Blind Date mit Timo Bosch

„Currywurst hat eine Daseinsberechtigung“

Blind Date mit Timo Bosch: „Currywurst hat eine Daseinsberechtigung“ Blind Date mit Timo Bosch: „Currywurst hat eine Daseinsberechtigung“ Foto: Endermann, Andreas
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Seit drei Jahren ist Timo Bosch Chefkoch im Hotelrestaurant des Intercontinental. Am Hotel schätzt er vor allem die Varibilität.

In der Adventszeit organisiert jeden Tag ein RP-Redakteur einem Kollegen ein Blind Date für ein Interview. Heute trifft Volontärin Mirjam Ratmann Timo Bosch, Küchenchef im Restaurant Péga des Intercontinental-Hotels auf der Königsallee im Herzen der Stadt.

Sie haben sich frühzeitig für die Arbeit in einem Hotelrestaurant entschieden. Was ist denn der Unterschied zum ‚normalen‘ Restaurantbetrieb?

Bosch Vom Handwerk unterscheidet es sich nicht so sehr. Im Hotel gibt es ein größeres Angebot und zum Beispiel auch Roomservice für 287 Zimmer. Im Restaurant hat man feste Arbeitszeiten und ein festes Team, im Hotel rotiert der Einsatzplan stärker, ein Hotel hat 365 Tage offen. Das heißt, ich kann meine freien Tage selbst bestimmen. Ich mag diese Variabilität.

Sie sind seit 15 Jahren Koch. Inzwischen gibt es mehr Diäten und Trends in der Küche. Inwiefern hat das Ihre Arbeit verändert?

Bosch Das große Trendthema Internationalität ist mir wichtig. Rein küchentechnisch ist die ganze Welt bei uns zuhause. Unsere Gäste finden die Küche aus ihrer Heimat in unserem Hotel wieder und können gleichzeitig lokale Speisen probieren. Von Rheinischen Sauerbraten bis Safranrisotto sind wir flexibel und wissen viel über die Rezepte, ob Sauerbraten oder Halal.

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Ein großes Thema für viele Menschen ist Veganismus, schon längst kein Trend mehr. Viele machen das durchaus aus Überzeugung.

Bosch Vegetarismus finde ich vollkommen in Ordnung.

Ich bin selbst kein Veganer, ich esse inzwischen lieber nur einmal in der Woche gutes Fleisch. Ich habe ja selbst eine Laktose- und Glutenunverträglichkeit und habe es in Restaurants schon oft erlebt, dass bereits das Servicepersonal genervt reagiert, wenn man das erwähnt.

Bosch Bei uns gehört das inzwischen zum Tagesgeschäft dazu, ich habe mittlerweile eigene Rezepte, die gut abgestimmt sind, meist regional und saisonal. Man wird mit der Zeit routinierter und kennt die Gerichte, die individuell passen.

Auch die Hotelbranche hat mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Was macht es für Sie zu einem Traumberuf?

Bosch Ich arbeite gerne mit Lebensmitteln, ich esse selber gerne. Man hat viel Kundenkontakt und die Möglichkeit, überall auf der Welt zu arbeiten und interessante Menschen kennenzulernen. In der Küche hat man oft Kollegen aus vielen unterschiedlichen Ländern und tauscht sich mit anderen Kulturen aus. Außerdem wird noch in den nächsten 100 Jahren gut gegessen werden – mein Job wird nicht aussterben. Zudem gibt mir Kochen die Möglichkeit, mich kreativ auszuleben. Es ist ein total vielseitiger Job. Eine Currywurst hat da genauso eine Daseinsberechtigung wie ein Drei-Gänge-Menü.

Haben Sie ein Lieblingsgericht?

Bosch (lacht) Oh ja, Rouladen esse ich sehr gerne. Asiatisch mag ich auch.

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Quelle: RP