Sonne, Musik, Bier

Ein Wochenende bei "Rock am Ring"

Sonne, Musik, Bier: Ein Wochenende bei "Rock am Ring" Sonne, Musik, Bier: Ein Wochenende bei "Rock am Ring" Foto: Sandy Liesen
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Drei Tage voller Musik, geiler Bühnenshows und Bier – am Wochenende ging das berühmte Festival am Nürburgring in die 27. Runde. Bei Rock am Ring standen dieses Jahr 83 Bands auf drei Bühnen. Bei (zumindest anfänglich) strahlendem Sonnenschein feierten 87.000 Fans drei Tage lang Bands wie Fettes Brot, The Killers oder Green Day. Festival-Fan Sandy Liesen war dabei und hat euch einen ausführlichen Bericht mitgebracht.

Eine Reise in die Eifel

Rock am Ring Zeltplatz (image/jpeg) Die Aussicht ist beinahe idyllisch. Noch hält es sich mit dem Müll in Grenzen. Donnerstag, 16 Uhr: Das Auto ist vollgepackt, vier Leute quetschen sich noch irgendwie rein und los geht es Richtung Eifel. Das Wochenende kann beginnen! Nach zwei Stunden Fahrt, viel Stau am Hauptanreisetag und der richtigen musikalischen Einstimmung sind wir da. Die Parkplatzsuche stellt sich dann leider als schwieriger heraus als erwartet. Eine Stunde und eine gefühlte Reise durch die komplette Eifel später haben wir Erfolg auf dem letzten (!) Rock am Ring Parkplatz. Der war dann aber zum Glück gar nicht so weit vom Campingplatz weg.

Bändchen für echte Rocker

Erstes Ziel ist die Bändchen-Ausgabe, wo die Vermutungen endgültig bestätigt wurden: Dieses Jahr Rock am Ring Müll (image/jpeg) An Tag drei sieht es auf dem Campingplatz nicht mehr so schön aus. gibt es pinke Bändchen. Als ich meine Hand hinhalte, fragt der freundliche Herr mich noch "Bist du dir ganz sicher?". Nein, bin ich nicht! Aber mir bleibt ja nichts anderes übrig ;-). Im Nachhinein hab ich mich mit meinem pinken Begleiter angefreundet und habe beschlossen, ihn noch einige Zeit am Arm zu behalten! Die erste Amtshandlung: Campingstuhl auspacken und den Grill anschmeißen!

Guten Morgen, Sonnenschein!

Ausschlafen ist hier nicht. Das liegt zum einen an den Bässen der Boxentürme, die den Boden zum Vibrieren P1070050 (image/jpeg) Mittagessen kochen. bringen, zum anderen aber auch an der Tatsache, dass es im Zelt mittlerweile gefühlte 100 Grad sind. Da kann man sich nur schnell aus den warmen Schlafsachen pellen, Sommerklamotten anziehen und aus dem Zelt robben, um frische Luft zu schnappen.

Um acht Uhr morgens ist man also schon auf den Beinen und das erste Bier wird gefrühstückt. Und das ist erstaunlicherweise sogar noch recht kühl – ein Traum! Besser kann der Tag nicht beginnen. In diesem Jahr meint es das Wetter gut mit den Ring-Rockern, die Sonne gibt wirklich alles. 24 Grad, strahlendster Sonnenschein. Überall liegt Sonnencreme- und Grillduft in der Luft - perfektes "Urlaubsfeeling". Die Aussicht jedenfalls ist top. Berge, Wälder, Wiesen...

Rock am Ring Wein (image/jpeg) "Wein auf Bier, das rat' ich dir." Der Vino wird angezapft.

Das Festivalgelände ruft

Wenn man dann so schön in kurzer Hose und Bikinioberteil im Campingstuhl sitzt, ist es schon etwas schwierig sich zum Festivalgelände aufzuraffen. Von der ersten geplanten Band – Imagine Dragons – haben wir dann leider auch nur noch das letzte Lied mitbekommen – das war dafür aber gut ;-).

Rock am Ring (image/jpeg) Die Center Stage bei schlechtem Wetter am Sonntag.

Kurz darauf gibt sich Veranstalter Marek Lieberberg persönlich die Ehre und begrüßt das Publikum vor der Center Stage. Wenn die Faust in der Tasche bleibt und Toleranz geübt wird, will er nächstes Jahr über vier Tage Rock am Ring nachdenken. Na, das sind ja mal schöne Nachrichten. Da kann die Vorfreude auf's nächste Jahr ja schon beginnen... Nachdem fun., Paramore und Co. mit der Sonne um die Wette gerockt haben feiert Panda-Rapper Cro im traumhaften Sonnenuntergang den Auftritt seiner Karriere. Die Hamburger Jungs von Fettes Brot machen ihrer Headliner-Position alle Ehre und heizen dem Publikum bei den abendlichen Temperaturen ordentlich ein.

