Neuer Küchenchef im Traditionsrestaurant

Murat gibt der „Tante Anna“ neue Würze

Neuer Küchenchef im Traditionsrestaurant : Murat gibt der „Tante Anna“ neue Würze Neuer Küchenchef im Traditionsrestaurant : Murat gibt der „Tante Anna“ neue Würze Foto: Endermann, Andreas
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Einen Weg empfindet der 30-jährige neue Küchenchef im Traditonsrestaurant „Weinhaus Tante Anna“ als den schwersten: den aus der Küche an den Tisch zum Gast. „Da habe ich noch etwas Scheu“, gibt Murat Avcioglu offen zu – und ist damit übrigens in guter Gesellschaft.

Viele große und berühmte Köche bleiben lieber hinter dem Herd stehen als sich direkt dem Urteil des Gastes zu stellen oder viele persönliche Fragen zu beantworten. Aber Murat ist zuversichtlich, dass er auch diese Form der Kommunikation schaffen wird. Aber erst einmal steht die Arbeit am Herd im Vordergrund – und die Neuausrichtung des Restaurants, das 1593 gegründet wurde und damit mit zu den ältesten Lokalen der Region gehört.

murat, tante anna, koch (image/jpeg) Frischzellenkur für ein Traditionsrestaurant: Murat Avcioglu, Tobias Ludowigs und Barbara Oxenfort (v.l.) peppen die „Tante Anna“ gerade auf. Für die Küche ist Murat, wie ihn alle nennen, seit exakt zwei Monaten verantwortlich – seitdem er von den Restaurant-Betreibern Barbara Oxenfort und Tobias Ludowigs zum Küchenchef bestellt wurde. Die Drei kennen sich schon einige Jahre: Murat hat von 2005 bis 2007 im Weinhaus seine Ausbildung zum Koch gemacht. Damals war er schon 23 Jahre alt. „Ich habe mich spät für den Beruf entschieden“, erzählt er. Dafür war er dann umso erfolgreicher, nahm sogar an einem Wettbewerb der Koch-Azubis teil und belegte NRW-weit den vierten Platz. Vom Weinhaus ging der Ex-Footballer und Vater einer kleinen Tochter für ein Jahr ins Sterne-Restaurant „Berens am Kai“, danach ins Mangold nach Derendorf, anschließend zu Volker Drkosch ins „Victorian“, ebenfalls ein Sterne-Restaurant.

Ist ihm auf dem Weg durch die Küchen ein berufliches Vorbild begegnet? „Vorbild will ich nicht sagen, aber Volker Drkosch hat mich schon enorm geprägt, dort habe ich viele Anregungen und Inspirationen bekommen.“

Geboren und aufgewachsen ist Murat in Benrath, seine Eltern waren in den 70er Jahren als Gastarbeiter aus der Türkei nach Düsseldorf gekommen. 40 Jahre hat der Vater bei Hille+Müller in Reisholz gearbeitet, jetzt sind die Eltern wieder zurück in ihre Heimat nahe Izmir gezogen. Murat sagt auf die Frage, woher er kommt, ganz klar: „Düsseldorf.“ Weitere Nachfragen irritieren ihn sogar. Natürlich steht er zu seinen türkischen Wurzeln, fühlt sich aber als Rheinländer.

Gleichwohl: Elemente aus der türkischen, der orientalischen und natürlich der rheinischen Küche fließen jetzt in die Gerichte ein, die er neu für das Weinhaus entwickelt hat. Mit ihm in der Küche stehen neben den deutschen Kollegen noch ein Österreicher und ein Franzose, demnächst kommt noch ein Kollege aus Birma dazu. Gemeinsam wollen sie den Tante-Anna-Gerichten neue Würze, neuen Esprit geben.

„Eigentlich haben wir nur ein Gericht von der alten Karte gelassen, alles andere wird neu zubereitet serviert“, erklärt Tobias Ludowigs. Denn das Traditionsgericht des Weinhauses, der Düsseldorfer Senfrostbraten, sei einfach ein Klassiker, den man nicht streichen dürfe. Aber: Murat hat ihn neu entwickelt, gibt dazu Mixed Pickles und eine Zwiebelmarmelade, das Rinderfilet aus der Eifel wird mit der selbst geschlagenen Sauce hollandaise gratiniert. Der Hirschrücken kommt mit Süßkartoffeln, Limone und Navette auf den Teller, für Vegetarier gibt es japanisches Omelett, Teigtaschen aus Rauch-Tofu oder Gemüsebrühe aus Rettich und Kokosnuss.

www.tanteanna.de

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Quelle: RP