Düsseldorf Photo +

Ein Fotofest für den Moment

Düsseldorf Photo +: Ein Fotofest für den Moment Düsseldorf Photo +: Ein Fotofest für den Moment Foto: Shutterstock.com
Von |

Im März feiert Düsseldorf Photo + mit 50 Teilnehmern Premiere. Im Mittelpunkt stehen Kunst, Werbung und Mode.

Natürlich stolpert man sofort über den Namen: Düsseldorf Photo +. Man liest ihn und denkt, Moment mal, war da nicht mal was? Da war was, das ist gar nicht lange her. 2018 war das Jahr, in dem es in Düsseldorf plötzlich zwei parallel veranstaltete Fotofestivals gab. Nach einem gescheiterten Übernahmeversuch durch die Stadt gab es nicht mehr nur das Photo Weekend, sondern zeitgleich auch Düsseldorf Photo. Das eine Festival leitete die Galeristin Clara Maria Sels, das andere der Chef des NRW-Forums, Alain Bieber. Zahlreiche Aussteller und Veranstalter kümmerten sich nicht um den Zwist und nahmen an beiden Teil. Es war eine absurde Situation. Düsseldorf Photo verschwand anschließend wieder von der Bildfläche.

Jetzt aber kommt Düsseldorf Photo +, und natürlich denkt man da gleich an Comeback und Fortsetzung, was es aber nicht ist, wie die Veranstalter betonen. Düsseldorf Photo +, das sei erst einmal nur ein Arbeitstitel für eine neues, einendes Festival gewesen, erzählt Galerist Rupert Pfab. Am Ende blieb der Titel stehen. Auch weil viele, mit denen sie gesprochen haben, nicht noch einen neuen, dritten Namen wollten, so der Galerist. Bei Photo Weekend und Düsseldorf Photo blickte ja schon niemand mehr durch.

Photo PopUp Fair #6 - Opening Party | Freitag, 8. November 2019 Photo PopUp Fair #6 - Opening Party // Fr 08.11.19 Stilwerk 66 Fotos

Pfab ist Teil der Gruppe, die sich daran gemacht hat, in Düsseldorf ein neues Fotofest auf die Beine zu stellen. Das war nötig geworden, nachdem auch Galeristin Sels im vergangenen Jahr ihren Rückzug angekündigt hatte, und es bis zum Spätsommer so aussah, als gäbe es im Frühjahr 2020 gar kein Festival mehr. Nun gibt es doch eines, vom 13. bis 15. März ist Premiere, und auch über das Wochenende hinaus soll es Photo +-Veranstaltungen geben, die Ausstellungen laufen ja ebenfalls weiter. Galerist Pfab spricht deshalb gar nicht so gerne von einem Festival, er nennt es einen „Anstoß“. Enden soll das Programm, wenn im Mai in der Kunstsammlung eine große Thomas-Ruff-Ausstellung eröffnet.

Spricht man mit den Veranstaltern – neben Pfab sind das die Künstlerinnen Pola Sieverding und Christine Erhard sowie Galerist Thomas Rieger, Journalist Carl Friedrich Schröer und DC-Open-Organisatorin Ljiljana Radlovic – bemerkt man bald, dass sie ein gewisses Erwartungsmanagement betreiben. Es gibt einen Tenor, der lautet: Das ist, was uns möglich war. Nur ein halbes Jahr hatte die private Initiative für den Festival-Neustart, jetzt wollen sie erst einmal sehen, wie es läuft. Es ist ein Fest für den Moment.

50 Teilnehmer wollten auch kurzfristig dabei sein. Die Galerien und Off-Räume waren flexibel genug, ihr Programm anzupassen, bei den Museen hat sich vieles gefügt und ergeben. So zeigt etwa der Kunstpalast ohnehin viel Fotografisches mit der großen Peter-Lindbergh-Ausstellung, ab Mittwoch gibt das Haus zudem erstmals Einblick in die durch die Stadt angekaufte Fotosammlung Kicken. Anlässlich von Düsseldorf Photo + lädt das Museum außerdem am 14. März zum Gespräch zwischen Kuratorin Linda Conze und Galeristin Annette Kicken ein. Die Kunstsammlung NRW bietet am selben Tag ein Bildungsprogramm für Jugendliche ab elf Jahren unter dem Titel „Jpeg, TIF und GIF“ an. Und im NRW-Forum soll sich im Festivalverlauf der um Fotokünstler Andreas Gursky gegründete Förderverein für das Fotoinstitut in Düsseldorf vorstellen.

