Kunst in der Stadt

Voodoo-Fetisch in Derendorf

Kunst in der Stadt: Voodoo-Fetisch in Derendorf Kunst in der Stadt: Voodoo-Fetisch in Derendorf Foto: Marc Ingel
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Petr Zubek hat an der Ulmenstraße eine Galerie eröffnet, in der hauptsächlich afrikanische Kunst gezeigt wird.

Petr Zubek ist ein vielseitiger Künstler, hat an der Kunstakademie bei Uecker studiert, später viel mit neuen Medien, mit Videokunst und 3D-Animationen gearbeitet, jetzt beschäftigt er sich gerade mit Kohlezeichnungen, die gerne mal fünf Meter breit sein dürfen. Und Petr Zubek hat eine Galerie aufgemacht, an der Ulmenstraße, in einem ehemaligen Antikgeschäft, nicht sehr groß, aber schön gelegen. Das hat einen bestimmten Hintergrund, denn der gebürtige Tscheche hat eine Leidenschaft: Er ist fasziniert von afrikanischer Kunst, von Voodoo und Fetisch-Objekten.

„Das begann so 1991, als ich mal einen Dokumentarfilm auf Arte gesehen hatte“, erzählt der 52-Jährige. Später hat er mit einem Ethnologen Afrika bereist, Kamerun, Benin, Togo, Tansania, Sansibar, war dort, wo Touristen nie auch nur einen Fuß hinsetzen würden, „da habe ich meine ersten beiden Objekte gekauft“, sagt Zubek, der sich seit gut zehn Jahren als Sammler afrikanischer Kunst bezeichnet. „Es ist diese stark physisch geprägte Welt, die mich an dem Kontinent Afrika so fasziniert“, erklärt Zubek.

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In der Galerie mit seinem riesigen Schaufenster, das den Blick auf alle ausgestellten Stücke freigibt, will er keineswegs nur seine eigene Sammlung ausstellen, sondern immer auch anderen Künstlern ein Podium bieten, gerne Afrikanern, aber nicht ausschließlich. „Es muss einfach passen“, sagt der Neu-Galerist, der nicht unbedingt damit rechnet, in näherer Zeit viel Geld damit zu verdienen, dafür ist vor allem sein Job als Illustrator für die Werbebranche da.

Aktuell sind in der Derendorfer Galerie neben den afrikanischen Kunst- und Kult-Objekten Arbeiten von Pavel Zamikhovsky (Keramik-Künstler aus Köln), Hermann Becker (Künstler und Designer aus Krefeld) sowie Brian Otieno (junger Fotograf aus Nairobi) zu sehen. Auch auf Otieno ist Petr Zubek beim Ansehen eines Arte-Films aufmerksam geworden, hat ihn kontaktiert, „und er hat sich gefreut, bei mir seine Fotos zeigen zu dürfen“. Inzwischen hat auch die New York Times ihm eine große Foto-Dokumentation gewidmet. So schnell kann das manchmal gehen.

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Was Zubek bei afrikanischer Kunst oft festgestellt hat, ist deren Funktionalität. „Die Kunstwerke sollen nicht unbedingt schön aussehen, man kann sie auch selten an die Wand hängen. Sie dienen vielmehr zumeist als Schutzobjekt, sollen Götter gnädig stimmen und strahlen so eine unglaubliche Kraft aus“, beschreibt er seine persönlichen Empfindungen. Dennoch würden die großen wie kleinen Skulpturen einen hohen ästhetischen Wert haben, „und das sollen auch gerne andere sehen, das war ein Grund, warum ich die Galerie eröffnet habe“, sagt der 52-Jährige.

Prinzipiell leistet sich Petr Zubek die Galerie aber zuallererst für sich selbst. Zu den Kunstpunkten im September will er den großen Raum leerräumen und nur seine eigene Sammlung zeigen. Gerne würde er in Zukunft auch noch mehr mit Büchern über Afrika, Video-Filmen, Musik und ganz allgemeinen Informationen machen, „aber dafür ist die Galerie dann vielleicht auch schon wieder zu klein“, überlegt er laut.

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Jetzt plant er erst mal alle Kanäle zu füllen, Webseite, Facebook, Instagram, und dann will er mal schauen, wie seine Ideen so ankommen. Falls das alles nicht klappt, konzentriert er sich halt wieder auf seine private Voodoo-Sammlung, malt, arbeitet als Bildhauer und Illustrator, macht Videokunst. „Langweilig wird mir schon nicht“, sagt Zubek überzeugt.

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Quelle: RP