Eine Woche nach der Eröffnung in Düsseldorf-Eller

Was klappt und was klappt nicht im Skatepark

Eine Woche nach der Eröffnung in Düsseldorf-Eller: Was klappt und was klappt nicht im Skatepark Eine Woche nach der Eröffnung in Düsseldorf-Eller: Was klappt und was klappt nicht im Skatepark Foto: Andreas Bretz
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Skatebord-Fahrer, Inline-Skater und BMX-Fans teilen sich die rund zwei Millionen Euro teure Anlage. Durch die enorme Sonnenbestrahlung der vergangenen Tage dehnte sich der Beton auseinander, sodass erste, haarfeine Risse an einigen Stellen im Boden sichtbar wurden.

Am Beton des Skateparks Eller ist die erste Woche seiner Nutzung nicht spurlos vorübergegangen. Die vielen Bremsstreifen auf den Rampen geben ein deutlichen Hinweis darauf, dass viele Stürze, Sprünge und Tricks probiert wurden.

Auch die Witterungsbedingungen haben ihre Spuren in der Anlage hinterlassen. Durch die enorme Sonnenbestrahlung der vergangenen Tage dehnte sich der Beton auseinander, sodass erste, haarfeine Risse an einigen Stellen im Boden sichtbar wurden. Die sind allerdings noch derart fein, dass das Fahrgefühl der zahlreichen Skater und BMX-Fahrer davon nicht beeinträchtigt wird. „Wir beobachten die Stellen natürlich, damit sie ausgebessert werden, falls sich die Risse vergrößern“, erklärt Mike Jahner.

Skate Park Düsseldorf Eller (3) (image/jpeg)

Jahner ist einer der sechs Mitarbeiter des Stadtsportbundes, welche die Anlage täglich betreuen. Er leistet dort sportpädagogische Arbeit, gibt Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verletzungen und fegt auch mal kleine Steinchen des Schotter-Parkplatzes von den Rampen. In erster Linie ist der Sozialpädagoge und Hobby-Skater aber Ansprechpartner für alle Besucher des Parks. „Da kommt es schon häufiger vor, dass mich jemand fragt, ob ich ihm einen Trick zeigen kann.“ Sein Hauptanliegen ist es, für eine entspannte Atmosphäre unter den täglich gut 200 Skatern zu sorgen.

Dass sich die Anhänger der verschiedenen Gefährte bisher so gut verstehen, ist für einen Skatepark jedoch nicht selbstverständlich, wie Marc Lorrer erzählt. Gerade BMX-Fahrer und Skater würden sich in der Regel nicht sonderlich vertragen.

Nach seinem ersten Besuch in der Anlage zieht der 25-Jährige deshalb ein überraschend positives Fazit. „Man kommt sich immer ein bisschen in die Quere, wenn es so voll wie heute ist. Aber die Leute verständigen sich gut untereinander und das ist das Wichtigste“, sagt der Medien- und Kommunikationsstudent aus Aachen. Schwieriger sei es da schon mit der jüngeren Generation, die die offiziellen und inoffiziellen Regeln eines Skateparks noch nicht kennen. „Zum Beispiel, dass man nicht mitten in der Bowl stehen bleibt.

Skate Park Düsseldorf Eller (1) (image/jpeg)

Lässt man den Blick über die Anlage schweifen, zeigt sich jedoch Überraschendes in der Verteilung. Während sich Rollschuh- und Tretrollerfahrer eher auf der „Street-Area“ wohl fühlen, tummeln sich in der „Flow“- und der „Bowl-Area“ eher Skateboarder und BMX-Fahrer.

Für Felix Berg ist gerade diese Diversität das Größte am Skatepark. „Ich finde die Anlage toll! Gerade deshalb, weil sie nicht nur für Skateboarder gemacht wurde“, sagt der Zehnjährige. In seinem Wohnviertel Flingern gäbe es zwar auch Rampen. „Die sind aber eher nur für Skateboards geeignet.“ In Eller kann er mit seinen Rollschuhen nun endlich ein bisschen fahren – während Mama Dorotheé entspannt vom Pavillon zuschauen kann

Des einen Freud kann auch des anderen Ärgernisses sein. Christopher Sturm aus Neuss sieht noch Verbesserungsbedarf am Skatepark. „Dafür, dass die Anlage über zwei Millionen Euro gekostet hat, hätte man die ein größer machen können“, findet der 25-Jährige. Gerade für BMX-Fahrer sei die Fläche manchmal zu eng bemessen. Auch würde er sich ausleihbare Schaumstoffmatten als Schutz beim Ausprobieren von waghalsigen Tricks wünschen, wie er es aus einer Halle in Wuppertal bereits kennt.

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Da er jedoch früher selber mit dem Skateboard angefangen hatte, bevor er auf das Fahrrad umstieg, mildert er sein Urteil über den Skatepark noch einmal ab. „In Deutschland wird für diesen wachsenden Sport ja sonst nicht so viel gemacht. Hoffentlich wird der Skatepark hier ein Grundstein für andere Städte, damit nachzuziehen.“

Sozialpädagoge Jahner sieht viel Potential bei der Nutzung des Skateparks. Gerade für den Bereich „Streetwork“ sei eine derartige Anlaufstelle, an denen sich die Jugendliche treffen, sehr wichtig. „Man hat die Jugendlichen vor Ort zusammen, kann auf einer Augenhöhe mit ihnen reden und sozialpädagogisch auf sie einwirken. Etwa, um ihnen mit dem Sport eine Perspektive geben zu können.“

Aus eigener Erfahrung weiß er, dass ein Skatepark auch ein gutes Mittel zur Inklusion sein könnte. Für die Zukunft seien jedenfalls Kooperationen mit der nahen Lore-Lorentz-Schule oder der Dieter-Forte-Gesamtschule angedacht, um Skaten für den Schulsport interessant zu machen.

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Quelle: RP