Flammkuchen Manufaktur

"2020 sollte eigentlich mein Jahr werden!"

Flammkuchen Manufaktur: "2020 sollte eigentlich mein Jahr werden!" Flammkuchen Manufaktur: "2020 sollte eigentlich mein Jahr werden!" Foto: Flammkuchen Manufaktur

Nach Anlaufschwierigkeiten boomte die Flammkuchen Manufaktur kurz vor dem 4. Jubiläum. Dann kam die Corona-Krise. Wir haben mit Björn Busczynsky (Foto, oben) gesprochen, der sich mit dem eigenen Laden einen Traum erfüllt hat und nach dem herben Rückschlag auf keinen Fall aufgeben will.

Das Jahr hätte besser nicht anfangen können. Björn Busczynsky war sehr stolz. Er hatte es allen Zweiflern gezeigt. Nach knapp vier Jahren liefen die Geschäfte richtig gut. Ein Traum wurde wahr. Die Flammkuchen Manufaktur war von Januar bis Mitte März an jeden Freitag und Samstag so voll, dass er schweren Herzens Reservierungen ablehnen musste: „Wenn du Jahre lang um jeden Gast kämpfst und auf einmal so ausgebucht bist, dass keiner mehr reinpasst, dann ist das einerseits sehr schön, anderseits aber auch schade“, denn Björn Busczynsky wollte Gäste nur ungern mit Absagen enttäuschen.

Vor vier Jahren hatte ihn Familie, Freunde und selbst Lieferanten und Geschäftspartner für verrückt erklärt, als der Kaufmann nach 20 Jahren in der Textilbranche „mal was anderes“ machen wollte: „Ich habe 2014 mit einem Food Truck angefangen - kurz bevor der Boom losging. 2016 kam dann das Restaurant hinzu.“ Und eigentlich hätte er gerne einen kleinen Laden gehabt. Ein großer Ofen und nur ein paar Sitzplätze. Das hätte ihm ausgereicht. Als er sich allerdings das Logenhaus an der Uhlandstraße 38 angeschaut hat, verliebte er sich direkt in das Objekt und musste zugeschlagen. Etwas zu groß für sein Vorhaben, vielleicht auch etwas zu teuer. Vor allem für die „Durststrecke“ der ersten zwei Jahre, die er mit der Flammkuchen Manufaktur durchlaufen musste.

Lecker essen in Düsseldorf Das ist die Flammkuchen Manufaktur 16 Fotos

Doch Björn Busczynsky gab nicht auf und glaubte an seinen Traum. Er investierte in Werbung, holte sich ständig Feedback von Gästen ein, optimierte hier und da und hatte als Kaufmann stets Ausgaben und Einnahmen im Auge. „Vielleicht war das gegenüber anderen Gastronomen ein Vorteil. Ich agiere nicht nur aus dem Bauch heraus. Ich habe die Zahlen immer im Blick.“ Nach etwas mehr als zwei Jahren gingen die Umsatz-Kurven steil bergauf. Immer mehr Besucher wurden zu Stammgästen, es fanden mehr und mehr Events wie Taufen, Firmenfeiern oder Geburtstage in der Flammkuchen Manufaktur statt. „2020 sollte eigentlich mein Jahr werden!“, blickt Björn Busczynsky auf die guten Monate, die er hatte zurück. Und selbst in den ersten zwei März-Wochen, wo das Coronavirus vielen Gastronomen zu schaffen machte, brummte das Geschäft. „Ich hatte in den nächsten Wochen für acht größere Events Reservierungen vorliegen und die Freitage und Samstage waren weiterhin komplett ausgebucht.“ Doch erst kam eine Absage nach der anderen und dann folgte die Anordnung, dass alle Gastronomie-Betriebe aufgrund der Corona-Krise geschlossen werden müssten.

„Corona-Keule hat alles umgehauen“

Das Geschäft mit Lieferservice und Abholung rentierte sich nicht wirklich, so dass es mit Blick auf die Zahlen mehr Sinn machte sechs Wochen ganz zu schließen. „Vier Jahre lang habe ich von Januar bis Dezember nur eine Woche geschlossen, um mit der Familie Urlaub zu machen. Die restlichen 51 Wochen habe ich durchgearbeitet, um meinen Traum zu verwirklichen. Und dann kommt dir eine Corona-Keule in die Quere und haut alles um. Ohne, dass du etwas dafür kannst!“ Momentan fühlt sich Björn Busczynsky wieder in die Anfangszeit zurückversetzt, wo er um jeden Gast kämpfen musste. Allerdings nun mit weniger Sitzplätzen, literweise teurem Desinfektionsspray und weniger finanziellen Rücklagen als zum Start der Flammkuchen Manufaktur. Und was er bisher in der ersten Woche der Restaurant-Öffnung eingenommen hat, reicht nicht mal, um kostendeckend zu arbeiten. An Gewinne ist momentan nicht zu denken.

