"BioShock Infinite: Burial at Sea Episode 2" im Test

Rapture aus der Perspektive von Elizabeth

"BioShock Infinite: Burial at Sea Episode 2" im Test: Rapture aus der Perspektive von Elizabeth "BioShock Infinite: Burial at Sea Episode 2" im Test: Rapture aus der Perspektive von Elizabeth
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"BioShock Infinite: Burial at Sea Episode 2" im Test Rapture aus der Perspektive von Elizabeth 5 Fotos

Mit Episode 2 von Burial at Sea wird das erstmal letzte Kapitel von BioShock aufgeschlagen. Lohnt sich der erneute Ausflug nach Rapture?

BioShock hat uns über viele Jahre hervorragend unterhalten, doch die Serie blickt einer düsteren Zukunft entgegen: Serienvater Ken Levine hat die Entwicklerriege Irrational aufgelöst und will sich auf neue Herausforderungen konzentrieren. 

Dementsprechend blicken wir mit einem lächelnden und einem weinenden Auge auf die zweite Episode des BioShock Infinite DLCs Burial at Sea: Lächelnd, weil das erneute Abtauchen nach Rapture erstaunlich gut gelungen ist, weinend, weil wir in Zukunft kaum auf neuen BioShock-Stoff hoffen dürfen. 

Die höhere Qualität von Episode 2 kommt im direkten Vergleich mit Episode 1 besonders zum Tragen: Der Erstling wurde in beinahe allen Medien aufgrund öder Spielmechanik und viel zu kurzer Spielzeit teils stark kritisiert.  Letztere gehört in Episode 2 der Vergangenheit an, richtet Euch also schonmal auf vier bis fünf Stunden exzellenter Unterhaltung ein.

Anstelle von BioShock Infinite Heroe Booker DeWitt schlüpft Ihr diesmal in die Haut von Elizabeth, welche die Stadt am Boden des Meeres nach einer Little Sister namens Sally absucht. Dank verschiedener Dimensionen, multipler Persönlichkeiten und dem philosophischen Gehirntwister der BioShock-Hintergrundgeschichte solltet Ihr Euch aber nicht zu sehr auf die Absichten, Beweggründe und die finale Auflösung der Erzählung konzentrieren: Kopfschmerzen sind hier vorprogrammiert!

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Hier liegt auch gleich der größte Kritikpunkt an Burial at Sea "begraben": Die Identifikation mit Elizabeth fällt aus kontextueller Sicht schwer, was dem Titel einiges an Atmosphäre und Spielgefühl nimmt. Immerhin sind wir ja nur "eine von vielen" Versionen von Elizabeth. 

Pssst! Nicht so laut! Wir schleichen!

Ganz anders sieht die Sache aus Perspektive der Spielmechanik aus: Anstelle Euch wild durch die Korridore zu ballern - ganz im Stil von BioShock Infinite - seid Ihr in der Haut von Elizabeth darauf angewiesen aus den Schatten zu agieren. Kurz: Burial at Sea: Episode 2 ist ein fantastisches Stealth-Spiel!

Dabei könnt Ihr tatsächlich durch das Spiel kommen, ohne dabei eine einzige Seele zu verletzen. Noch besser: Der seperat auswählbare 1998 Modus zwingt Euch dazu Niemanden umzubringen, was die Spielmechanik weiter nach vorne rücken und die Atmosphäre in die Höhe schnellen lässt. 

Apropos Spielmechanik: Natürlich kommt Elizabeth passend zum Schleich-Ansatz mit einer gehörigen Portion neuer Fertigkeiten daher. So überwältigt Ihr nichtsahnende Gegner von hinten, oder blickt mit dem "Peeping Tom" Plasmid durch Wände hindurch. Nebenbei nutzt Ihr die neue Armbrust um Schlafpfeile zu verschießen, ganze Gegnerhorden mit Gas-Pfeilen außer Gefecht zu setzen oder mit Lärm erzeugenden Pfeilen die Aufmerksamkeit von Euch zu lenken. 

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Dieser neue Ansatz der Spielmechanik ist eine hervorragende Abwechslung zum eher Action-orientierten Hauptspiel und der "zarten" Elizabeth auch im Kontext der Geschichte wie auf den Leib geschnitten.

Da die Geschichte vor den Ereignissen von BioShock spielt, erfahrt Ihr nebenbei einiges über Rapture, bevor es zum bekannten Sündenpfuhl mutierte - einige nette Gastauftritte von geliebten Charakteren inklusive!

Fazit

BioShock Infinite: Burial at Sea: Episode 2 setzt der Serie kein perfektes Ende, dafür ist die Geschichte mittlerweile zu abgehoben und für viele Spieler sicher kaum ohne das Nachlesen mehrseitiger Analysen nachvollziehbar.  Dennoch begeistert der letzte Ausflug nach Rapture mit jeder Menge coolen Anspielungen an die alten Teile und die alte Charakterriege. 

Das Sahnehäubchen in Episode 2 ist jedoch die Stealth-Spielmechanik, welche Euch ruhiger und aufgeschlossener durch die Level schleichen lässt und eine starke Atmosphäre aufbaut.

Als Serienfan solltet Ihr also nicht zögern und Euch den knapp 15 Euro teuren Download gönnen. Alternativ wartet Ihr einfach noch einige Monate, denn eine "Game of the Year" oder "Döner mit Alles" Edition erwartet uns so sicher, wie das Amen in der Kirche. 

BioShock Infinite: Burial at Sea: Episode 2 ist erhältlich für Xbox 360, PlayStation 3 und PC (Steam). 

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