TV- und Radio-Star Siham El-Maimouni

Von der "Sendung mit der Maus" zum "Düsseldorfer des Jahres"

TV- und Radio-Star Siham El-Maimouni: Von der "Sendung mit der Maus" zum "Düsseldorfer des Jahres" TV- und Radio-Star Siham El-Maimouni: Von der "Sendung mit der Maus" zum "Düsseldorfer des Jahres" Foto: Melanie Zanin
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Die Düsseldorferin moderiert die "Sendung mit der Maus" und das Kulturmagazin "Westart" im Fernsehen, ist auch beim Radio-Sender Cosmo regelmäßig auf Sendung. Bald moderiert Siham El-Maimouni auch in Düsseldorf, und darauf freut sie sich besonders.

Als Kind musste Siham El-Maimouni immer auf einen Schlag mucksmäuschenstill sein, wenn ihre Eltern die Nachrichten im Fernsehen sehen wollten. Diesen Moment, die ehrfurchtsvolle Stille fand sie in der Wohnung in Duisburg-Meiderich immer sehr beeindruckend. „So was wollte ich auch: dass ich rede und alle mir zuhören“, sagt die heute 34-Jährige und lacht. Sie wollte allerdings lieber wie Marijke Amado die "Mini-Playback-Show" moderieren oder wie Frauke Ludowig die Stars fürs Fernsehen interviewen.

Inzwischen hört man Siham El-Maimouni zu, wenn sie spricht: Wenn die Wahl-Düsseldorferin im Fernsehen das WDR-Kulturmagazin "Westart" moderiert oder "Die Sendung mit der Maus". Oder wenn sie auf Sendung ist für den mehrsprachigen Radio-Sender Cosmo (früher Funkhaus Europa). Am 9. Dezember moderiert sie auch live in Düsseldorf. Und darauf freut sie sich besonders.

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Mit RTL-Moderator Wolfram Kons führt sie auf dem Areal Böhler durch die Preisverleihung "Düsseldorfer des Jahres". Mehr als 500 Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur werden an der Gala teilnehmen, bei der Preise in sechs Kategorien verliehen werden (Wirtschaft, Sport, Kultur, Ehrenamt, Innovation & Nachhaltigkeit, Lebenswerk). In den vergangenen Jahren waren unter anderem Comedian Christian Ehring, die Toten Hosen, Künstler Andreas Gursky, der Stifter und Mäzen Udo van Meeteren und Udo Lindenberg ausgezeichnet worden. „Das ist eine große Ehre und fühlt sich besonders an, jetzt, da ich inzwischen auch ganz in der Stadt angekommen bin“, sagt die Moderatorin, deren Vorname aus dem Marokkanischen übersetzt Liebespfeil bedeutet.

Denn als sie mit knapp 20 Jahren von Duisburg nach Düsseldorf-Unterbilk zog, um für Antenne Düsseldorf zu arbeiten, sei „Ruhrgebiet auf Rheinland geclashed“, erinnert sie sich und lacht. Sie sei damals „mit total vielen Vorurteilen in die Stadt gekommen.“ Das habe sich aber gelegt, als sie anfing, beim Radiosender zu arbeiten, der damals im Hafen und damit fast fußläufig zu ihrer Wohnung seinen Sitz hatte: „Bei der Arbeit lernte ich die Stadt und vor allem auch die Subkultur und Gastronomieszene zu lieben, und beim Sender hatte ich radiomäßig die beste Zeit.“

Ihr Kiez, das ist noch immer Unterbilk, auch wenn sie beruflich vor allem in Köln arbeitet. Und noch immer wohnt sie in der gleichen Wohnung von damals, auf knapp 60 Quadratmetern. Oft sieht man sie auf ihrem Fahrrad, ihre Stammkneipe ist „Seifenhorst“ an der Bilker Kirche, viele ihrer Freunde leben in der Stadt. Die Dom-Stadt verbindet sie vor allem mit Arbeit, Düsseldorf mit Privatleben. Traurig ist sie allerdings, dass in den vergangenen Jahren die Subkultur immer mehr verdrängt wurde, dass etwa die „Brause“ von ihrem Stammplatz an der Bilker Tankstelle weichen musste oder das „Les Halles“ sogar ganz verschwand.

