Messe Düsseldorf baut Haupteingang am Rhein

„Das bedeutendste Bauprojekt in der Geschichte der Messe“

Messe Düsseldorf baut Haupteingang am Rhein: „Das bedeutendste Bauprojekt in der Geschichte der Messe“ Messe Düsseldorf baut Haupteingang am Rhein: „Das bedeutendste Bauprojekt in der Geschichte der Messe“ Foto: Messe Düsseldorf, Ansgar M. van Treeck

Die Düsseldorfer sind es gewohnt, für herausragende moderne Architektur in den Medienhafen zu fahren. In einem Jahr können sie dafür auch den Düsseldorfer Norden ansteuern: Am Rhein entsteht die Neue Messe Süd, zu der ein dreieckiges Vordach gehört, das an seiner längsten Seite 172 Meter misst – es überspannt spektakulär eine Fläche, die Vorfahrtsbereich und Eventfläche zugleich ist. Hinzu kommen ein geräumiges Foyer und die neue Halle 1, die die alten Hallen 1 und 2 ersetzen.

Die Messe, weltweit erfolgreiche Tochter der Stadt Düsseldorf und Umsatzbringer für viele lokale Unternehmen, gewinnt mit diesem Projekt sehr vieles: eine architektonische Visitenkarte, gleichzeitig öffnet sie sich zur Stadt. Messe- und Kongresskunden können aus dem Foyer und sogar aus den Sälen in Richtung Rhein schauen oder in den Nordpark, der überdies zwei neue Eingänge erhält. Wer aus den Hallen mal ins Grüne möchte, muss dann nur noch die Straßenseite wechseln. „So etwas bietet kein anderes Messegelände in Deutschland“, sagt Architekt Jurek Slapa, der mit seinen Kollegen vom Büro SOP die Neue Messe Süd entworfen hat. Für Messe-Chef Werner Dornscheidt ist sie „das bedeutendste Bauprojekt in der Geschichte unseres Unternehmens und ein Meilenstein in der Weiterentwicklung unseres Messeplatzes.“

Interessante Fakten der Messe

Die Halle Die neue Halle ist 158 Meter lang, 77 Meter breit und bietet gut 12.000 Quadratmeter Fläche. Von der Halle gibt es eine Brücke zum CCD Süd. Diese Verbindung hat strategische Bedeutung: Immer öfter gehören zu Messen auch Kongresse, Workshops oder andere Lernveranstaltungen. „Messen werden zunehmend zum Hotspot für Innovationen und Wissensvermittlung, über Foren und begleitende Konferenzen bleiben unsere Kunden am Puls der Zeit“, sagt Dornscheidt. Sechs teilbare Konferenzräume sind an die Halle 1 angedockt, je 198 Menschen finden darin Platz. Spektakulär sind die beiden Säle, die in einem goldfarbenen Kubus untergebracht sind, der in das neue Foyer ragt. Die Säle haben eine Glasfront, wer hier sitzt, kann zum Rhein oder zum Nordpark schauen.

Das Vordach Das architektonische Ausrufezeichen bildet das 20 Meter hohe Vordach, in Kürze werden die ersten von insgesamt 19 Stützen gestellt. Sie haben 27,5 Meter Meter Spannweite, die Atmosphäre wird luftig sein. 7800 Quadratmeter groß ist das transluzente Dach. Mittels LED-Bändern, die zusammen 1,5 Kilometer lang sind, können die Rhomben unterschiedlich beleuchtet werden, meist leuchtet ein mattes Weiß. Unter dem Dach befinden sich Taxivorfahrten, Haltestellen für Busse und der Eingang in die neue Tiefgarage (300 Plätze).

Die Qualität und Multifunktionalität der Neuen Messe Süd verleihen ihr eine Ausnahmestellung. Dornscheidt betont, dass man kontinuierlich in das Gelände investiere und es den Bedürfnissen der Kunden anpasse. Als Ensemble biete die Neue Messe Süd weitere Möglichkeiten: „Es entsteht ein separat zugängliches ,kleines Messegelände‘, das besonders für Gastveranstaltungen und Kongresse jeder Größe gut nutzbar ist und uns bei Auf- und Abbau flexibler macht.“

Oberbürgermeister Thomas Geisel spricht von einer „spektakulären neue Landmarke, die den Vergleich mit anderen Düsseldorfer Architektur-Ikonen wie Kö-Bogen oder Medienhafen nicht zu scheuen braucht.“ Die Messe sei ein Aushängeschild der Stadt, Symbol und Treiber der Internationalität Düsseldorfs. Sie unterstreiche mit diesem Projekt ihre Position als eine der führenden Messegesellschaften weltweit. „Mit der Neugestaltung des südlichen Bereichs ihres Geländes erfolgt ein weiterer Schritt in der urbanen Entwicklung, der Düsseldorf nicht nur für die Besucherinnen und Besucher der Messe, sondern auch für alle Architekturfans noch attraktiver macht. Kurz gesagt, hier präsentiert sich Düsseldorf ,at its best‘.“

Ein umfangreiches Bauprojekt

Es wurden bisher 4000 Ladungen Beton für den Rohbau verwendet. Nach dem Abriss der Hallen 1 und 2 ist die neue Halle 1 bereits erkennbar, Glas und Haustechnik werden bereits verbaut. Beim Rohbau wurden 4000 Beton-Lkw-Ladungen und 4200 Tonnen Betonstahl verbaut. Auf der Baustelle sind fünf Kräne im Einsatz, der höchste hat eine Hakenhöhe von 50 und einen Ausleger von 65 Metern. Das Vordach ist so groß wie ein Fußballfeld, jede der 19 Schleuderbeton-Fertigteilstützen wiegt 12,5 Tonnen. Die Stahlkonstruktion wiegt 1100 Tonnen, davon 60 Tonnen Edelstahl.

Quelle: RP