Stefan Conrady ist neuer Pächter

Verjüngungskur für Szenekneipe "Sassafras"

Stefan Conrady ist neuer Pächter: Verjüngungskur für Szenekneipe "Sassafras" Stefan Conrady ist neuer Pächter: Verjüngungskur für Szenekneipe "Sassafras" Foto: Hans-Juergen Bauer
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Das Traditionslokal Sassafras hat mit Stefan Conrady einen neuen Pächter. Am kommenden Sonntag, 17 Uhr, ist die Eröffnung.

Nach einem Jahr Suche hat das "Sassafras" an der Düsseldorfer Straße 90 einen neuen Pächter. In einem großen Kraftakt hat Stefan Conrady das gesamte Lokal umgekrempelt. Aber noch ist kaum vorstellbar, wie er es in den wenigen Tagen bis zur Eröffnung am Sonntag, 8. Juni, schaffen will, seinen Gästen das neue Gesicht des Traditionslokals zu präsentieren: Denn noch gleicht es eher einer Baustelle: Der Tresen ohne Platte und Handlauf, dahinter ein Regal im Aufbaustadium, der Fußboden mit verkleckster Pappe abgedeckt und ein Tapeziertisch in der Ecke dient dem sympathischen Wirt als Baubüro. "Wir sind am Samstag fertig", verspricht der 34-Jährige und fügt gelassen hinzu: "Ich schaffe das." Das kann man getrost glauben, denn Mama und Papa helfen kräftig mit. Bereits vor Wochen hatte Vater Conrady, der unermüdlich Handwerkerdienste leistete, versichert: "Bis zur Fußballweltmeisterschaft steht der Laden."

Stylisch und gut: Die schönsten Cafés in Düsseldorf Stylisch und gut Die schönsten Cafés in Düsseldorf Zum Artikel » Stefan Conrady lässt nicht nur Licht und Luft in die alten Mauern des 128-jährigen Gebäudes, in dem es im Erdgeschoss immer eine Kneipe gab, einziehen, sondern hat auch das Konzept einer Verjüngungskur unterzogen. "Das neue Sassafras wird ein Ort zwischen Tradition und Weltoffenheit, serviert in einer Atmosphäre exklusiver Gastlichkeit sein." Dabei soll an die Geschichte des Hauses angeknüpft, Traditionen gepflegt oder wiederbelebt und das Besondere des Sassafras hervorgehoben werden. "Ich plane auch, die Lesungen wieder einzuführen, Programme aus der Subkultur zusammenzustellen und der Videokunst Raum zu geben." Die Küche wird eher eine untergeordnete Rolle spielen und einen kreativen Bistro-Charakter haben. "Wie damals im Barbarossa", verrät Conrady, der alte Zöpfe abgeschnitten hat und bemüht ist, dem neuen Sassafras seinen Stempel aufzudrücken. "Nicht ohne die Vergangenheit zu vernachlässigen", betont er. So werde das Bier nicht nur weiterhin aus der alten Keramikzapfsäule fließen, der Tresen seine Mahagoni-Platte frisch aufpoliert zurückbekommen. Vielmehr wird die alte Kegelbahn das Früher mit dem Heute verbinden. Sie ist inzwischen die Einzige in der linksrheinischen Kneipen-Szene und erfreut sich über Jahrzehnte großer Beliebtheit. "Hier habe ich als Zehnjähriger die Kegel aufgestellt", sagt Hausbesitzer Siegfried Hanten und weist auf die alten Kronleuchter hin, die leise vor sich hinflackern. Auch die alten Lampen, die einst über den Kneipentischen hingen, dekorieren weiterhin die Kegelbahn. So bleibt für die Stammgäste der Wiedererkennungswert erhalten.

Einem radikalen Schnitt hat der Wirt sein berufliches Leben untergezogen. Nach dem Philosophiestudium hat er im Marketing gearbeitet und war zuletzt Unternehmensberater. "Nicht mein Ding", sagt er. Und so erinnerte er sich an seinen Studentenjob. "Ich habe neben meinem Studium immer in der Gastronomie gearbeitet, im Weinladen am Belsenplatz und im damaligen ,Olio'." Stets habe es ihn nach Oberkassel gezogen und nun sei er angekommen und mit ihm sein Freundeskreis. "Jetzt haben wir einen Treffpunkt gefunden."

Quelle: RP