Kinos in den Stadtteilen

In Unterrath sorgten zwei Kinos für Spaß

Kinos in den Stadtteilen: In Unterrath sorgten zwei Kinos für Spaß Kinos in den Stadtteilen: In Unterrath sorgten zwei Kinos für Spaß Foto: Andrea Trudewind, Stadtarchiv Düsseldorf
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Der rege Betrieb fand ab 1932 statt. Zuvor wurden aber schon Filme in Tanzsälen gezeigt.

In Unterrath beginnt die Kinogeschichte bereits 1919. Damals organisierte der Turnverein Gut Heil im großen Tanzsaal der Gastwirtschaft Zur Klinke an der Unterrather Straße mehrere „Turnersportliche Film-Vorführungen“, wie Sabine Lenk in ihrem Buch zur Kinogeschichte Düsseldorfs beschreibt.

Wanderkinobesitzer und später die NSDAP bitten bei den Behörden ebenfalls um Genehmigungen für Filmvorführungen. Da sie aber immer wieder den von den Behörden geforderten Schutzmaßnahmen nicht nachkommen – dazu gehört beispielsweise das Bereitlegen von nassen Lappen, um notfalls Feuer an den Vorführapparaten und der Kleidung des Vorführers ausschlagen zu können – finden bis zum Zweiten Weltkrieg dort nur Einzelaufführungen statt. Es kann also bei der Klinke nicht von einem echten Kinobetrieb vor dem zweiten Weltkrieg gesprochen werden.

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Dieser fand allerdings schon seit 1932 nur einige hundert Meter weiter an der Ecke Unterrather Straße/Am Röttchen statt. Heinz Mundt hatte dort ein Gebäude mit Wohnungen und einer Schankwirtschaft zum Unterrather Lichtspiel mit 200 Plätzen umgebaut, welches rege von den Unterrathern genutzt wurde. „Die Plätze in der vorderen Reihe kosteten 40 und in der letzten Reihe 80 Pfennige“, kann sich der Unterrather Heinz Baumgarten noch gut erinnern. Er hat das Kino häufig mit Freunden besucht. „Viel mehr konnte man damals auch nicht in Unterrath machen.“ Erinnern kann er sich auch noch an die vielen „Durchhaltefilme“, die während des Krieges dort gezeigt wurden.

Nach dem Krieg, den das Kino unbeschadet überstand, bekamen die Lichtspiele Konkurrenz. Mundt, der zunächst ein neues Kino am Kleinschmitthauser Weg geplant hatte, baute den Saal an der Klinke zur Filmburg mit 489 Plätzen um. Die Lichtspiele wurden ab 1949 von dem neuen Pächter Arnold Jene geführt. Der will das Kino eigentlich auch erweitern, diese Pläne werden jedoch nie realisiert.

Ab 1965 besteht für das Grundstück eine Veränderungssperre, das heißt, neue Baumaßnahmen dürfen dort nicht mehr realisiert werden, da die Unterrather Straße an dieser Stelle erweitert werden soll. 1968 wird das Kino, wohl auch aufgrund schlechter Besucherzahlen, geschlossen. Das Gebäude wird bereits 1969 abgerissen.

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Einige Jahre länger konnten sich die Unterrather aber an der Filmburg erfreuen. „Als ich Kind war, wurden dort Sonntagsvormittags Filme für Familien gezeigt. Wir sind nach dem Gottesdienst in St. Bruno über den Friedhof gerannt, um pünktlich dort zu sein“, erinnert sich Andrea Trudewind. Auch Roger Eisert war bei diesen Vorstellungen zu Gast. „Ich bekam damals eine Mark Sonntagsgeld oder auch mal fünf Mark von meiner Oma zugesteckt, wenn ich dort zu Besuch war. Mehr als die Matinee-Vorstellungen am Sonntag um 11 Uhr für eine Mark war für mich und meinen besten Freund Andreas nicht drin. Meist wurden Trickfilme oder Kinderfilme gezeigt.“

Mundt führte die Filmburg bis 1978, wobei die letzten Jahre sehr mühsam waren. Immer mehr Besucher blieben aus und der Betreiber hatte deshalb kaum Geld, die Mängelliste der Bauaufsicht abzuarbeiten. Ab 1979 wurde der Saal für mehrere Jahre als Schuhmarkt genutzt. „Ich war in dieser Zeit mit Oberbürgermeister Klaus Bungert in dem Saal, um zu überlegen, ob dieser zu einem Versammlungsraum für Vereine umgebaut werden könnte. Aber das war wohl zu teuer“, erinnert sich Baumgarten. Anfang 2002 wird das Gebäude schließlich abgerissen, um Platz für den Bau des Seniorenzentrums Königshof zu schaffen.

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Quelle: RP