"Three Places" in Düsseldorf

Spaziergang mit Teigtasche

"Three Places" in Düsseldorf: Spaziergang mit Teigtasche "Three Places" in Düsseldorf: Spaziergang mit Teigtasche Foto: Andreas Endermann
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"Three Places" möchte Unterhaltung und Stadtführung an drei besonderen Orten verbinden. Die erste Ausgabe führte ins Japanviertel. Das Konzept überzeugte jedoch nicht vollständig.

Das japanische Viertel ist einzigartig in Deutschland. In der Immermannstraße und ihren Seitenstraßen gibt es einiges zu entdecken, sagt David Holtkamp. „Ich wohne hier um die Ecke“, sagt der Chefredakteur des Online-Magazins „The Dorf“. „Oft weiß man seinen eigenen Stadtteil gar nicht zu schätzen. Dabei liegt manches einfach nur ein bisschen versteckt.“

Verstecktes sichtbar zu machen – das verspricht die neue Veranstaltungsreihe „Three Places“. Am Samstag fand die erste dieser Stadtviertelführungen statt, bei der die Teilnehmer drei Orte in einem Kiez näher kennenlernen sollen – Live-Musik inklusive. Holtkamp richtet die Reihe mit seinem Partner André Janßen vom Konzertveranstalter „Goldmucke“ aus. Eine Karte kostet 24 Euro. Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen.

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Die Führung beginnt im „Max Brown Hotel Mitdtown“. Die Lounge ist gemütlich, die Kassettendecke und der Billard-Tisch erinnern an einen englischen Pub. Comedian Michael Ulbts führt durch den Abend. 50 Teilnehmer sind gekommen. „Jede Führung beginnt an einem Treffpunkt, wo sich die Teilnehmer kennenlernen können“, erklärt Holtkamp. „Hier sollen die Leute am Ende auch Eindrücke austauschen.“

Für diese Menge an Teilnehmern ist die Lobby ein wenig klein, aber die Gruppe soll sich ja auch schnell dreiteilen. Nur die erste verweilt zunächst hier. Der Singer-Songwriter „Herr Simon Klemp“ unterhält sie als erster Live-Act des Abends, während die anderen beiden Gruppen auf Erkundungstour losziehen.

Schnell wird klar: Eine klassische Führung durchs Japan-Viertel wird das hier nicht. Zwar gibt Holtkamp bereitwillig Auskunft über die Gegebenheiten des Viertels. Interessierte müssen allerdings erst nachfragen. Ein Informations-Rundumschlag, bei dem man hinterher reichlich übers Viertel gelernt hat, ist das nicht.

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Immerhin: Informationen über fernöstliche Kultur gibt es reichlich bei „Anmo Art/Cha“, einer Kombination aus Teeladen und Galerie. Kunst wird leider aktuell nicht ausgestellt. Inhaberin Anna Friedel führt dafür in die Geheimnisse der – allerdings chinesischen – Teekultur ein. Zum Probieren gibt es einen ganz speziellen Pu-Ehr-Tee aus Blättern eines sogenannten Teekuchen. Gepresst und fermentiert besitzt er in China einen ähnlichen Stellenwert wie Wein.

Der dritte Halt befindet sich an der Immermannstraße. „Trains – mein Asiamarkt“ ist durch seine prominente Lage sicher kein Geheimtipp. Die Teilnehmer laufen durch die Regalreihen des Supermarkts. Wer genau hinter diesem Laden steht, erfährt man nicht. Warum die Organisatoren diesen Stopp gewählt haben? „Die Kombination aus Supermarkt und Bistro ist hier einzigartig“, sagt Holtkamp. Die Teilnehmer probieren Gyoza (japanische Teigtaschen) und den ersten in Deutschland produzierten Shochu-Schnaps. Die Pantomime-Künstlerin „Wootah“ performt vor Ort.

„Die Veranstaltung ist cool gemacht, besonders für junge Leute“, sagt Teilnehmerin Tanja Voskoboj. „Super spannend fand ich allerdings nur den Teeladen. Da meine Familie aus Russland stammt, trinke ich häufig und gerne Tee. Den Laden hätte ich sonst wohl nicht gefunden.“

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Quelle: RP