Photo PopUp Fair #5 - Opening Party | Freitag, 9. November 2018 Photo PopUp Fair #5 - Opening Party // Fr 09.11.18 Stilwerk 42 Fotos

Drei Schwerpunkte wird es beim Festival geben, neben der Fotokunst sollen die hiesigen Traditionen der Mode- und Werbefotografie gewürdigt werden. Dazu passt die die Lindbergh-Schau im Kunstpalast, aber beispielsweise auch eine neue Ausstellung in der Galerie Noir Blanche. Dort werden ab 13. März Arbeiten von Werbefotograf Hans Lux ausgestellt. Lindbergh assistierte Lux einst. So kommt eins zum anderen.

„Alle Ausformungen der Fotografie sollen berücksichtigt werden“, sagt Rupert Pfab. Etwa auch Sound und Video. Dafür stehe das „+“ im Namen. „Auf das Plus legen wir großen Wert.“

Es wird einen interaktiven Online-Stadtplan geben, der die Geschichte der Fotografie in Düsseldorf anhand besonderer Orte nachvollziehbar machen soll. Natürlich soll man mit der Karte auch losziehen und die Stadt erkunden können. Immer noch im Gespräch ist zudem ein städtischer Fotopreis, gewidmet Bernd und Hilla Becher, der anlässlich des Festivals verliehen werden könnte. Ob es damit zur ersten Ausgabe noch etwas wird, mochte die Stadt auf Anfrage nicht sagen. Die Angelegenheit befände sich noch in Bearbeitung.

Mit 104.000 Euro bezuschusst die Stadt den Festivalauftakt in diesem Jahr, wie es danach weitergehen wird, ist ungewiss. „Im Anschluss setzen wir uns mit der Politik zusammen“, sagt Pfab. „Wenn es weitergehen soll, muss es Strukturen geben.“ Ob sie das Festival dann weiter leiten oder in andere Hände übergeben werden, sei erst einmal zweitrangig. „Wir schließen nichts aus, sagen aber auch nicht, dass wir es machen müssen“, so Pfab.

Opening PhotoArtShow | Freitag, 28. April 2017 Opening PhotoArtShow // Fr 28.04.17 Wallstyle Gallery 39 Fotos

Mitveranstalter Carl Friedrich Schröer wünscht sich, dass man künftig wieder „von einer ganzen Szene sprechen kann“. Auch der Standort solle durch das Festival gestärkt werden. „Düsseldorf war immer eine internationale Kunst- und Modestadt, das braucht eine Auffrischung“, meint Schröer. Die Organisatoren wünschen sich, dass sich das Fest zur Biennale fortentwickelt und künftig alle zwei Jahre stattfindet. Das sei auch im Sinne der Qualitätssicherung, findet Rupert Pfab.

An der ersten Ausgabe arbeiten alle Beteiligten noch ehrenamtlich mit. Die Teilnehmer müssen keine Gebühren zahlen. Erwartet würden dafür aber Engagement für das Festival und gute Ausstellungen. „Wir sind nicht die, die den Karren aus dem Dreck fahren“, sagt Carl Friedrich Schröer. „Das ist unser gemeinsamer Karren.“

Die Düsseldorf Photo + wird vom 13. bis 15. März stattfinden. Eine Internetseite wird erst noch freigeschaltet, auch ein Programmheft wird es geben.

Düsseldorfer Fachmesse zu den Themen Wein und Spirituosen: ProWein soll trotz Ausbreitung des Coronavirus stattfinden Düsseldorfer Fachmesse zu den Themen Wein und Spirituosen ProWein soll trotz Ausbreitung des Coronavirus stattfinden Zum Artikel »

Fotokunst-Magazin über Garath: Ein unvoreingenommener Blick auf den Stadtteil Fotokunst-Magazin über Garath Ein unvoreingenommener Blick auf den Stadtteil Zum Artikel »

Handlettering, Makramee und Fotografie: Das sind die besten Kreativ-Workshops in Düsseldorf Handlettering, Makramee und Fotografie Das sind die besten Kreativ-Workshops in Düsseldorf Zum Artikel »

Kult-Hörspiel live erleben: Die drei ??? kommen im Frühjahr 2020 nach Düsseldorf Kult-Hörspiel live erleben Die drei ??? kommen im Frühjahr 2020 nach Düsseldorf Zum Artikel »

Quelle: RP