Driveclub im Test | PlayStation 4

Schnittiger Vorführwagen ohne Extras

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Driveclub im Test | PlayStation 4 Schnittiger Vorführwagen ohne Extras 8 Fotos

Driveclub hat bereits einige Kilometer hinter sich: Ursprünglich als Launch-Titel zur Veröffentlichung der PlayStation 4 im November 2013 geplant, wurde das Rennspiel der Evolution Studios gleich mehrere Male nach hinten verschoben. Jetzt wagt sich Sony's Hochglanzflitzer endlich aus der Garage heraus. Wir zeigen im Test, warum der Titel dort besser noch etwas länger hätte bleiben sollen.

Es ist schon eine Krux mit Driveclub: Zu spät, fehlerhafte Online-Features und der andauernde Vergleich mit Forza Horizon 2 graben sich tief in das Reifenprofil. Doch der Vergleich hinkt, wenn auch der Wille zum Vergleich beider Rennspiele verständlich ist: Immerhin ist Driveclub DER große Rennspieltitel für die PlayStation 4 und Forza Horizon 2 DAS exklusive Rennspielwunder im Microsoft-Zirkus. Kein Wunder, dass da zwischen den Fans die Fetzen fliegen.

Rein technisch und in Sachen Spielmechanik aber ist jeder Vergleich absurd bis untragbar: Während die Evolution Studios einzig auf ihre Rennspielvergangenheit zusammen mit der populären Motorstorm-Serie zurückgreifen können, sieht es bei Turn 10 und Playground Games schon ganz anders aus: Features wie der Foto-Modus, die tollen Replays und die ausladende Wagenauswahl sind über die Jahre gewachsen und mussten für Forza Horizon 2 nur angepasst und fein geschliffen werden.

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Es ist durchaus verständlich zu summieren: Driveclub hat keinen Foto-Modus. Driveclub hat keine Replays. Aber das Fehlen dieser Features wird durch den Blick in die Vergangenheit beider Studios verständlicher, allen voran in Hinsicht auf die vielen weiteren Errungenschaften, welche Driveclub dafür in den Vordergrund gestellt hat. Ein schaler Geschmack bleibt dennoch zurück: Zumindest Replays sind Standard-Kost in Rennspielen jeglicher Form und Couleur.

Bei einem Blick auf die immens lange Feature Liste von Driveclub kann man durchaus mal die Augenbraue hochziehen, welche Prioritäten hier offensichtlich falsch gesetzt wurden: Wolken reagieren auf die Windgeschwindigkeit, über 100 verschiedene Arten von Bäumen, Blumen und Gestrüpp sollen visuelle Abwechslung garantieren und die indische Strecke „Chungara Lake“ kommt mit einem Flock von 19.000 (!) Flamingos daher, die alle unabhängig voneinander reagieren.

Es sind Superlative wie letzterer, welche Driveclub ins falsche Licht rücken: Welcher Projekt-Manager hat so etwas durchgewunken, ohne zuerst einen Replay-Modus zu integrieren?

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Auch in Sachen Spielmechanik liegen Welten zwischen Forza Horizon 2 und Driveclub: Ersteres ist konzipiert als „Open World“ Rennspiel, indem Ihr Euch in einem gigantischen Sandkasten inmitten von Frankreich und Italien austoben dürft. Driveclub hingegen bietet klassische Kost, von Rundkursen über langgezogene Strecken. Die Straße zu „verlassen“ gehört nicht mit ins Konzept, entsprechend begrüßen Euch unsichtbare Mauern. 

Wir sprechen hier letztendlich über zwei komplett verschiedene Spiele, die eben aus demselben Genre stammen, außer der Grundkomponente „Autos“ aber nicht viel miteinander zu tun haben. Deswegen will ich mir in den kommenden Zeilen auch jeden weiteren Vergleich mit anderen Rennspielen sparen und auf den Punkt kommen, warum Driveclub eigenständig betrachtet durchaus begeistern kann. Wären da nicht die vielen, vielen Kratzer im Lack...