Neubau oder Sanierung

Düsseldorf träumt von einer neuen Oper

Neubau oder Sanierung: Düsseldorf träumt von einer neuen Oper Neubau oder Sanierung: Düsseldorf träumt von einer neuen Oper Foto: Projektschmiede
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Die Sanierung des Bestandsbaus an der Heinrich-Heine-Allee würde mehr als 100 Millionen Euro kosten - gewinnen würde die Oper dadurch nichts. Daher favorisieren immer mehr Düsseldorfer einen Neubau. Die Entscheidung fällt 2019.

Kopenhagen hat eine, Oslo und Valenzia auch. Köln doktert daran herum, Frankfurt will den großen Wurf. Eine neue Oper! Der Gedanke elektrisiert Politiker in vielen Städten. Denn eine neue Oper – am besten in spektakulärer Architektur verwirklicht – kann zum Wahrzeichen werden.

Sydney hat dies für alle Welt vorgemacht, inklusive großer Probleme, über die niemand mehr spricht. Als die Oper 1973 eröffnet wurde, geschah dies acht Jahre später als geplant und zum 15-fachen Preis. In Deutschland denkt man da gleich an die Elbphilharmonie. Solche Diskussionen möchte sich Düsseldorf ersparen, wenn das neue Traumprojekt der Stadt angepackt wird: Abriss und Neubau der Oper an gleicher Stelle, nur ein paar Meter von der Kö entfernt am Rand des Hofgartens.

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Die Diskussion in der Landeshauptstadt nimmt Fahrt auf, da der bauliche Zustand des Komplexes gegenüber der Kunstsammlung NRW untersucht wurde. Die Oper ist nach dem Krieg wieder aufgebaut worden, die Bausubstanz ist dementsprechend. Gut 30 Millionen Euro sind vor zehn Jahren in das Haus gesteckt worden, nun könnten es fürs marode Dach und feuchte Mauern weitere 20 Millionen werden.

Für die nächsten 25 Jahre beziffert man den Sanierungsbedarf auf mindestens 100 Millionen Euro. Es verwundert nicht, dass jetzt die Frage gestellt wird: Lohnt sich das, zumal die Oper selbst nichts dadurch gewönne außer eben wieder „in Ordnung“ zu sein?

Der Oberbürgermeister, der Freundeskreis, die CDU und die FDP tendieren in Richtung Neubau. Manfred Neuenhaus, Fraktionschef der Liberalen, hatte bereits vor einem Jahr für einen Neubau im Medienhafen geworben. Davon ist er abgerückt. Zu eindeutig legten sich viele Bürger darauf fest, nicht auf eine Oper in der Innenstadt verzichten zu wollen. Den Hafen hatten vor zwölf Jahren bereits CDU-Politiker vorgeschlagen, dann aber entstand auf der Hafenspitze der Doppelturm mit dem Hyatt-Hotel.

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Im Laufe dieses Jahres soll die Grundsatzentscheidung gefällt werden: neue Oper ja oder nein? Düsseldorfs Kulturdezernent Lohe will die Frankfurter Ausstellung über große Theaterneubauten nach Düsseldorf holen. Denn wenn gebaut wird, dann soll es eine Oper für das 21. Jahrhundert werden. Was das kostet? In der Mainmetropole sind für Oper und Theater 800 Millionen Euro eingeplant, die Oper in Oslo kostete 550 Millionen Euro (ohne Einrichtung), die Sanierung in Köln war zunächst auf 253 Millionen Euro veranschlagt, jetzt rechnet man mit mindestens 570 Millionen Euro.

Auf Düsseldorf kommt also eine vielschichtige Diskussion zu – inklusive der Idee, auf die Oper einen Turm mit Aussichtsebene, Restaurant und Bar zu setzen. Er wäre der kleinere Bruder des benachbarten Dreischeibenhauses.

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Quelle: RP