Kulturbauten in Düsseldorf

Rat beschließt Schumann-Museum

Kulturbauten in Düsseldorf: Rat beschließt Schumann-Museum Kulturbauten in Düsseldorf: Rat beschließt Schumann-Museum Foto: Bretz, Andreas
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Der Großteil des Projektes wird durch den Förderverein finanziert. Kostenpunkt für die Ausstellung: 728.000 Euro. Für das Museum werden das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss umgebaut.

Es gibt grünes Licht für den Bau des Schumann-Museums in der Carlstadt. Nach den bereits beschlossenen Sanierungsmaßnahmen des beschädigten Gebäudes, hat der Rat am Donnerstag die Errichtung und Ausstellungsausstattung beschlossen. Die Kosten dafür trägt zum Großteil der Förderverein „Schumann-Haus Düsseldorf“. Das Heine-Institut soll den Betrieb führen. Die Fakten im Überblick.

Die Idee

Im ehemaligen Wohnhaus von Robert und Clara Schumann an der Bilker Straße 15 soll ein Museum entstehen, dass das Leben und Wirken des Musiker-Ehepaares und das Düsseldorfer Musikleben im 19. Jahrhundert thematisiert. Das Schumann-Haus ist das einzige in seiner historischen Bausubstanz erhaltene Wohnhaus der Familie. Viele von Schumanns Werken entstanden in Düsseldorf. Unter anderem die Rheinische Symphonie, die Violinphantasie und einige Märchenerzählungen.

Das mehr als 200 Jahre alte Schumann-Haus ist seit 1983 denkmalgeschützt. Bevor mit den Ausstellungsarbeiten begonnen werden kann, müssen bauliche Schäden durch einen Pilzbefall am Gebäude saniert werden, heißt es in den Papieren der Stadt zum Thema. Zudem sollen denkmalgeschützte Bauteile restauriert und die Haustechnik erneuert werden.

Wie hoch sind die Gesamtkosten?

Die Kosten für die Ausführung und Finanzierung der Ausstellungsausstattung des Museums betragen 728.000 Euro. Der Förderverein „Schumann-Haus Düsseldorf“ hat laut Stadt einen Anteil von 700.000 Euro für die Umgestaltung zugesagt. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe betonte am Donnerstag seine Dankbarkeit für diese Unterstützung. Der Kulturausschuss schloss sich der Danksagung an.

Der ausstehende Betrag von 28.000 Euro soll nach derzeitigem Stand aus dem Haushalt der Stadt Düsseldorf finanziert werden. Zudem hat die Stadt dem Förderverein zugesagt, die derzeit an Dritte vermieteten Flächen – sobald sie frei sind – für Museumszwecke zur Verfügung zu stellen. Das teilte der Vorsitzende des Kulturausschusses Friedrich G. Conzen mit. Bekanntester Bewohner ist Cellist Thomas Beckmann.

Wie ist das Museum aufgebaut?

Für das Museum werden das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss umgebaut. Entstehen soll nun zunächst eine Museumsfläche von 650 Quadratmeter, 275 Quadratmeter davon werden Ausstellungsfläche. Der Hauptteil des Museums liegt dann im ersten Stock. Weil das Vorderhaus alleine zu klein wäre, entsteht im Hof ein neuer Erweiterungsbau. Zudem wird ein Aufzug für Barrierefreiheit installiert. Sabine Brenner-Wilczek, Direktorin des Heine-Instituts, beschrieb, dass das Museum einem „emotionalem Aufbau“ folgen soll.

Demnach solle die Ausstellung mit einem zeitgeschichtlichen und einem Teil zur Stadtgeschichte einstimmen. Danach folgt die Ausstellung einem Raumkonzept, bei dem es um die Personen der Familie Schumann geht, die Kinder des Musiker-Ehepaares, die alle in dem Gebäude gelebt haben, eingeschlossen. Neben Robert Schumann soll auch Clara Schumann einen eigenen Raum bekommen. Auch Zeitgenossen der Familie werden mit einem Raum bedacht. Darunter Heinrich Heine und bekannte Persönlichkeiten wie Johannes Brahms. Der abschließende Raum „Krankheit und Tod“ soll die letzten Lebensjahre und einen Selbstmordversuch von Robert Schumann thematisieren.

Was gibt es im Museum zu entdecken?

Das Heine-Institut stellt für das Schumann-Museum über 1000Exponate zur Verfügung. Darunter zum Beispiel auch den Schwanenfedermantel von Clara Schumann. Die Leitlinie des Schumann-Hauses soll jedoch „Musik entdecken“ sein, wie Sabine Brenner-Wilczek mitteilt. „Man wird keine geschriebene Note sehen, ohne die Vertonung zu hören“, so die Direktorin des Heine-Instituts. Zahlreiche interaktive Module und Klanggestaltungen sollen dass Gesehene erfahrbar machen. Texte, Bilder und Exponate sollen durch Touchscreens, interaktive Angebote und Video-Stationen ergänzt werden.

Wann kann das Schumann-Haus besucht werden? „Wir hoffen, dass mit der Sanierung bald begonnen wird“, sagte Conzen im Kulturausschuss am Donnerstag. Der aktuelle Terminplan sieht eine Fertigstellung und Eröffnung im Oktober 2020 vor.

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Quelle: RP