Hat das Theater eine Zukunft?

Gnadenfrist für die Komödie soll verlängert werden

Hat das Theater eine Zukunft?: Gnadenfrist für die Komödie soll verlängert werden Hat das Theater eine Zukunft?: Gnadenfrist für die Komödie soll verlängert werden Foto: Andreas Bretz
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Ein Runder Tisch mit allen Beteiligten soll Klarheit bringen, ob das Boulevardtheater noch eine Zukunft hat. Ein Tournee-Veranstalter bietet jetzt an, einzusteigen.

Unter Hochdruck laufen im Rathaus Rettungsgespräche für die Komödie. Die ersten Fraktionssitzungen nach der Sommerpause beschäftigten sich mit der Frage, ob das Boulevardtheater an der Steinstraße noch eine Zukunft hat und welche Rolle die Stadt dabei spielen soll. Trend: Eine dauerhafte Bezuschussung können sich die wenigsten Politiker vorstellen, eine kurzfristige Hilfe schon.

Manfred Neuenhaus, FDP-Fraktionschef: „Dauerhafte Subventionen im sechstelligen Bereich sind mit Steuergeldern nicht leistbar. Hilfe zur Selbsthilfe wären wir bereit zu leisten – ob das sinnvoll ist, würden wir in den nächsten Wochen genau prüfen.“ Die Ampel-Kooperation aus SPD, Grünen und FDP wird das Thema am Mittwoch diskutieren, auch mit der CDU erfolgt eine Abstimmung.

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Der Sachwalter im Insolvenzverfahren soll gebeten werden, der Politik diese Zeit zu geben. Die Rede ist von zirka 14 Tagen. Katrin Schindler, Geschäftsführerin der Komödie, müsste sonst am kommenden Freitag das Haus schließen. Mehr als 80.000 Euro sind für das Verfahren selbst und den beauftragten Sachwalter aufzubringen. Wie dieser sieht auch Kulturdezernent Hans-Georg Lohe nach Prüfung aller Unterlagen in den kommenden beiden Jahren einen Zuschussbedarf von 225.000 Euro.

Dieser Zuschuss könnte, so der Entwurf einer Beschlussvorlage, aber nur gewährt werden, wenn sich die Miete an der Steinstraße nicht erhöht und es Zusatzeinnahmen gibt: Mindestens 25.000 Euro möchte der Freundeskreis jährlich zuschießen, 25.000 Euro will die Nordtour Theater Medien GmbH beisteuern und sich an der Komödie beteiligen.

Christian Seeler von der Tourneeagentur aus Elmshorn (eine Million Euro Umsatz, bis zu zehn Produktionen im Jahr) kennt Schindler aus der Zeit, als sie in Berlin Gastspiele organisiert hat. Seeler hat keine Angst, dass sein Geld verloren gehen könnte. „Frau Schindler ist eine gute Intendantin.“ Seeler geht davon aus, dass wegen des Vorlaufs von Gastspielen ab 2020 Zusatzeinnahmen von 75.000 Euro erzielt werden könnten, im Jahr darauf 100.000 Euro. Bestenfalls ist dann kein Zuschuss mehr nötig.

Ein Betriebszuschuss für ein Boulevardtheater wäre ein Novum in Düsseldorf. Aus der Ampel heißt es, das gleiche Geld müsse man dann auch dem Theater an der Kö gewähren. Seeler, der die Privattheatergruppe im Deutschen Bühnenverein anführt, verweist auf die Zuschüsse in anderen Städten: Danach zahlt Bochum 346.000 Euro ans Prinzregententehater, das Fritz-Rémond-Theater in Frankfurt erhält 660.000, das Theater der Keller Köln 205.000 und die Kammerspiele Mainz 244.000 Euro.

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Quelle: RP