Interview mit "Richie'n Rose"-Chef

Wieso der Burger-Laden überleben wird und Tipps während der Corona-Krise

Interview mit "Richie'n Rose"-Chef: Wieso der Burger-Laden überleben wird und Tipps während der Corona-Krise Interview mit "Richie'n Rose"-Chef: Wieso der Burger-Laden überleben wird und Tipps während der Corona-Krise Foto: Richie'n Rose - Burger No.1

Es gibt viele gute Burger-Läden in Düsseldorf, doch einer hat es uns ganz besonders angetan: Richie'n Rose - Burger No.1! Keine 10 Min. mit dem Auto oder der U75 von unserem Arbeitsplatz (vor der Corona-Krise) entfernt, waren wir immer mal wieder mit mehreren Kollegen am Belsenplatz 3 essen. Der Vollständigkeit halber: Natürlich haben wir die Rechnung immer selbst bezahlt! Und wir waren uns immer alle nach jeder Mittagspause einig: Das sind die besten Burger, die wir je gegessen haben! Während der Corona-Krise liefert das Team um Geschäftsführer Max Giergen (Foto, oben) aus und man kann diese natürlich auch selbst abholen. Vorbestellung unter: 0211/46878530.

Im Interview erklärt Max, warum er die Lage für seinen Burger-Laden noch relativ entspannt sieht, was passieren muss, damit sich die Gastronomie-Landschaft nicht noch stärker verändert, was er am meisten vermisst, welche positiven Lehren er aus der Corona-Zeit mitnimmt und warum nun ein perfekter Zeitpunkt wäre, sein Leben zu ändern.

Wie auch andere Gastronomen habt ihr euch auch irgendwann entschlossen Lieferdienst und „take away“ anzubieten. Wie wird das Angebot angenommen?

Sehr gut! Wir haben das große Glück, enorm viele Stammkunden in der Nachbarschaft zu haben, die uns in diesen schweren Zeiten bemerkenswert unterstützen. Dazu kommt, dass wir einen sehr offenen Umgang mit unseren Gästen pflegen. Sie wissen, dass sie unser Überleben sichern, wenn sie häufig bei uns bestellen. Wir wiederum bedanken uns mit kleinen Extras wie Bier oder Kuchen zu den Bestellungen sowie kostenlosem Lieferservice innerhalb von 2 Kilometern.

Ihr liefert auch selbst mit dem Fahrrad? Wie kam es dazu?

Da ich privat viel Rennrad fahre, lag die Idee selbst mit dem Rad zu liefern nahe. Zudem mussten wir nach ein paar Tagen des Restaurantverbots feststellen, dass Lieferandos Fahrradkuriere hauptsächlich in Düsseldorfs Stadtmitte lokalisiert werden. Daher waren wir teilweise stundenlang für unsere Kunden nicht erreichbar. Diese Erfahrung bekräftigte uns in der Entscheidung, selbst in die Pedale zu treten.

Und welcher Burger läuft am besten?

Was beim Italiener die Margherita ist, ist bei uns der Chili-Cheese-Burger. Käse, Nachos und ein bisschen Schärfe für den Gaumen - super lecker!

Momentan hört man viele Kollegen aus dem Gastronomie-Bereich klagen, kannst du diese irgendwie aufmuntern?

Nein. Es ist offensichtlich, dass wir alle im gleichen Boot sitzen. Zwar können sich noch viele Betriebe durch Kurzarbeit, Soforthilfen und Stundung von Steuern und Mieten über Wasser halten, doch wenn die momentane Situation weitere Monate anhält und der Staat nicht über einen anteiligen Schuldenschnitt des bis dahin angefallenen Berges an Rückständen nachdenkt, wird das bundesweit die Gastronomielandschaft viel stärker verändern, als ohnehin schon befürchtet. Aus den eben genannten Gründen sehe ich unserer momentanen Lage entspannt entgegen, aber aufmuntern möchte ich niemanden. Das maße ich mir nicht an.

Burger Richie'n Rose - Burger No.1 (image/jpeg) Keine Übertreibung: Die Burger schmecken noch besser, als sie aussehen! Auf dem Foto zu sehen: Der Herbal Cream Dream, 200 Gramm.

Was vermisst du am meisten während der Corona-Krise?

Die Nähe zu Menschen, Stress und Adrenalin. Am Wochenende haben wir regelmäßig über 150 Gäste pro Tag in unserem Restaurant begrüßt. Viele davon kenne ich ein bisschen besser als nur beruflich. Dieser Kontakt fehlt mir enorm. Der dazugehörige Stress auch. Privat fehlen mir Clubs, Bars, laute Musik und die Ansammlung von schrillen Charakteren am meisten.

Und was nimmst du für die Zeit „nach Corona" mit? Hast du etwas Positives gelernt oder umgesetzt, was beibehalten wird?

Absolut! Eine gesteigerte Sensibilität für Hilfsbereitschaft, direkte Kommunikation, offenen Umgang mit Problemen sowie intensiveres Pflegen von Kontakten. Ein tatsächlicher Erkenntnisgewinn meinerseits ist, dass das eigene Leben oft zu kurz kommt, wenn die Welt auf Hochtouren läuft. Mehr Zeit für mich selbst zu nehmen und nur mit mir zu verbringen, ist bisher meine wertvollste Erfahrung.

Was kannst du unseren Lesern während der Corona-Krise raten?

Nutzt diese schweren Zeiten, um euch auf euch selbst zu besinnen! Man arbeitet zwar, um zu leben, aber lebt nicht, um zu arbeiten! Überdenkt bestehende Systeme. Privat, beruflich und ganzheitlich. Ist es nicht an der Zeit etwas zu ändern? Wäre jetzt nicht der perfekte Zeitpunkt dafür? Was zählt wirklich im Leben? Ein Denkanstoß. Kein Lebensratgeber. Und absolut kein Grund, sich scheiden zu lassen. Bleibt gesund!

Mehr Infos gibt's auch auf der Facebook-Seite von Richie 'n Rose!

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