düsseldorf wahrscheinlich am besten beschreiben. Denn seit gestern steht fest, dass alle Veranstaltungen ab einer Besucherzahl von 1.000 Personen nicht stattfinden werden. Das gaben Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt.

Diese Entscheidung führte nicht nur bei Konzertbesuchern und Fußballfans für traurige Gesichter. Auch die Veranstaltungsbranche hat mit dieser Entscheidung stark zu kämpfen. Um auf die Probleme in ihrem Bereich aufmerksam zu machen, haben sich führende Vertreter aus der Branche im Großraum Düsseldorf zusammengeschlossen und ein Treffen im alten Kesselhaus des Areal Böhler organisiert.

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Zu den Beteiligten gehörten Hans-Georg und Fredrick Späth (Zelte Späth, Barrawasser, Hochhausen), Oliver Wilmering (Schaustellerverband Düsseldorf e.V.), Marc Pesch und Dustin Thissen (Veranstalter), Oliver Becker (Messeausrüster), Georg Broich (Broich Premium Catering), Mike Schöneberg (Rock am Ring), Sven West (Band „Westbunch“ bzw. „ Räuber“), sowie Andre Scheidt (Moderator, Stadionsprecher Fortuna Düsseldorf) und Stefan Kleinehr (Manager der Band „Brings“).

„Gestern hat bei uns der Blitz eingeschlagen. Wir haben nicht nur mehrere Veranstaltungen, sondern auch einen hohen sechsstelligen Betrag verloren. Alles an nur einem Tag.“ So schilderte Hans-Georg Späth die Ereignisse des Vortags. Bereits über die letzten Wochen wurden immer mehr Veranstaltungen aufgrund des Coronavirus verschoben oder sogar komplett abgesagt. Die gestrige Ankündigung des Ministerpräsidenten habe der Veranstaltungsbranche in Düsseldorf nun vorerst den Todesstoß gegeben.

„Wir wissen nicht, wie wir mit der Sache umgehen sollen“, fuhr Späth fort. „Es wird zwar empfohlen, so gut es geht auf Kurzarbeit umzustellen, aber wenn keine Arbeit vorhanden ist, kann ich auch keine Kurzarbeit anbieten.“

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Den Ernst der Lage wollen die Beteiligten aber in keinem Fall kleinreden. „Die Bundesregierung muss sich zweifelsohne Maßnahmen überlegen. Die Gesundheit steht an oberster Stelle. Sie muss diese Maßnahmen aber auch zu ende denken. Sie kann nicht eine Branche komplett lahmlegen, ohne Hilfe anzubieten. Diese Empfehlung ist existenzgefährdend. Es geht um Arbeitsplätze und drohende Insolvenzen."

Auch Personaldienstleister Mike Schönberg ist betroffen. Zusammen mit seinem Team betreut er Großveranstaltungen mit mehr als 100.000 Besuchern. Ihm blieb nichts anderes übrig, als seine Mitarbeiter nach Hause zu schicken. Überstunden werden abgebaut und der Resturlaub verbraucht. Ohne Hilfe seitens der Regierung sieht er schwarz.

„Ich befürchte, dass wir das aussitzen müssen. Ohne Hilfe sind Entlassungen leider nicht unmöglich.“

Und nicht nur Arbeitsplätze sind vom Event-Verbot betroffen. Eigentlich wäre Georg Broich heute für das VIP Catering beim Fußballspiel zwischen Köln und Mönchengladbach zuständig. Nun findet das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Anstelle der geplanten 3.500 VIP Gäste kommt niemand. Georg Broich und sein Team bleiben nun auf Lebensmittelresten und Überschüssen im Wert von über 20.000 Euro sitzen. Allein in den letzten Wochen sei der Gewinn seines Catering-Services um 60 Prozent zurückgegangen. Er findet dabei auch klare Worte in Richtung der Politik.

„Wir finden es völlig unverantwortlich von Herrn Laschet und Herrn Laumann, die gesamte Branche und alle beteiligten Menschen in absoluter Ungewissheit zu lassen, wie lange das funktioniert.“

Broich wünscht sich klare Ansagen seitens der Politik. Die aktuelle Handhabung schaffe weder Sicherheit und Vertrauen beim Kunden, noch beim Veranstalter. In Bayern würde man die Dinge seiner Ansicht nach besser handhaben. Hier gilt der Erlass lediglich bis zum 17. April.

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„Wir sind in einer Nebelwolke gefangen und müssen uns auch selbst daraus befreien. Ich befürchte, dass die Politik uns kein Signalhorn gibt, in welche Richtung wir fahren müssen.“ – Georg Broich

Im Allgemeinen wünschen sich alle Beteiligten eine bessere Kommunikation mit Politik und den Städten. Man wolle gerne verstehen, wie beispielsweise die 1.000 Personen Grenze festgelegt wurde. In den Augen der Vertreter wird die Größe des Veranstaltungsortes bei der Entscheidung, ob ein Event stattfinden kann oder nicht, nicht berücksichtigt.

So würden zum Beispiel Events stattfinden, bei denen Besucher teilweise unter einen Quadratmeter an Platz zur Verfügung stehen, da sie unter der Besuchergrenze liegen. Events, bei denen die Besucher mehr Fläche pro Person zur Verfügung hätten, werden abgesagt, da sie über der Grenze liegen. Das wirft bei den Veranstaltern die Frage auf, wo die Fairness geblieben ist und ob diese Grenze wirklich Sinn macht.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob Politik und Veranstalter eine gute Lösung für alle Beteiligten finden können.

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