Big Air Freestyle Festival in Mönchengladbach

Einfach zum Abheben

Big Air Freestyle Festival in Mönchengladbach: Einfach zum Abheben Big Air Freestyle Festival in Mönchengladbach: Einfach zum Abheben Foto: Hans-Peter Reichartz
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Feuertaufe bestanden: Der erste Abend des Wintersport-Events Big Air Freestyle Festival im Sparkassenpark war ein voller Erfolg. Am Samstag geht's weiter.

Wo steht Oma Erika in der ersten Reihe und kriegt hin und wieder eine Ladung Schnee ab, wenn ein Sportler zu rasant abbremst? Wo schafft es ein Schweizer, binnen einer Sekunde ein ganzes Stadion für sich einzunehmen? Und wo teilen sich ein Quartett-Verein und eine legendäre Hip-Hop-Band ein und dasselbe Publikum? Das geht wohl nur im neuen Wintersport-Mekka Mönchengladbach. Feuertaufe bestanden, kann man nur sagen: Der erste Abend des Arag Big Air Freestyle Festivals im Sparkassenpark war ein voller Erfolg.

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Dabei war das kein Selbstläufer - gerade der nicht vorhergesagte Regen, der bis in den Nachmittag hinein prasselte, drohte die Premiere zu trüben. Doch gerade noch rechtzeitig wurde es trocken. Da war "Lokalmatador" Florian Preuß aus Sprockhövel leider schon in der Qualifikation hängengeblieben.

Ins Finale der besten Freestyle-Skifahrer hatte es aber immerhin Sebastian Geiger aus Oberstdorf geschafft, der mit Platz zehn so gut abschnitt wie noch kein deutscher Mann vor ihm, unter die besten Frauen zudem Favoritin Lisa Zimmermann (angereist mit besagter Oma Erika). Sie wurde am Ende jedoch nur Dritte.

Doch gerade in dieser "Niederlage" zeigte sich die Größe des jungen Sportformats: Die 20-Jährige konnte ihre Enttäuschung im Ziel nämlich keineswegs verbergen und zog eine Schnute. Das ist genau das, was Stadionbetreiber Michael Hilgers in Zeiten allgegenwärtiger perfekt zur Marke durchgestylter Sportler anerkennend mit "unverbraucht" und "authentisch" beschreibt.

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Unverbraucht und authentisch - das lässt sich bedenkenlos auf die gesamte Veranstaltung übertragen, ebenso auf das Publikum. Da standen die Snowboarder, die erst heute dran sind, neben Senioren und kleinen Kindern - was für eine angenehme Mischung aus Jung und Alt, aus Szeneaffin und aufrichtig an Neuem Interessiert! "Ich liebe Perspektivwechsel", sagte beispielsweise Heike Gietzen, die zu den RP-Lesern gehörte, die eine Fahrt mit der Gondel oder einen Aufenthalt in der Skybox an der Rampe gewonnen hatten. "Und ein solch sensationeller Blick über die ganze Stadt ist absolut genial", sagte sie, als sie von der Gondelfahrt in 42 Meter Höhe hoch über die Flutlichtmasten des Hockeystadions zurückgekehrt war.

Genial fand das Publikum, das mit Modenschauen und den gesamten Abend über von zwei Kommentatoren mit ziemlich durchgeknalltem "Denglisch" bespaßt wurde, den Schweizer Springer Jonas Hunziker, der im Zielbereich einmal kurz und gekonnt sein Leibchen lüftete - wobei ein Borussia-Mönchengladbach-Pulli zum Vorschein kam.

Viel los war in der Skateboard-Arena hinter der Haupttribüne und im Buden-Dörfchen rund um das Chapiteau-Zelt (sehenswert!), in dem nach dem sportlichen Teil und dem Konzert der Hip-Hop-Legenden Beginner noch weitergefeiert wurde (ob da der Quartett-Verein Genhülsen noch mit von der Partie war, der eingangs die Nationalhymne gesungen hatte, entzieht sich leider der Kenntnis der Redaktion).

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Abgesehen von kleinen Schönheitsfehlern - so erwiesen sich etwa die Einlasskontrollen für viele Besucher als extrem zeitraubend - für die Veranstalter also ein voller Erfolg. Sicher auch angesichts der massiven TV-Präsenz auf ARD, WDR, ARD One und Eurosport 2 über das ganze Wochenende hinweg.

"Das war das geilste Wochenende, das der Sparkassenpark je gesehen hat", jubelte Hilgers. Vom "Krönungs-Event" für Initiator und Mitveranstalter Allrounder sprach dessen Geschäftsführer Johannes Janz, Kollege August Pollen lobte das "sensationelle Publikum". Das Schönste aber ist: Das alles kann heute sogar noch getoppt werden, wenn die Snowboarder springen und die Sportfreunde Stiller singen. Denn ein bisschen Platz im Innenraum war gestern schon noch. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Einlass ist ab 16 Uhr, um 17 Uhr ist das Aufwärmen der Athleten, um 18 Uhr steigt das Finale der Männer und Frauen. Die Siegerehrung wird gegen 19.30 Uhr sein, das Konzert startet um 20 Uhr, die Chapiteau-Party ab 22 Uhr.

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Quelle: RP