Assassin's Creed Unity im Test | PlayStation 4

Paris begeistert, Assassine Arno langweilt

Assassin's Creed Unity im Test | PlayStation 4: Paris begeistert, Assassine Arno langweilt Assassin's Creed Unity im Test | PlayStation 4: Paris begeistert, Assassine Arno langweilt
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Typisch für Ubisoft wurde der neue Assassin’s-Creed-Teil Unity mächtig gehyped. Und die Franzosen haben tatsächlich etwas Grandioses abgeliefert. Weitgehend zumindest.

Lange hält sich Unity nicht damit auf, das Geheimnis der genetischen Erinnerungen zu präsentieren. Oder den Animus, mit dem man in das Leben eines Vorfahren eintauchen kann. Fast schon ein wenig beschämt wird das schnell abgehandelt.

Dann geht es mit den Templern in Frankreich und im Mittelalter los. "Äh, Mittelalter? Ich dachte, es geht um die Französische Revolution!?" Ja, das tut es auch! Es ist das Vorgeplänkel für die Hauptgeschichte in den Wirren des historischen Umbruchs. Und wenn es dann mit der Hauptfigur Arno als kleines Kind weitergeht – nein, immer noch nicht die Revolution –, fällt einem Kinnlade runter und man muss aufpassen, nicht wie Homer Simpson drauflos zu sabbern: Das Schloss von Versailles ist dermaßen grandios in Szene gesetzt, schwelgt deutlich sichtbar im Reichtum und ist grafisch so opulent, dass es schon fast wie "Overnext Gen" scheint.

Der visuelle Eindruck setzt sich im Laufe des Spiels, das dann sehr schnell bei der Revolution landet, nahtlos fort. Selbst nicht so Gaming-affine Menschen waren beim ersten Anblick von Unity auf der PlayStation 4 und auf einem großen Fernseher völlig geplättet. Dazu kommen die gewaltigen Menschenmassen, die man bislang nur aus "Hitman: Absolution" kennt.

Aber Unity stellt den zwei Jahre alten Konkurrenz-Titel von Square Enix so etwas von in den Schatten. Paris ist voller Leben, Musik, Lärm, Geschrei und Tanz. Atmosphärisch dichte Settings konnte Ubisoft bei Assassin’s Creed immer schon gut zaubern. Unity ist ein gewaltiger Schritt vorwärts: Die Franzosen haben in den Ankündigungen und Trailern nicht zu viel versprochen.

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Die Steuerung hat sich nicht völlig verändert. Sie wurde nur etwas poliert und um einige Charakter-Animationen erweitert. Der Parcours-Teil wirkt organischer, weil man fast mit einer Taste alles erledigt, und Arnos KI ist intelligent genug, um alleine den richtigen Weg zu finden.

Meistens jedenfalls. Einmal habe ich es geschafft, dass sich Arno von einer Kirche sinnlos in den Tod stürzt. In den anderen Creed-Teilen ist mir das weit öfter gelungen. Die KI versagt nur immer wieder dabei, durch Fenster in ein Gebäude einzusteigen. Und das tut man oft in Unity. Mit "L2" beim PS4-Controller sollte das einfach gehen, tatsächlich hänge ich immer wieder vor Fenstern oder klettere darum herum, weil mein Assassine es einfach nicht schnallt. Ein kleines, aber sehr nerviges Detail.