"Spielt den selben Song nochmal! Alles klar, den selben Song? Und los!"

Aber auch abseits der Bühnen mangelt es nicht an guter Musik. So dröhnt auf dem Zeltplatz von der einen Seite "Wannabe" von den Spice Girls aus den Boxen, von der anderen Seite beschallt Scooter den Platz. Von wegen hier gibt es nur Rock! Auch ein Festival "Klassiker" wird nicht vernachlässigt: Auf jedem Zeltplatz und zu jeder Stunde werden die Camper vom Cantina Song beglückt. "Dankeschön. Wir sind die Cantina Band. Wenn ihr Song Wünsche habt, ruft sie einfach... Spielt den selben Song noch mal. Alles klar, den selben Song. Und los!"

Sonnenbrille und Regencape

Rock am Ring Regencape (image/jpeg) Ganz schön kompliziert so ein Regencape. Was aber wäre Rock am Ring ohne Regen? Während bis Samstag noch die Hoffnung auf ein trockenes Festival bestand, wurde diese am frühen Abend buchstäblich im Regen ertränkt. Schnell ein Regencape ergattern, um die komplette Durchnässung zu vermeiden. Dafür wäre mal ein Tutorial à la Sarah Kuttner hilfreich gewesen! Wie ziehe ich ein Regencape an?

"We say goodbye in the pouring rain... Stay!"

Dann hieß es: Warten auf The Killers! Wenn man den Hauptact gerne von weit vorne sehen möchte, kommt man oft nicht drum rum, sich schon früher vor die Bühne zu stellen. Da kam es uns ganz recht, dass Phoenix vorher auf der gleichen Bühne spielte. Und dann kamen Hurts, die für uns eher nur Platzhalter sind. Ich bin zugegebenermaßen nicht der größte Fan der Synthie-Pop Band, sobald die Töne aus dem Radio kommen, schalte ich weg. Doch ich muss sagen: Theo Hutchcraft, Adam Anderson und Band haben mich echt überrascht. Spätestens als Herr Hutchcraft Rosen ins Publikum warf und mit britischem Akzent sagte: "Hey guys, this is a song called 'Someone to die for'", hatte er dann irgendwie auch mich.

Rock am Ring (image/jpeg) Abends hat sich die Sonne noch mal blicken lassen (rechts: Sandy Liesen).

Mittlerweile war es auch schon dunkel und da ist ja sowieso alles ein bisschen emotionaler und romantischer. Vermutlich hätte dort auch H.P. Baxxter auf der Bühne stehen können und ich wär vor Begeisterung geplatzt. Beim letzten Song - "Stay" - habe ich dann tatsächlich noch Gänsehaut bekommen. Jungs, ab sofort werde ich euch nicht mehr wegschalten – versprochen! Das ist das Schöne an Festivals. Man kann sich Bands anschauen, für die man sich vielleicht keine Konzertkarte kaufen würde – und sich überraschen lassen!

Rock am Ring Hurts (image/jpeg)

Nasser, letzter Festival Tag

Rock am Ring (image/jpeg) Er geht mit seinem "Bierdosen-Hund" spazieren. Es ist ein Phänomen, dass es im Zelt morgens immer heiß ist. Auch am Sonntag wache ich schweißgebadet auf und schmeiße mich in Shorts und Top, nur um dann draußen auf den Boden der Tatsachen geholt zu werden. Es ist ganz schön abgekühlt! Schnell eine Dose Ravioli verdrücken, Turnschuhe gegen Gummistiefel tauschen und der letzte Festivaltag kann beginnen.

Am Nachmittag blieb es zum Glück trocken. Beim Headliner Green Day wurde es dann wieder nass, aber bei der guten Show machte das überhaupt nichts. Da die Rocker die letzte Band auf der Center Stage waren, gab es für ihr Set kein Limit. Das haben sie dann auch ausgenutzt und mit der Ankündigung "Tonight there is no curfew! We're gonna play all night." fast zweieinhalb Stunden Gas gegeben. Gänsehaut-Moment: Billie Joe Armstrong stimmt den Hit "Boulevard of Broken Dreams" akustisch an und lässt den Refrain allein von den Fans singen. Alle – gefühlt 80.000 Menschen – singen mit. Die Band hört kurz auf zu spielen, der Sänger kniet nieder und bedankt sich für die tolle Gesangseinlage – sehr gerne, gar kein Problem ;-)! Danach rockt er den Song zusammen mit den Fans weiter.

Müde und erschöpft, aber glücklich geht es dann um zwei Uhr nachts Richtung Zivilisation. Bis zum nächsten Jahr!

Fotos und Videos von Rock am Ring könnt ihr euch auf dasding.de anschauen.

Muskikfestival: Hitzeschlacht bei Rock am Ring Muskikfestival: Hitzeschlacht bei Rock am Ring Muskikfestival: Hitzeschlacht bei Rock am Ring Muskikfestival Hitzeschlacht bei Rock am Ring 18 Fotos