K 21 schließt für drei Wochen

Rolle rückwärts im Ständehaus

K 21 schließt für drei Wochen: Rolle rückwärts im Ständehaus K 21 schließt für drei Wochen: Rolle rückwärts im Ständehaus Foto: dpa
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Das K 21 soll wieder ein Zentrum der Gegenwartskunst sein. Wegen Umbauarbeiten wird es zunächst für drei Wochen schließen.

Das K 21 am Kaiserteich soll anknüpfen an eine Zeit, die noch nicht lange zurückliegt. Bis zur Amtsübernahme von Marion Ackermann als Chefin dieses Museums und des Stammhauses am Grabbeplatz im September 2009 war das K 21 die für Gegenwartskunst zuständige Dependance. Julian Heynen hatte dort eine Fülle höchst bemerkenswerter Ausstellungen geboten, doch der Besucherstrom war im Lauf der Jahre immer dünner geworden. Daher entschloss sich Heynens neue Chefin, ihm eine andere Aufgabe zuzuweisen und die unterschiedliche Profilierung von K 20 und K 21 aufzuheben.

Jetzt setzt Susanne Gaensheimer, seit knapp einem Jahr Direktorin der beiden Museen, zur Rolle rückwärts an und weist beiden Häusern wieder diejenigen Rollen zu, die sie schon früher einmal spielten. Das K 21 wird den Untertitel „Museum für internationale Gegenwartskunst“ tragen, das K 20 wieder für klassische Moderne, Nachkriegsmoderne und die nicht ganz so aktuelle Kunst zuständig sein – Überschneidungen nicht ausgeschlossen.

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Diese Neuerungen stehen an

Im Falle des K 21 ist das keine reine Rückwärtswendung, denn einige Neuerungen weisen in die Zukunft. Der Eintritt ins erste Obergeschoss wird die Besucher von September an nichts kosten. Dort haben sie Zugang zu einer "Media-Lounge", zum Archiv der Galerie Fischer, zu Räumen für Vermittlung und zu Leseecken. Ziel der neuen Regelung ist es, dass die Besucher Schwellenangst überwinden und neugierig werden auf das, was sie auf den anderen Stockwerken erwartet, hinter der Bezahlschranke.

Eine weitere Neuerung ist die Betonung des Genius Loci, also eine stärkere Akzentuierung von Kunst aus Düsseldorf. Und ein Teil der wissenschaftlichen Mitarbeiter, die zurzeit noch am Grabbeplatz arbeiten, soll ins K 21 ziehen, um für Besucher leichter ansprechbar zu sein. Auch dadurch soll das Haus wieder lebendiger werden.

Die Sammlungspräsentation in der zweiten und dritten Etage wird auf "Künstlerräume" verzichten und Kunst seit den späten 1980er Jahren umfassen: Werke unter anderem von Marina Abramovic, Rosemarie Trockel, Thomas Ruff, Thomas Schütte und Wael Shawky. Reinhard Muchas kaum transportierbare Installation „Das Deutschlandgerät“ bleibt an ihrem Platz, technisch auf den neuesten Stand gebracht. Sie füllt den auf seine ursprünglichen Maße von 1880 verkürzten einstigen Plenarsaal im ersten Stockwerk, der ins Volumen des Foyers ragt.

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"Das Deutschlandgerät", für die venezianische Biennale von 1990 entworfen, versteht sich als Reflexion des musealen Alltags: ein Pavillon aus gläsernen Vitrinen, die teils ineinander verschachtelte Schemel, teils hölzerne Rollläden zur Schau stellen, recht hermetisch sich abschließend gegenüber dem Betrachter. "Deutschlandgerät", so nennt man ein von der Maschinenfabrik Deutschland AG entwickeltes Gerät zum Wiederaufstellen entgleister Schienenfahrzeuge. Der Düsseldorfer Künstler versteht diese Arbeit auch als Beitrag zur deutschen Vergangenheitsbewältigung – ein Zusammenhang, der im nationalsozialistisch belasteten deutschen Pavillon der Biennale stärker zum Ausdruck kam als jetzt im K 21.

Marion Ackermann hätte dieses Werk, das einzige, das seit Eröffnung des K 21 ununterbrochen ausgestellt ist, vor neun Jahren gern ins Depot geschoben, doch Museumsleute aus ganz Deutschland protestierten. Auch künftig werden die Besucher und mehr noch die Museumsaufsichten weiter den unablässigen Straßenlärm aushalten müssen, den dieses vielleicht bedeutende, aber auf Dauer ermüdende Werk unablässig über Lautsprecher verbreitet.

Frischer Wind wird durch eine andere Neuerung ins K 21 blasen: Künftig dürfen dort Jahr für Jahr die Absolventinnen und Absolventen der Düsseldorfer Akademie ihre Werke vorstellen, ähnlich wie beim traditionellen „Rundgang“, doch nicht in unmittelbarer Konkurrenz.

Wiedereröffnung am 6. September

Schließung Vom 13. bis zum 31. August bleibt das K 21 geschlossen. Vom 1. September an werden einzelne Räume wieder zugänglich sein. Offizielle Wiedereröffnung ist am 6. September, 19 Uhr.

Ausstellungen im Herbst

"Lutz Bacher - What‘s Love Got to Do with It"; die US-amerikanische Künstlerin, die sich hinter einem männlichen Pseudonym versteckt, arbeitet konzeptuell in verschiedenen Medien; 7. September bis 6. Januar 2019. "Cao Fei"; die in Peking lebende Künstlerin stellt erstmals in Deutschland aus: Videos, Fotografien und Multimedia-Installationen; 6. Oktober bis 13. Januar 2019.

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Quelle: RP