Hört mich bis ins Weltall schreien

Alien: Isolation im Test für PlayStation 4

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Horror pur: "Alien: Isolation" entfernt sich meilenweit von seinen auf Action fokussierten Vorgängern und setzt auf feinsten Survival-Horror. Warum das Spiel trotz einiger Schwächen zu den besten Horror-Spielen der letzten Jahre gehört, erfahrt Ihr in unserem ausführlichen Test.

Mit Alien: Isolation wagen sich The Creative Assembly und Sega an eine nicht wirklich "einfache" Horror-Vorgabe, welche zudem durch den letzten Software-Auftritt Aliens: Colonial Marines in die Ungnade der Fans gefallen ist. Von den wilden Ballereien im Sekundentakt gegen hunderte Aliens mal ganz abgesehen, gibt sich auch der erste Alien-Streifen von Ridley Scott aus dem Jahre 1979 nicht gerade als Steilvorlage für ein Videospiel.

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Das Problem an der Sache: In "Alien" gibt es neben Sigourney Weaver als Ellen Ripley nur einen weiteren Star, den titelgebenden Xenomorphen, der die Crew nach seiner legendären "Geburt" Mitglied um Mitglied dezimiert. Für ein Videospiel ist dieser Fokus auf einen einzigen Gegner schwierig: Während der Film seine Geschichte nach knapp 2 Stunden abgehakt hat, muss ein "Spiel" deutlich mehr bieten und länger vor den Bildschirm fesseln. Insbesondere wenn es, wie bei Alien: Isolation, nicht als mutiges Indie-Produkt, sondern als vollwertiger Triple-A-Titel vertrieben wird.

Eines können wir gleich zu Beginn sagen: Der Spagat ist den Entwicklern von The Creative Assembly hervorragend gelungen. Dabei sind die Briten nicht gerade für Horrorspiele bekannt: Aus ihren Reihen stammen primär die hervorragenden Strategietitel der Total War Serie, zuletzt in Form von Total War: Shogun 2 und Total War: Rome II.

Was mich persönlich nach den bereits veröffentlichten Reviews der Kollegen überrascht, ist das weite Wertungsspektrum, welches sich mit dem Titel verbindet: Von einer miesen 5,9 (IGN) über eine läppische 6,5 (Polygon), über mittelprächtige 7,4 (Gametrailers), bis hin zu Höchstwertungen wie 93 (PC Gamer) und 9 von 10 (God is a Geek) ist so ziemlich alles vertreten. Der Trend der gespaltenen Meinung scheint sich fortzusetzen: Zuletzt hatte Destiny so ein Wertungs-Chaos veranstaltet. 

Doch was stimmt nun? Durch unsere Einleitung habt Ihr sicher schon gemerkt, dass wir eher zu einer hohen Wertung tendieren. Doch langsam, Schritt für Schritt! Duckt Euch und folgt mir unauffällig in den Lüftungsschacht der Alpträume!

Beklemmende Klänge und schauderhafte Kulissen

Eigentlich fange ich bei einem Test nur ungern mit der audiovisuellen Seite an, im Falle von Alien: Isolation führt aber kaum ein Weg daran vorbei. Was The Creative Assembly hier abliefert, ist schlicht die Referenzklasse, sowohl in Sachen Sound-, als auch visuellem Design. Die Kulissen, in denen Ihr Euch von Schreibtisch zu Schreibtisch, von Luftschacht zu Luftschacht (in meist kriechender Form) bewegt, fangen die visuelle Seite des Films nicht nur hervorragend ein, sie vermitteln mit jedem kleinen Detail den Schrecken und den Horror, dem die neue Protagonistin Amanda (Ellen Ripleys Tochter) unterworfen ist.

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Dabei wird auch klar, warum der Film bis heute nichts von seinem Schrecken verloren hat: Ich nenne es an dieser Stelle sprachlich unsauber mal den Unterschied zwischen „sauberer“ Science Fiction und „schmutziger“ Science Fiction. Der Clou: Viele Hochglanzproduktion – egal ob Film, oder Spiel – setzen vermehrt auf sehr klare Linien, auf Hochglanz polierte Raumschiff-Interieurs und technische Errungenschaften, welche uns im Jahr 2014 selbst auf der Hand liegen: Weiter entwickelte Tablets, viel technischer Schnickschnack und holografische Displays, welche sich ganz einfach per Stimme bedienen lassen.