Kunstwerke von Helge Achenbach in Düsseldorf-Flingern

Der späte Debütant

Kunstwerke von Helge Achenbach in Düsseldorf-Flingern: Der späte Debütant Kunstwerke von Helge Achenbach in Düsseldorf-Flingern: Der späte Debütant Foto: RP, Andreas Bretz
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In einer Galerie in Flingern zeigt Helge Achenbach seine Kunst. Die Galeriemeile rund um die Ackerstraße in Düsseldorf Flingern hat besonders an diesem Wochenende, an dem hier die neue Kunstsaison beginnt, einiges zu bieten.

Junge und aufstrebende Künstler werden ausgestellt, etablierte Granden der Szene gezeigt und verstorbene Exponenten der rheinischen Moderne für viel Geld verkauft. Daneben gibt ein Künstler mit gestandenen 66 Jahren in der Bespoke Gallery von Ulli Maier sein Ausstellungsdebüt mit abstrakten Landschaftsbildern. In roten, blauen und gelben Tönen schimmert die untergehende Sonne sanft im Bild und wird in der unteren Hälfte gespiegelt – die Szene erinnert an die ins Meer versinkende Sonne. Doch der Debütant ist kein Unbekannter in der Kunstwelt, die Arbeiten stammen von Helge Achenbach.

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Er war der Ikarus der Kunstwelt, sein Fall und die folgende Haftstrafe von vier Jahren haben aus dem einst gefeierten Kunstvermittler einen geläuterten Mann gemacht. Neben Reputation verlor er sein Vermögen und seine Ehe, er war ganz unten gelandet. Erst durch das Malen habe er in der Haft wieder Zuversicht, Halt und Durchhaltevermögen gefunden, sagt er

Und diese Vorgeschichte unterscheidet ihn daher auch von vielen anderen prominenten Malern, denn der gebrochene Lebenslauf und die heilende Kraft der Kunst spiegeln sich in Achenbachs Arbeiten. Sie besitzen eine eigentümliche Eindringlichkeit und Authentizität auf der einen Seite, andererseits sind sie aber auch verklärend romantisch. Vorlage für die Motive waren in der Haft Erinnerungen an Reisen nach Neapel, Lanzarote oder Kalifornien. Zunächst malte Achenbach Motive aus Reiseprospekten, so habe er sich in die Welt zurückgemalt, sagt er. Seit seiner Entlassung im Juli wohnt Achenbach bei Günter Wallraff in Köln in einem Dachgeschosszimmer, in dem auch schon Salman Rushdie nach der gegen ihn ausgesprochenen Fatwa untertauchte.

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Doch nur warten, was die Zukunft in der Freiheit bringt, ist für einen ehemaligen Zampano, wie er sich selber beschreibt, natürlich nichts. Bereits im freien Vollzug betreute der studierte Sozialpädagoge Suchtkranke und Geflüchtete. Diese Arbeit mit Menschen will Achenbach nun in seinem gerade erst gegründeten Verein „Kultur ohne Grenzen“ weiterführen. Auf einem Bauernhof in Kaarst sollen politisch verfolgte Künstler wohnen und arbeiten. Der Maler Achenbach hat sich in der niederrheinischen Ruhe bereits sein Atelier eingerichtet, dort entstanden auch die nun ausgestellten Arbeiten.

Der Erlös aus den Bildverkäufen wird für den Verein einen finanziellen Grundstock bilden. Denn das Gespür für den Kunstmarkt hat der 66-Jährige natürlich nicht verloren, die Preise rangieren von 1600 bis 12.000 Euro. Und dass die Bilder verkauft werden, davon kann man ausgehen. Denn sie sind nicht nur von einem Maler mit einem berühmten Namen, sondern sie sind auch interessant, authentisch, eindringlich und schön.

Info Bespoke Gallery, Ackerstr. 67., Freitag, 19 bis 22 Uhr; Samstag, 14 bis 18 Uhr; Sonntag, 16 bis 20 Uhr.

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Quelle: RP