Hilfe bei Arthrose und Rheuma

Bibbern für die Gesundheit bei minus 196 Grad

Hilfe bei Arthrose und Rheuma: Bibbern für die Gesundheit bei minus 196 Grad Hilfe bei Arthrose und Rheuma: Bibbern für die Gesundheit bei minus 196 Grad Foto: Bretz, Andreas
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Eine Sauna, die wie ein großer Kühlschrank aussieht und in der man friert statt schwitzt: Bei „Wecool“ am Schwanenmarkt kann man die Kryotherapie testen, die bei Arthrose und Rheuma helfen soll. Viele Besucher kommen auch, um Gewicht zu verlieren, die Haut zu straffen oder nur abzukühlen.

Drei Minuten bei -196 Grad

Es sind doch nur drei Minuten: Das sagt man sich in der Sauna, die wie ein großer Kühlschrank aussieht, immer wieder. Doch es sind eben drei Minuten bei minus 196 Grad! Einfach nur still zu stehen, das geht daher eben nicht. Und so springt man ein wenig hin und her, während die Manschette am Kopf verhindert, dass der flüssige Stickstoff entweicht und die Temperatur fällt. Um das Abfallen seiner Finger oder Zehen muss man sich zumindest nicht sorgen, hat man doch wärmende Puschen an den Füßen und Handschuhe an.

Über eine Ablenkung freut man sich, ob man zum ersten mal in der Kryosauna von „Wecool“ ist oder schon öfter drin war: Wenn Geschäftsführer Tim Brückmann den alten Hit „Ice ice baby“ von Vanilla Ice vorspielt, huscht schnell ein Lächeln über das bibbernde Gesicht. Der 35-Jährige gibt aber auch Tipps, um es sich etwas wärmer zu machen: „Mit dem Handschuh zwei bis dreimal über die Stelle gleiten, die du als besonders kalt empfindest.“ Und dann sind die drei Minuten tatsächlich geschafft.

Prominente schwören auf die Kältetherapie

In Los Angeles besuchte der Finanzexperte und Ex-Basketball-Profi vor ein paar Jahren erstmals eine sogenannte Kryosauna – und war begeistert: „Man hat einen Sofort-Effekt, Endorphine werden ausgeschüttet, man regeneriert sehr schnell zum Beispiel nach einem harten Training und fühlt sich noch Stunden später gut oder gerade bei den sommerlichen Temperaturen zurzeit, nicht so überhitzt.“ Spitzensportler wie Fußballer Cristiano Ronaldo oder Sängerin Rita Ora sind Fans der Kältebehandlung, die sogar bei gesundheitlichen Problemen helfen soll.

Kälte hilft gegen diverse Erkrankungen

So soll sie bei einer Reihe von Erkrankungen helfen wie Arthrose, Muskelerkrankungen, Lipödem. „Die Kryobehandlung kann Schmerzlinderung verschaffen, denn Kälte wirkt entzündungshemmend und extreme Kälte extrem entzündungshemmend“, sagt der Geschäftsmann. Bei Arthrose-Patienten werde die Blutzirkulation „enorm gepushed“, sodass sie nicht mehr die Taubheit in Füßen und Händen hätten.

Der Dachverband Deutscher Krankenkassen nennt als Anwendungsgebiete den „rheumatischen Formenkreis, aber umstrittenerweise auch diverse psychologische Erkrankungen wie beispielsweise Angstzustände.“ In der Sportmedizin gebe es zudem wissenschaftliche Belege für die Prävention von Muskelkater: „Auch bei chronischen Schmerzen, Gelenkproblemen und Schlafstörungen soll Kryotherapie gesundheitsfördernd wirken.“ Die Ganzkörperbehandlung soll dem Stoffwechselsystem und Heilungsprozessen einen sofortigen Antrieb geben und das Immunsystem stärken. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten allerdings in der Regel nicht oder nur zu einem sehr kleinen Teil. Bei Privatpatienten sehe das anders aus, sagt Brückmann. Bei ihm kann man die Eissauna ausprobieren für 99 Euro (Preis für drei Behandlungen).

Schönheitsbehandlung als Nebeneffekt

Kunden kommen allerdings auch aus anderen Gründen in die vor kurzem eröffnete Sauna am Schwanenmarkt. Denn die Kältetherapie soll schöne Effekte haben, wobei die Betonung auf schön liegt. So soll sie etwa bei Hautstraffung, Cellulite und Orangenhaut helfen und bei einer schnellen Gewichtsabnahme von rund acht Kilogramm. So würde man in den Stunden nach einer dreiminütigen Sitzung rund 800 Kalorien verbrauchen – ein Effekt wie nach einer Stunde Jogging. Die frostigen Temperaturen kühlen die Körperoberfläche nämlich ab und für das Aufwärmen braucht der Körper viel Energie, was zum Kalorienverbrauch führt.

Risiken

Einige sollten den Gang in die Sauna allerdings meiden. „Wer nicht auf eine Achterbahn darf, sollte auch nicht in die Kryosauna“, sagt Brückmann. Schwangere oder Menschen mit Durchblutungsstörungen oder Herzerkrankungen gehören dazu. Beim „Wecool“-Besuch wird man darüber informiert. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen zudem nur mit Einverständnis der Eltern in die Kühlbox.

Bei den hochsommerlichen Temperaturen genießen viele Kunden zurzeit aber auch einfach die Abkühlung, die mehrere Stunden nach dem Besuch in der Sauna anhält. Und den Wachmacher-Effekt, etwa nach einem langen Arbeitstag oder harten Fitnesstraining.

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Quelle: RP