Düsseldorfer Unternehmen öffnen ihre Werke

Lange Nacht der Industrie in Düsseldorf

Düsseldorfer Unternehmen öffnen ihre Werke: Lange Nacht der Industrie in Düsseldorf Düsseldorfer Unternehmen öffnen ihre Werke: Lange Nacht der Industrie in Düsseldorf Foto: Anne Orthen
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Der Verein „Zukunft durch Industrie“ sucht den Dialog mit Nachbarn, Umweltschützern und Mitarbeitern.

Für Rolf A. Königs ist die „Lange Nacht der Industrie“ eines der wichtigsten Events des Jahres. Allein in der Industrieregion Rhein-Ruhr öffnen dann wie auch bundesweit über 80 Unternehmen ihre Werkshallen und bieten 100-minütige Touren durch die Produktion an. „Eine einmalige Gelegenheit zu sehen, was und wie in dem Werk um die Ecke produziert wird, an dem die Leute jeden Tag vorbeifahren“, sagt Königs, Geschäftsführer der AUNDE-Gruppe und Vorsitzender des Vereins „Zukunft durch Industrie“.

Den Besuchern bietet sich dann auch die Gelegenheit, direkt mit den Industriellen in Kontakt zu kommen und Fragen zu immer wichtiger werdenden Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu stellen. Denn gerade dort hat die Industrie durch Skandale wie die Dieselaffäre Vertrauen innerhalb der Bevölkerung verloren. „Umso wichtiger ist es deshalb, dass wir Unternehmen nun gewisse Dinge klarer machen und geraderücken. Und das geht nur über den Dialog“, sagt Königs.

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Diesen Dialog zu ermöglichen, verfolgt der Verein „Zukunft durch Industrie“ seit seiner Gründung im Jahr 2010. Damals im Zuge der Weltwirtschaftskrise allerdings noch unter veränderten Voraussetzungen.

„Der Trend in Deutschland ging hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft und weg von der Industrie“, sagt Königs. „Dabei machte eine starke Industrie damals wie heute mehr als einen Viertel der Bruttowertschöpfung unseres Landes aus. Wir wollen der Bevölkerung das Verständnis nahebringen, wie essenziell eine moderne Industrie für den Wohlstand in Deutschland ist.“ Dabei zieht er den Vergleich zu industrieschwächeren Nationen, in denen beispielsweise die Jugendarbeitslosigkeit teils bei über 25 Prozent liege.

Heute haben sich die Zielvorgaben ein wenig geändert. Wirtschaften im Sinne der Umwelt ist nun eines der vorrangigen Themen, an denen die Bevölkerung die Industrie misst. Für Königs gehören dabei aber mehrere Faktoren zusammen. „Ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich sind da die drei Stichworte. So ein Verständnis zu etablieren, geht nur, indem wir die Leute in die Betriebe einladen, sie mitnehmen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“

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Der Verein mit seinen 160 Mitgliedern versteht sich deshalb als gesamtgesellschaftliche Initiative. Vom Azubi über den Umweltaktivisten bis zum Manager kann und soll jeder Teil haben und an den Mitgliederversammlungen mitwirken – mit Ausnahme von Politikern. „Wir wollen eine neutrale Dialogplattform bleiben“, betont Königs.

Vor allem junge Leute, die ihre Ideen und Vorschläge einbringen, hofft der Verein nun vermehrt zu erreichen. „Wir brauchen diesen Generationsaustausch, um auch mal einen Perspektivwechsel zu bekommen“, erklärt Sabrina Herrmann, stellvertretende Vereinsvorsitzende und Sprecherin der Siemens-Niederlassung in Düsseldorf. Um jungen Menschen Wege und Karrierechancen in der Industrie aufzuzeigen, hat der Verein ein großes Jugendangebot etabliert. So werden Schülern über die „Schülerakademie“ Schnuppertage in verschiedenen Unternehmen wie dem Flughafen Düsseldorf ermöglicht.

Beim Format „Wege in den Job“ stellen Berufstätige an der Heine-Universität den Studenten ihren persönlichen Einstieg in den Job vor. Und dabei erwähnt werden sollte das Dialogformat „Up2Date“, bei dem Studenten hochrangige Unternehmensvertreter direkt mit Themen wie Nachhaltigkeit konfrontieren können.

Christopher Trinks

Programm Unter www.zukunft-durch-industrie.de finden sich alle Informationen zu den Events und der Mitgliedschaft im Detail. Die nächste „Lange Nacht der Industrie Rhein-Ruhr“ findet am 19. September statt.

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Quelle: RP