„Aber aufgeben ist nicht! Ich habe es ein Mal geschafft und es allen, die nicht an mich geglaubt haben bewiesen. Ich schaffe das auch ein weiteres Mal!“ Und so setzt er dieses Mal nicht darauf seine köstlichen Flammkuchen zu bewerben oder das „All You Can Eat“-Angebot für 15,90 pro Person, das vor allem bei Gruppen sehr gut ankommt. Er will nun vor allem darauf aufmerksam machen, dass sein Lokal groß genug ist, um vorgeschriebene Mindestabstände einzuhalten – selbst auf der schönen Terrasse mit Innenhof-Atmosphäre. Zudem wird nun noch mehr desinfiziert als bereits vor der Corona-Krise und für die Gäste stehen an zwei Orten Handdesinfektions-Spender bereit. Die Mehrausgaben für Desinfektionsmittel will er allerdings nicht an die Gäste weitergeben: „Die Preise bleiben stabil und die Karte verändert sich auch nicht!“ Einzige Veränderung: Die Menüs sind nun auf Papier gedruckt, so dass Gäste diese entweder mitnehmen können oder nach jedem Gast im Müll entsorgt werden.

46 verschiedene Flammkuchen und noch viel mehr

Und obwohl auf der Karte sag und schreibe 46 verschiedene Flammkuchen von klassischer Art, mit Fisch über vegetarisch oder vegan bis hin zu süß draufstehen, kann jeder seinen Flammkuchen beliebig gestalten. „Wer eine Zutat gegen eine andere austauschen will, kann das gerne machen oder auch weitere Wunschzutaten ergänzen. Alles wird frisch zubereitet, daher ist nichts in Stein gemeißelt.“ Björn Busczynsky isst momentan selbst am liebsten den Kartoffel-Flammkuchen (laut Karte mit: Crème fraiche, Kartoffeln, frischer Paprika, frischem Knoblauch, Käse) und ergänzt dazu Tunfisch und ein wenig Rucola. Die meistverkauften Flammkuchen sind allerdings die Klassiker also Elsässer Art oder Elsässer Art mit Käse. Besonders beliebt waren in der Zeit vor der Corona-Schließung auch The Mexican (Crème fraiche, Hackfleisch, Mais, rote Zwiebeln, Jalapenos, mit Käse überbacken), der Flammkuchen mit Räucherlachs oder auch eine der süßen Varianten wie „Apfel – Calvados“ mit süßem Rahm, Apfelscheiben, Zimt, Zucker und mit Calvados bei den Gästen am Tisch flambiert. An ausreichender Auswahl für jeden Geschmack sollte es also in der Flammkuchen Manufaktur nicht mangeln.

Der 4. Geburtstag

Am kommenden Samstag wird es eine - den Umständen entsprechend - etwas kleinere Geburtstagsparty zum 4-jährigen Bestehen der Flammkuchen Manufaktur geben als in den Vorjahren. Da wurden die Geburtstage zu großen Sausen. Es wird für die Gäste eine kleine Überraschung geben und einen überlücklichen Chef. Denn auch wenn es weniger Gratulanten werden als in den Vorjahren, wird Björn Busczynsky über beide Ohren stahlen: „Ich bin so froh, dass seit Montag etwas Normalität in mein Leben zurückgekehrt ist und ich die Flammkuchen Manufaktur wieder öffnen durfte. Nun kann ich endlich wieder meine Gäste glücklich machen und in strahlende und satte Gesichter schauen. Das ist das beste Geburtstagsgeschenk, was mir gemacht werden konnte!“

Infos zur Flammkuchen Manufaktur

  • Anschrift: Uhlandstraße 38 in Düsseldorf-Düsseltal
  • Reservierung: telefonisch unter 0211/68873568
  • Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 17 - 22 Uhr, sonntags Ruhetag
  • Homepage und Online-Bestellung: www.flammkuchen-manufaktur-duesseldorf.de
  • Facebook: www.facebook.com/FlammkuchenManufaktur
  • Studenten: Montags gibt es für Studenten ein besonderes Angebot: „All You Can Eat“ für 11, 90 statt 15,90 Euro. Packt also eure WG-Partner mit ein und probiert die Karte rauf und runter…

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