Projekt Kö-Bogen

Mehr Düssel für den Hofgarten

Projekt Kö-Bogen: Mehr Düssel für den Hofgarten Projekt Kö-Bogen: Mehr Düssel für den Hofgarten Foto: Andreas Bretz
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Lange floss Düsseldorfs Namensgeberin zwischen Goltsteinbrücke und Landskrone nur unterirdisch. Jetzt hat sie wieder ein Flussbett an der frischen Luft – und drei neue Brücken bekommen.

Die Düsseldorfer haben künftig wieder mehr von der Düssel: Zwischen Goltsteinbrücke und Landskrone fließt der nördliche Teil des Flüsschens ab sofort wieder oberirdisch. Am Dienstag wurde das neu gebaute Flussbett bei einem offiziellen Termin mit Baudezernentin Cornelia Zuschke und dem Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, Ingo Pähler, geflutet. Künftig können Fußgänger und Radfahrer die Düssel auf diesem Abschnitt zudem über drei neu gebaute Brücken überqueren. Kosten für ihren Bau und die Offenlegung der Düssel: 2,7 Millionen Euro.

„Die Flutung der Düssel wird heute auch von der Bürgerschaft wahrgenommen, denn endlich wurden hier alte Wege wiederhergestellt“, sagte Zuschke am Dienstag. Tatsächlich waren Königsallee und Hofgarten früher direkt miteinander verbunden. Durch die Neuordnung der Innenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich das zugunsten des Autoverkehrs. Durch das städtebauliche Großprojekt Kö-Bogen wurde diese Verbindung nach und nach wieder aufgebaut: Jetzt trennt nur noch die Straßenbahntrasse zwischen den Libeskind-Bauten und dem Dreischeibenhaus den Teil des Hofgartens entlang der Goltsteinstraße die historische Parkanlage von Kö und Landskrone. Historiker gehen davon aus, dass die Düssel schon viel früher kanalisiert worden ist, und zwar Mitte des 19. Jahrhunderts mit Bau der Goltsteinstraße.

Neue Brücken für die Düssel

Während der Bauzeit für die Offenlegung und die Brücken wurde sie in den vergangenen fast anderthalb Jahren durch Rohre umgeleitet. Sie werden in den nächsten Tagen abgebaut. Die neuen Brücken sind zwischen 2,75 und 4,78 Meter breit und zwischen 7,85 und 8,97 Meter lang. Zwei von ihnen liegen westlich und eine östlich der Straßenbahnbrücke. An der Mündung zur Landskrone hat die Stadt auch eine Fischtreppe errichtet, damit Fische die Verbindung, mit der ein leichter An- und Abstieg des Wassers verbunden ist, nutzen können.

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Das Gelände rund um die neuen Brücken und die offengelegte Düssel ist indes noch lange nicht fertig: Bäume werden dort noch gepflanzt, entlang des Gewässers werden außerdem noch Laternen aufgestellt. „Und das ist dann tatsächlich die Stelle, wo Altes auf Neues trifft“, sagt Cornelia Zuschke. Bedeutet: Auf der Hofgarten-Seite des Flusses werden die historischen Gaslaternen aufgestellt, auf der anderen Seite, jener Seite auf der das Dreischeibenhaus steht, werden die Kö-Bogen-Laternen aufgestellt.

Bis das große städtebauliche Projekt vollständig fertig ist, dauert es noch eine Weile: Zwar wurden in diesem Jahr beispielsweise 3800 Quadratmeter Pflaster vom Joachim-Erwin- bis zum Corneliusplatz verlegt, wurden Letzterer und der Stadtbalkon am Nordende der Kö neugestaltet. Gustaf-Gründgens-Platz und Schadowstraße müssen aber noch umgestaltet werden. Damit soll 2019 begonnen werden. Vergangene Woche hat der Stadtrat in seiner Haushaltssitzung für 2019 insgesamt 32,7 Millionen Euro für Maßnahmen rund um den Kö-Bogen freigegeben. Parallel laufen außerdem die Arbeiten am so genannten Ingenhofen-Tal, wo an der Schadowstraße ein riesiges, begrüntes Einkaufszentrum entsteht.

Ermöglicht wurde die Entwicklung des gesamten Areals durch den Bau der Wehrhahn-Linie: Durch die Verlegung der Straßenbahnen in den Untergrund verlor der Jan-Wellem-Platz seine Bedeutung als zentraler Verkehrsknotenpunkt. Dort konnte also neu gebaut und geplant werden. Durch den Abriss des Tausendfüßlers und den Bau des Kö-Bogen-Tunnels entstanden in den vergangenen Jahren außerdem viele Freiflächen mit Aufenthaltsqualität.

Kleiner Fluss mit großem Namen

Düssel Düsseldorfs Namensgeberin ist 40 Kilometer lang, entspringt in Wülfrath und mündet in der Altstadt in den Rhein.

Verlauf Oft ist die Düssel versteckt, im Untergrund oder verläuft durch Hinterhöfe. Es gibt aber immer mehr Bestrebungen, sie sichtbarer zu machen.

Quelle: RP