Kunst in Düsseldorf

Graffiti-Künstler bemalen Brücke

Kunst in Düsseldorf: Graffiti-Künstler bemalen Brücke Kunst in Düsseldorf: Graffiti-Künstler bemalen Brücke Foto: Hans-Juergen Bauer
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Beim 40 Grad Urban Art Festival sollen dauerhafte Motive entstehen, aber auch Bilder, die weiterentwickelt werden können. Wie bei der Hall of Fame an der Vennhauser Allee.

Die meisten Schriftzüge, die auf die Wände und Betonpfeiler geschmiert wurden, sind kaum zu entziffern. Namenskürzel oder Liebeserklärungen, ein gewisser „KSR“ hat sich mehrfach verewigt unter der Brücke der Jülicher Straße – mal mit weißer Farbe, mal mit grüner. Schön ist anders, findet André Simon (CDU), Mitglied in der Bezirksvertretung 1, der in Vennhausen lebt und fast täglich an der Hall of Fame an der Vennhasuer Allee vorbeikommt. „Ich bin Kind der 80er, hatte immer was übrig für Streetart“, sagt Simon, der im Frühjahr schließlich einen Antrag schrieb, damit es ein bisschen ansehnlicher wird unter der Brücke. Seiner Idee, einen weiteren Standort für Graffiti und Streetart freizugeben, hatten sich alle Fraktionen in der Bezirksvertretung 1 angeschlossen. Das Gremium hofft, dass eine legalisierte Fläche zur Verbesserung und Verschönerung beiträgt.

Und das soll auch schon bald passieren: Beim 40 Grad Urban Art Festival, das von der Düsseldorfer Künstlergruppe Farbfieber organisiert wird. 1300 Quadratmeter sollen vom 18. bis 22. September gestaltet werden, „manche Bilder werden dauerhaft bleiben, andere werden sich weiterentwickeln“, sagt Klaus Klinger, der in Düsseldorf kein Unbekannter ist. Mit Farbfieber bemalt er schon seit mehr als 40 Jahren Häuserwände, das Festival stellte die Künstlergruppe zum ersten Mal vor sechs Jahren auf die Beine. 2015 zum Beispiel fokussierten sich Klinger und sein Team auf den Gustaf-Gründgens-Platz, der komplett bemalt wurde. Jetzt sind es die Brücke unterhalb der Jülicher Straße und die Auf- und Abfahrrampen auf der Toulouser Allee/Ecke Marc-Chagall-Straße.

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Ein paar Bedingungen stellte die Politik an die Organisatoren, zum Beispiel, dass die Anwohner, die Jugendfreizeiteinrichtung und die Hochschule FOM eingebunden werden. „Wir haben auch mit Michael Szentei-Heise gesprochen wegen des angrenzenden Mahnmals für deportierte Juden“, sagt André Simon. Die Jüdische Gemeinde habe nichts gegen das Projekt, „solange nichts Antisemitisches, nichts Sexistisches gesprüht wird“, so Simon. Klaus Klinger kann sich sogar vorstellen, dass die Mahn- und Gedenkstätte am Entstehungsprozess einiger Motive mitwirkt, „der Kontakt ist da“, sagt Klinger, der das diesjährige Urban Art Festival mit dem Titel „Brücken Denken“ überschrieben hat. Einmal, weil Brückenpfeiler die Leinwand sind; „aber auch, um dem Gedenken an die Deportation und aktuellen Themen gerecht zu werden“, sagt Klaus Klinger.

Mehr als 60 Sprayer werden ab dem 18. September in Pempelfort arbeiten, die MaJo Brothers etwa, die hinter dem bekannten gelben Affen auf einer Hauswand an der Kölner/Ecke Eintrachtstraße stecken. Die ersten Tage werden sich die Profis um die dauerhaften Werke kümmern, es wird einen Treffpunkt am Gelände geben mit Musik und Drinks. Ab dem Wochenende dann lädt Farbfieber auch zu Workshops ein, an denen Kinder und Jugendliche teilnehmen können. „Bei Kinder- und Jugendversammlungen im Stadtbezirk 1 kam immer mal wieder der Wunsch auf, dass Flächen für Graffiti und Streetart freigegeben werden“, sagt André Simon, der hofft, dass sich die Hall of Fame in Pempelfort genauso entwickelt wie in Eller. Die Wände dort werden vom Verein Verbunt betreut, die bei regelmäßigen Aktionen durch die Graffitiszene neue Kunstwerke bekommen. „Die stark verschmierte Unterführung verwandelte sich in eine Galerie“, sagt Simon.

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Quelle: RP