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Wenn sie an ihre Anfänge beim Düsseldorfer Radiosender denkt, wo sie auch ihr Volontariat absolvierte, muss die Tochter marokkanischer Gastarbeiter immer wieder lachen. „Ich durfte vieles ausprobieren und manchmal ging etwas ordentlich schief.“ Als sie einmal den Chef des Düsseldorfer Flughafens interviewte, fielen ihr die Fragen plötzlich nicht mehr ein: „Es gab eine lange Stille im Radio.“ Dann habe sie zurück ins Studio schalten lassen.

Souverän auch mit ungeplanten Situationen auf Sendung umzugehen, ist längst ihre große Stärke. 2015 wurde sie für ihre Funkhaus-Sendung „Süpermercado“ mit dem Deutschen Radiopreis als beste Moderatorin ausgezeichnet, weil sie „frisch, frech und unkonventionell“ klinge, die „ganze Bandbreite der Moderation beherrscht“, ernst wie unterhaltsam sein könne und eine „überzeugende Präsenz“ habe, mit der sie ihre Hörer für sich einnehme.

Auf der Bühne in Hamburg stand sie dann mit Udo Lindenberg, trug ein weißes Shirt mit dem Spruch „Refugees welcome“. Denn Siham El-Maimouni, die ihr Bachelor-Studium in Politikwissenschaft, Soziologie und Verwaltungswesen im Fernstudium absolvierte, nutzt ihre Bekanntheit auch gerne mal, um ein Zeichen zu setzen, sich für eine gute Sache einzusetzen.

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In ihrem Freundeskreis hat sie viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und die sie schon mehrfach unterstützt hat, vor allem eben bei Initiativen für Flüchtlinge. Ihre Eltern wanderten schließlich selbst einst aus Marokko ein. Daher ist ihr der Preis, der am 9. Dezember in der Kategorie „Ehrenamt“ verliehen wird, besonders wichtig: „Das macht die Stadt aus, ohne die Ehrenamtler würde die Stadt nicht so funktionieren, wie sie es tut. Sie sind die wahren Helden!“

Vor dem Fernseher entspannt die Unterbilkerin am besten, ganz wie in ihrer Kindheit: „Serien, Filme, ich schaue einfach alles! Mit meiner Schwester und meinem Bruder bin ich auch oft im Kino.“ Ihr Lieblingsschauspieler ist Robert De Niro. Einmal habe sie sogar ein Gebot für ein Meet & Greet mit ihm abgeben wollen. „Doch das nahm dann Dimensionen an… Ich konnte schlichtweg nicht mithalten.“

Ihre Karriere könnte kaum besser laufen („,Die Sendung mit der Maus’ hat einfach die besten Fans!“). Doch Siham El-Maimouni weiß, wie schwer es Frauen im Fernsehen haben können, wenn sie ein gewisses Alter erreichen. Und das sieht sie kritisch. „Ich hoffe, dass ich, auch wenn ich älter bin, wie ein Mann rein nach meinen Leistungen im Fernsehen beurteilt werde und nicht nur nach meinem Aussehen.“ Graue Haare zu färben, kommt für sie nicht infrage: „Einem Mann würde man doch auch nicht sagen, dass er sich die Haare färben soll für eine Sendung“.

Inzwischen sind Andere mucksmäuschenstill, wenn sie im Fernsehen oder Radio moderiert: Und das gefällt ihr nicht schlecht. Bevor sie mit „Westart“ auf Sendung geht, schickt sie ihrer Mutter übrigens Handy-Fotos von ihrem Outfit. „Sie sagt dann immer, dass es zu knapp sei, und ich, dass das nur so aussehen würde.“

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Quelle: RP