Düsseldorfer Gastronomie

Wer bekommt eigentlich das Trinkgeld?

Düsseldorfer Gastronomie: Wer bekommt eigentlich das Trinkgeld? Düsseldorfer Gastronomie: Wer bekommt eigentlich das Trinkgeld? Foto: RP/Andreas Bretz
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Wenn die Bedienung freundlich und das Essen gut ist, stecken Restaurantgäste den Kellern gern ein paar Euro zu. Für guten Service sorgt aber auch das Küchenpersonal. Oft wird Trinkgeld unter allen Mitarbeitern geteilt. In einigen Kneipen gehört es dem, der es vom Gast bekommt.

Mit dem Weihnachts- und Silvestergeschäft sind Düsseldorfs Gastronomen sehr zufrieden. Die Gäste in Restaurants, Kneipen und Brauhäusern geben bis zum Jahresende mehr Geld aus als im Jahr 2010. Das freut nicht nur die Inhaber der Lokale. Das gute Geschäft kommt auch den Kellnern zugute, denn für deren Arbeit geben die Gäste oft ein Trinkgeld.

Doch wem gehört das Geld? In die Hand gedrückt bekommt es meist der Kellner, der Getränke und Speisen serviert. Zubereitet werden diese von Köchen und Küchenhilfen, die an Herd und Theke oft Schwerstarbeit leisten. Eine einheitliche Regel, wie das so genannte "zweite Gehalt" geteilt wird, gibt es nicht. "Gastwirte dürfen ihren Kellnern nicht vorschreiben, was mit dem eingenommenen Trinkgeld passiert", sagt Dieter Schormann, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Uerige mischt sich nicht ein

Dieser Meinung ist auch Michael Schnitzler, Geschäftsführer der Altstadt-Brauerei Uerige an der Berger Straße. "Trinkgeld ist eine persönliche Sache zwischen Kellner und Gast", sagt Schnitzler. "Wir von der Geschäftsführung mischen uns da nicht ein." Wie die 45 Kellner der Altstadt-Brauerei ihre Trinkgelder mit ihren Kollegen in der Küche und an der Bar teilen, weiß er nicht. Das Uerige hat insgesamt mehr als hundert Angestellte.

Monkey's East - Düsseldorf Restaurant Monkey's East Mehr Infos » Gut besucht sind auch die drei Monkey's Restaurants in der Landeshauptstadt. "Unsere Gäste sind sehr spendabel", sagt Geschäftsführer Benjamin Achenbach. Im Monkey's gibt es eine ungeschriebene Regel für den Umgang mit Trinkgeld, das bei größeren Sonderveranstaltungen eingenommen wird. "Weil wir die Leistung des Service- und des Küchenpersonals als gleichwertig betrachten, wird das Geld auf alle Kollegen verteilt", sagt Achenbach. "Das Trinkgeld ist ein Hinweis der Gäste auf die Zufriedenheit mit dem ganzen Service." Von den insgesamt 60 Mitarbeitern der Monkey's Restaurants sind 24 Kollegen als Kellner beschäftigt.

Besser als im Vorjahr war auch das Geschäft im Füchschen an der Ratinger Straße. "Unser Weihnachtsbier ist ausverkauft", sagt Inhaber Peter König. An den Gast gebracht haben es die 28 Füchschen-Kellner, die – so vermutet es Inhaber König – ihr Trinkgeld mit ihren 18 Kollegen in der Küche teilen. "Die Regel kenne ich aber nicht genau. Ich halte mich aus deren Geldfragen raus."

"Jeder Kellner behält, was er bekommt"

Mehr Geld und Altbier als im vergangenen Jahr floss auch in der Partykneipe Knoten an der Kurze Straße. "Das Geschäft war hervorragend", sagt Inhaberin Isa Fiedler, die mit 15 Teilzeitkräften dafür sorgt, dass jeder Gast in Stimmung kommt. Trinkgelder gab es reichlich, schätzt Fiedler. Über genaue Summen weiß sie allerdings nichts, denn: "Jeder Kellner behält, was er bekommt. Das ist ganz einfach." Schließlich würden ihre Mitarbeiter vieles leisten und es sei ihr persönliches Trinkgeld. Fiedler selbst steht als Zapferin an der Theke. "Dafür bekomme ich kein Trinkgeld", sagt sie. "Und das ist auch in Ordnung."

Dieser Handhabung stimmt Rainer Spenke von Deutschen Hotel und Gaststättenverband zu. "Das Trinkgeld ist für das Servicepersonal gedacht." Er schlägt vor, alle Mitarbeiter sollten die Trinkgelder in einen Topf legen und gemeinsam zählen. "Dann ist es das beste, das Geld wird je zur Hälfte an die weiße und schwarze Brigade aufgeteilt", sagt Rainer Spenke.

In der Küche, der "weißen Brigade", könnten die Mitarbeiter erneut teilen. So würde der Chefkoch meist etwas mehr bekommen als beispielsweise die Spülhilfe. Ähnlich sollte das Geld dann auch bei der "schwarzen Brigade" geteilt werden.

Info Trinkgeld

Trinkgelder als Plus auf den Kauf- oder Dienstleistungspreis gibt es nicht in allen Branchen. Und in den einzelnen Branchen gibt es große Unterschiede. Vor allem in der Gastronomie gelten Trinkgelder für Kellner und Servicekräfte oft als „zweites Gehalt“. Auch bei Handwerksberufen (insbesondere Friseuren) ist Trinkgeld „Pflicht“.

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Quelle: RP