Großes Lob für Düsseldorf

Endspurt beim Aufbau für den ESC

Großes Lob für Düsseldorf: Endspurt beim Aufbau für den ESC Großes Lob für Düsseldorf: Endspurt beim Aufbau für den ESC Foto: dapd
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Nur noch dreieinhalb Wochen bis zum Finale des Eurovision Song Contest in Düsseldorf: Grund genug für den NDR, eine erste Bilanz der Aufbauarbeiten innerhalb der Arena im Norden der Stadt zu ziehen, letzte Einblicke in die Räume zu gewähren, die bald tabu sind, und einen Rekord zu verkünden: „Wir haben jetzt schon 80 000 Karten verkauft“, so Thomas Schreiber vom Veranstalter NDR.

Eurovision: Esprit Arena: Aufbau für den Song Contest Eurovision: Esprit Arena: Aufbau für den Song Contest Eurovision: Esprit Arena: Aufbau für den Song Contest Eurovision Esprit Arena: Aufbau für den Song Contest 8 Fotos Das sei Rekord in der Geschichte des europäischen Gesangswettbewerbes. Das Finale am 14. Mai ist komplett ausverkauft. Für das Jury-Finale am 13. Mai gibt es noch Restkarten. Auch für die beiden Halbfinals am 10. und am 12. Mai sind noch Tickets erhältlich.

Am Montag führten die Macher des Song Contest durch die Arena und erklärten alle Details über Licht, Ton, Voting, Stromerzeugung und Übertragung. An erster Stelle stand ein Lob: „Wir haben hier in Düsseldorf in der Arena einmalige Möglichkeiten vorgefunden“, so Schreiber. Man sei, nachdem Lena für Deutschland vor einem Jahr den Song Contest in Oslo gewonnen habe, auf die Suche nach einer adäquaten Halle gegangen und habe mit der Düsseldorfer Arena die beste aller Möglichkeiten gefunden.

Bühne steht in der Mitte

Hier könne man die Bühne mit ihren 13 Metern im Durchschnitt mittig bauen, so dass man Publikum drum herum setzen könne. Hier könne man die akkredierten Journalisten - eine Rekordzahl von 2500 - in der Leichtathletikhalle komfortabel unterbringen, hier finden alle Übertragungswagen aus dem In- und Ausland Platz. Und in der Stadt haben sogar allee 1100 Delegationsmitglieder in insgesamt 21 Hotels Übernachtungsmöglichkeiten gefunden.

Wie die Fußball-Arena in diesen Tagen in ein TV-Studio umgewandelt wird, ist von Tag zu Tag deutlicher zu erkennen – nicht nur, weil von außen in großen Buchstaben das Logo mit „Esprit Arena“ in Eurovision Song Contest umgeändert worden ist. Drinnen herrscht ein großes Gewusel. „Es sind 100 Firmen für uns im Einsatz, die Gewerke greifen wie ein Zahnrad ineinander“, erklärt Thomas Schreiber.

Publikum als Bestandteil der Show

Männer in Sicherheitswesten und mit Schutzhelm auf dem Kopf hangeln sich an Seilen hoch, in der einen Ecke wird an der 60x18-Meter großen LED-Wand gearbeitet, in der anderen an der runden Bühne, rechts wieder an den Catwalks, auf denen das Publikum später Platz nehmen soll. „Hier wird der ganze Raum zur Bühne“, so Schreiber weiter. Das Publikum sei Bestandteil der Show. „Sonst wird doch immer nur Licht auf die Bühne gehalten - hier ist das Publikum auch Kulisse für die Kamera-Aufnahmen.“

Die Technik-Experten stehen vor großen Herausforderungen. Eine davon ist der Ton. So soll jeder auf jedem Platz gleich gut hören - und der Fernsehzuschauer zuhause natürlich auch. Das Licht ist die nächste Herausforderung. Und wenn man sich Jerry Appelt und Matthias Kublik anhört, haben sie ausgesprochen Spaß daran, all ihre Ideen zu verwirklichen. Sie haben zwar internationale Event-Erfahrungen, wenn es um Ausstattung mit Licht geht, in Deutschland aber arbeiten sie zum ersten Mal in einer so großen Halle.

Weiter geht es beim Rundgang in die oberste Etage der Arena. „Das zeigen wir jetzt hier zum letzten Mal“, so Thomas Schreiber. Es sind die 26 Künstlergarderoben, in denen zurzeit nur Schmink-Spiegel an der Wand hängen. „Der Rest wird noch geliefert.“ Hier sollen sich die Künstler vor ihrem Auftritt zurechtmachen können. Wer welche Garderobe bekommt ist noch unklar. „Entweder verteilen wir sie nach Alphabet oder nach Startnummer.“

Nichts kann schief gehen

Beim Blick nach draußen beginnt der Bereich von Dieter Thissen, dem technischen Leiter des Spektakels. Aus dem Handgelenk referiert er über Megawatt und Glasfaserkabel, über Fluglärm und die Auswirkungen auf die Dämmung der Container, über die Ü-Wagen der angemeldeten Fernsehsender, die Bedingungen für das Voting und den Fall, dass Strom und/oder Kameras ausfallen. Falls Strom ausfällt, ist der Song Contest davon unabhängig, weil er sich über ein eigenes kleines Kraftwerk versorgt. Falls eine Kamera oder mehrere ausfallen, auch kein Problem: In der Bildregie liegen immer Bänder mit Aufzeichnungen der Generalprobe vom Vorabend.

Das Pressezentrum ist ebenso imposant wie alle anderen Räume. Dort können sich rund 500 Journalisten gleichzeitig aufhalten, 450 von ihnen finden Platz bei einer Pressekonferenz, für Fernsehsender sind 46 Kamera-Podeste aufgebaut. Für jeden der angemeldeten 2500 Journalisten aus aller Welt gibt es ein Postfach. Über Geld wird ganz hanseatisch-zurückhaltend nicht gerne gesprochen.

12,01 Millionen für den ESC

Thomas Schreiber wiederholte darum nur das, was er schon mal erzählt hatte: Der Song Contest in Oslo hat 16,25 Millionen Euro gekostet, die ARD zahlt in diesem Jahr „nur“ 12,1 Millionen Euro. „In Oslo haben nur knapp 18 000 Gäste Platz gefunden, bei uns können 35 000 zugucken.“ Über Teilnehmer-Gebühren aus den Ländern nimmt die ARD wiederum 3,8 Millionen Euro ein, hinzu kommen Sponsoren-Erlöse und natürlich die Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf.

Er setzt die Kosten in einen europäischen Solidaritäts-Kontext: „Deutschland hat lange nicht mehr gewonnen, dafür haben wir in den vergangenen Jahren ohne viel Geld zu bezahlen, eine schöne Show erhalten. Jetzt richten wir die Show eben aus. Wenn Du gewinnst, musst Du das eben wuppen.“

Apropos Zuschauerzahl: In den nächsten Tagen gucken sich die Song-Contest-Macher die rund 1500 Plätze an, die bislang aus technischen Gründen noch gesperrt und nicht in den Verkauf gelangt sind. „Wenn man dort gut sehen kann, geben wir die Karten noch in den Verkauf“, so Schreiber.

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Quelle: RP