Die Beach Boys in Düsseldorf

Sonne, Strand und „Surfin’ USA“

Die Beach Boys in Düsseldorf: Sonne, Strand und „Surfin’ USA“ Die Beach Boys in Düsseldorf: Sonne, Strand und „Surfin’ USA“ Foto: dpa/Ole Spata
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Die Beach Boys um Gründungsmitglied Mike Love traten in Düsseldorf auf.

Die 2500 Besucher haben gerade ihre Sitzplätze in der Mitsubishi Electric Halle eingenommen, da gehen die Beach Boys sofort in die Vollen. Sie spielen fünf Songs ohne Unterbrechung, darunter auch „Do It Again“ und einer der meistgespielten Partyhits seit den 1960er Jahren: „Surfin USA“.

Von den ursprünglichen Gründungsmitgliedern einer der erfolgreichsten Bands der Rockgeschichte steht in Düsseldorf nur noch Mike Love auf der Bühne, der zusammen mit Bruce Johnston (seit 1965 Mitglied der Beach Boys) die Hitmaschinerie antreibt. Und wie sie funktioniert, wird bei „Then I Kissed Her“ klar: Sofort entstehen Bilder im Kopf, vielleicht war es das erste Händchenhalten, vielleicht der erste Kuss, man weiß es nicht, aber die Gesichter der Zuschauer lassen so etwas vermuten. Große Glück­seligkeit.

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Die Musik, das findet auch Konzertbesucher Manfred Heppner (68), stehe für ihn an diesem lauen Sommerabend im Vordergrund. Dass die beiden in die Jahre gekommenen Herren Love und Johnston nicht mehr in der Lage seien, Kunststücke aufs Parkett zu legen sei offensichtlich, störe ihn aber nicht weiter, sagt er und wirft dennoch damit einhergehend unverblümt die Frage in den Raum, wann wohl der richtige Moment gekommen sei aufzuhören.

Die Beach Boys jedenfalls haben zu diesem Zeitpunkt noch nicht daran gedacht aufzuhören und singen a cappella „Their Hearts Were Full Of Spring“ – und das ist wunderschön. Das sagen sie übrigens ganz unbescheiden auch des Öfteren über ihre eigenen Songs: „Great Song“ etwa oder „Beautiful Song“.

Die Beach Boys scheinen auch noch nach mehr als 50 Jahren von der Magie ihrer Melodien und Harmoniefolgen angetan zu sein. Genau wie das Publikum. Verständlich ist das, denn man träumt sich weg während des Konzerts, und das auch mithilfe der Themen Strand, Sonne und Bikini, die während „California Dreamin‘“, „Kokomo“ und „Here Comes The Sun“ auf der Hintergrundleinwand bildreich eingeblendet werden.

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Verzückt ist auch die 21-jährige Leonie Berger aus Essen, die in der Pausenviertelstunde mal schnell frische Luft schnappen möchte. Allerdings hat sie auch einen Einwand. Sie habe sich so sehr auf dieses Konzert gefreut, gefreut auf ein paar Stunden Sorglosigkeit. Trotzdem – sie senkt ihren Kopf – sei sie enttäuscht darüber, dass so wenig getanzt werde.

Bewegung ist bei den Beach Boys allerdings kein großes Thema – der Schlagzeuger macht mit seiner körpereigenen Dynamik immerhin einiges an Stillstand wett. Gegen Ende des Auftritts trauen sich immer mehr Zuschauer, zu den sommersonnigen Gitarrenriffs der Beach Boys zu tanzen. Und nach fast drei Stunden beschwipstem „Fun, Fun, Fun“ gehen die Lichter an und die Türen auf. Willkommen zurück im Leben.

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Quelle: RP