Einkaufen in Düsseldorf

Bauernmärkte sind die Gewinner der Krise

Einkaufen in Düsseldorf: Bauernmärkte sind die Gewinner der Krise Einkaufen in Düsseldorf: Bauernmärkte sind die Gewinner der Krise Foto: Andreas Endermann
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Bauernmärkte haben seit Beginn der Corona-Krise viele Kunden hinzugewonnen. Auch auf dem Friedensplätzchen herrscht Betrieb. Dabei fällt es bisweilen schwer, die Abstandsregeln einzuhalten.

Welchen Bauernmarkt ein Kunde auch besuchen möchte – ob nun auf dem Kolpingplatz in Pempelfort, auf dem Lessingplatz in Oberbilk oder auf dem Hanns-Heuer-Platz in Heerdt: Schilder geben den Hinweis: „Bitte denken Sie an die Mund-Nase-Bedeckung“. So ist es auch beim Markt auf dem Friedensplätzchen Unterbilk, obwohl er wie die anderen Märkte unter freiem Himmel stattfindet: „Die Maske ist Pflicht genau wie in einem Supermarkt“, sagt Marktsprecher Klaus Hüskes. Kein Problem für die Kunden. Sie halten sich an die Regel, kaum jemand kommt ohne Maske. „Zur Not haben die meisten Stände aber auch Masken zum Verkauf da“, sagt Hüskes.

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Die Maskenpflicht ist eine von mehreren Regeln, die es seit Beginn des Corona-Shutdowns auf dem Bauernmarkt zu organisieren gilt. Wie zum Beispiel der Mindestabstand zwischen zwei Personen eingehalten werden muss, war zu überlegen. Eine Herausforderung sei dies gewesen, erzählt der Marktsprecher, der selbst auch Blumenhändler ist. „Anfangs herrschte bei allen Händlern große Unsicherheit über die Frage, was zu tun sei.“ Denn jeder registriere an seinem Stand ein stetig steigendes Kundenaufkommen, bis zu 40 Prozent plus im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten, schätzt Hüskes. Der Händler nimmt an, dass in der Umgebung des Marktes viele Kunden wegen Kurzarbeit zu Hause sind oder im Homeoffice arbeiten. Da ist eben mal Zeit, tagsüber zum Markt zu gehen statt abends in einen Supermarkt zu hetzen.

Um Gedränge vor den Verkaufsstellen zu vermeiden, bauen einige Anbieter durch Kisten oder Deko eine Art Gang: das bedeutet, an einer Seite rein zum Stand, an der anderen wieder heraus. Da warten Senioren ebenso wie viele Bürger um die 30 Jahre und auch Eltern mit Kinderwagen. Die Warteschlangen sind nun viel länger, was ein Problem war. „Sie dürfen einander ja nicht kreuzen“, sagt Hüskes. Eng ist es geworden auf dem Markt. Inzwischen funktioniert aber alles reibungslos – sogar noch besser also vor den Corona-Regeln, findet Hüskes. „Früher gab es vor manchen Ständen schon mal unangenehmes Gedränge. Jeder meinte, der erste gewesen zu sein.“ Das ist vorbei. Die Leute stehen gemächlich an und scheinen viel Zeit zu haben.

Zeit und Geduld sind auch nötig, denn die Wartezeit bis zum Kauf kann schon mal zehn oder 15 Minuten betragen. Beim Verkaufswagen von Straetmann zum Beispiel ist die Warteschlange besondes lang. Das liegt zum einen an der großen Nachfrage an frischen Brotwaren und gutem Käse, aber auch an der Tatsache, dass das Verkaufspersonal die Abstandregeln einhalten muss. Viel Platz ist nicht, daher dürfen neuerdings maximal drei statt sonst vier Verkäufer Käse und Brot schneiden – und das bei mehr Kunden.

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Kundin Marie von Beuten kommt fast jeden Freitag. Sie steht mal wieder mehrere Minuten an. „Macht ja nichts. Die Leute sind nett, das Wetter ist gut, ich habe Zeit“, sagt sie und tippelt dann einen Meter weiter. Für das frische Brot hat sie eine Stofftasche mitgebracht. Damit ist sie die Ausnahme auf dem Markt. Klaus Hüskes nämlich hat gemerkt, dass zunehmend viele Kunden nach Plastiktüten fragen, nachdem dieser Trend im März noch dem Ende entgegen zu gehen schien. „Offenbar halten sie Plastik wieder für hygienischer als gebrauchte Taschen oder Behälter“, meint der Marktsprecher.

Ähnlich sieht es am Obst- und Gemüsestand vom Hofladen Coenen aus. Die Kunden warten, bis sie von einer Mitarbeiterin herangewunken werden, als ob es so schon immer war. Mit seinem Sohn ist Mario Ahnen dort und erklärt seinem Kind in aller Ruhe, wie die Gemüsesorten heißen. Er bekommt ein Kilogramm Äpfel gereicht in einer Plastiktüte und möchte der Veräuferin seine Kreditkarte geben. Die Antwort darauf ist ein Kopfschütteln. Bargeldloses Bezahlen gibt es trotz aller Kontaktbeschränkungen noch nicht. Entweder mangelt es an Internetverbindungen oder an Stromleitungen, erzählt Klaus Hüskes, der wohl weiß, dass Bargeld nicht die beste Lösung oder Wahl ist in Corona-Zeiten. „Eine optimale Lösung bei dieser Frage haben wir noch nicht gefunden“, sagt Klaus Hüskes.

Das sind die Märkte in Düsseldorf

Friedensplätzchen dienstags, 8 bis13 Uhr; freitags, 10 bis 18 Uhr

Kolpingplatz mittwochs, 9 bis 13 Uhr, samstags 8.30 bis 13.30 Uhr

Lessingplatz donnerstags, 8 bis 13.30 Uhr

Hanns-Heuer-Platz freitags, 9 bis 13 Uhr

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Quelle: RP