Auftakt der Literaturtage mit Sascha Lobo

Die erste Lesung in der Corona-Zeit

Auftakt der Literaturtage mit Sascha Lobo: Die erste Lesung in der Corona-Zeit Auftakt der Literaturtage mit Sascha Lobo: Die erste Lesung in der Corona-Zeit Foto: Anne Orthen
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Blogger und Autor Sascha Lobo las zum Auftakt der Düsseldorfer Literaturtage aus seinem Buch „Realitätsschock“. Es war die erste Lesung in der Landeshauptstadt seit der Coronakrise.

„Wir finden statt“ steht auf den Plakaten der „10. Düsseldorfer Literaturtage“. Denn was bis Anfang des Jahres fraglos war, stand letztendlich doch auf der Kippe: Können die Literaturtage in der Corona-Zeit stattfinden? Ja, aber mit abgespecktem Programm und unter Einhaltung eines Hygienekonzepts. Und die Generalprobe für dieses Konzept war die Auftaktveranstaltung am Dienstagabend: eine Lesung von Sascha Lobo im Gerhart-Hauptmann-Haus.

Wie so vieles in der heutigen Zeit waren die Umstände der Veranstaltung ungewöhnlich. Das begann bereits mit der unerlässlichen Anmeldung. Nur wer sich unter Angabe seiner Kontaktdaten beim Literaturbüro angemeldet hatte, durfte am Abend der Veranstaltung ins Haus. Die Gästeliste wurde am Eingang von maskierten Helfern abgehakt; den Eingangsbereich zierten ein Desinfektionsspender, Wegmarkierungen sowie Schilder, die auf die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung hinwiesen. Erst am Sitzplatz angekommen, durfte die Maske abgezogen werden.

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Die Auftaktveranstaltung fand im Eichendorff-Saal statt. Dieser fasst bei voller Bestuhlung etwa 120 Personen. In Zeiten von Corona sieht das anders aus: Fünf Reihen à sieben Tische stehen im Saal. An jedem Tisch steht ein Stuhl. Der Mindesabstand zum Sitznachbarn ist gewährleistet. Ärgerlich für die Organisatoren: Obwohl die Nachfrage das Angebot übertraf, waren nicht alle Plätze belegt. Gäste seien einfach nicht gekommen oder hätten kurzfristig abgesagt, teilt das Literaturbüro mit. Wer nicht kommen kann, solle sich unbedingt zeitnah melden, damit die Plätze neu vergeben werden können, heiß es bereits im Vorfeld. Daran hielten sich einige offenbar nicht und nahmen damit anderen Interessierten die Chance zur Teilnahme.

Die Lesung selbst lief – den Umständen entsprechend – normal ab. Michael Serrer, der die Veranstaltung moderierte, freute sich, dass die Literturtage stattfinden können. Verwies jedoch direkt auf das einstündige Zeitlimit der Lesung, das das Hygienekonzept vorsieht. Diese Stunde füllte Autor und Blogger Sascha Lobo mit einer nachdenklich stimmenden Lesung. Es sei seine „erste Corona-Veranstaltung“, erklärte Lobo. Doch als er begann, aus seinem Buch „Realitätsschock – Zehn Lehren aus der Gegenwart“ zu lesen und die Zeilen mit persönlichen Anmerkungen, Bildern und Videos zu schmücken, schienen all die Umstände in weite Ferne gerückt zu sein. Der Autor gab Denkanstöße, sorgte gleichzeitig für einige Lacher.

Das Thema Corona blieb selbstredend nicht aus. Die Pandemie sei ein Beispiel für einen „Realitätsschock“. „Die Welt ist fragiler, als wir es gedacht haben“, sagt Lobo über den „Coronaschock“. Zudem setzte Corona der Fragerunde ein jähes Ende: Das Zeitfenster war vorüber, und die Gäste wurden gebeten, reihenweise, geordnet von hinten nach vorne, das Haus zu verlassen. Damit war die Generalprobe ohne grobe Patzer gelungen. Sie ebnet den Weg für die weitere Lesungen der Literaturtage.

Weitere Infos zu den Düsseldorfer Literaturtagen unter www.duesseldorfer-literaturtage.de

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Quelle: RP