Aliens From Outta Space

Fortified im Test für PC

Aliens From Outta Space: Fortified im Test für PC Aliens From Outta Space: Fortified im Test für PC Foto: Clapfoot

Als bunt gemischte B-Movie-Heldentruppe stellen wir uns in diesem recht schnörkellosen Tower Defense Game den außerirdischen Invasoren entgegen.

Es ist schon lustig: Nachdem ich erst kürzlich durch die von den B-Movies und Monsterfilmen der 50er Jahre inspirierten Level des „Deadly Tower of Monsters“ gestampft bin, landet mit "Fortified" gleich das nächste Indie-Game mit ähnlicher Thematik bei mir auf dem Tisch. Ein neuer Trend? Ich hoffe doch sehr, immerhin bietet diese Zeit noch immer unzählige Möglichkeiten für Videospiele mit cooler Thematik.

Leider stellt sich bei Fortified schnell heraus: Außer der coolen Kulisse backen die kanadischen Entwickler von Clapfoot eher kleine Brötchen. Das Spiel ist Tower Defense ist Reinkultur, will heißen: Ihr wählt einen von vier Helden (Jetpack-Lady, Blondie, Geheimdienstmitarbeiter und Astronaut), stürzt euch in das erste von insgesamt 12 Leveln und versucht die Invasoren verzweifelt daran zu hindern eure Rakete zu zerstören.

Gezeigt wird das Geschehen dabei aus der dritten Person, spielerisch liegt der Titel nahe bei Spielen wie "Dungeon Defenders", "Orcs Must Die" und "Sanctum".

Die Bahnen des außerirdischen Gesocks, meist bestehend aus diversen Robotern und UFOs, sind strikt festgelegt, so dass ihr euch vor dem Start der Invasion entsprechend vorbereiten könnt. Verteilt Fallen an den Wänden und dem Boden, errichtet Geschütztürme, oder lasst euch von K.I.-Kollegen unter die Arme greifen. Nebenbei greift ihr auf eine Primär- und eine Sekundär-Waffe zurück, um den Aliens Saures zu geben.

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So wird Welle an Welle von fies gelaunten Eindringlingen zurückgeschlagen: Nach der sechsten Welle an Invasoren ist Schluss mit lustig und es wird abgerechnet. Ein äußerst simples Erfahrungspunkte-System lässt euch im Level foranschreiten und neue Spielzeuge zur Verteidigung freischalten, darunter auch Anpassungen für eure Schusswaffen.

Spätere Spielabschnitte kommen dann mit mehreren Raketen und einem ganzen Labyrinth unterschiedlicher Weggabelungen daher. Spätestens jetzt ist auch Köpfchen gefragt: Nur wer seine durch Geldmittel limitierten Verteidigungsanlagen perfekt und sparsam platziert, der hat gegen die Aliens eine Chance.

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Mehrere Spieler haben Spaß, Solisten kratzen sich den Kopf

Womit wir gleich zum ersten Kritikpunkt kommen: Die Schwierigkeitskurve beginnt langsam, steigt aber sehr schnell an. Insbesondere Solo-Spieler werden bereits im fünften oder sechsten Level verzweifeln, wenn die Aliens plötzlich aus allen Richtungen kommen und mehrere Raketen ins Ziel nehmen. Auch die Schwierigkeitsabstufung der Wellen innerhalb der Level erschien mir an der ein oder anderen Stelle als unausgewogen: Hatte ich in Welle 4 noch um's blanke Überleben gekämpft, wurden Welle 5 und 6 ohne mit der Schulter zu zucken abgefertigt.

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Hier zeigt sich schnell, dass Fortified für mehrere Spieler konzipiert wurde: Bis zu vier Helden dürfen im Online-Koop gleichzeitig losziehen. Und so lassen sich die Raketen auch gleich doppelt so gut verteidigen. Im Test funktionierte dies ohne Probleme und nervige Lags. Leider ist die Multiplayer-Lobby ebenfalls sehr einfach und blank gehalten. Schade: Für einen lokalen Koop-Modus im Splitscreen hat's nicht gereicht.

Erstaunlich gut integriert ist die Controller-Steuerung und auch in Sachen grafischer Optionen gibt’s nichts zu mäkeln: Das Interface geht vollkommen in Ordnung, ist übersichtlich und schnell erlernt. Leider ist die grafische Darstellung des Spiels selbst eher abtörnend: Abgesehen von den schnieke in Szene gesetzten Aliens und Helden bieten die Umgebungen verwaschene Texturen, viel Nebel und Gebäudemodelle, die ebenso gut aus einem alten PS2-Spiel stammen könnten.

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Akustisch hingegen gibt’s nichts zu mosern: Tolle Soundeffekte, ein passender Soundtrack und viele coole Sprüche seitens der Protagonisten liefern 50er-Jahre-Feeling pur.

Fazit

Fortified kommt leider einige Jahre zu spät: Nach genialen Tower-Defense-Spielen wie "Orcs Must Die" oder "Dungeon Defenders" wirkt der Titel ziemlich blass und auf das Allernötigste beschränkt. Immerhin funktioniert der Kern des Spiels tadellos und bietet für absolute Die-Hard-Fans des Genres sicher einige lustige Stunden vorm Rechner – zumindest wenn ihr ein paar Freunde am Start habt.

Auf die Online-Suche nach Mitspielern würde ich keine großen Stücke geben: Die Community ist übersichtlich bis nicht vorhanden, spätestens in zwei bis drei Monaten dürften sich kaum mehr Mitspieler finden (außer es entwickelt sich allen Unkenrufen zum Trotz positiver, als von mir gedacht).

Für Solo-Spieler hingegen kann ich das Spiel nicht wirklich empfehlen: Der unausgewogene Schwierigkeitsgrad und die Horden an Aliens auf unterschiedlichen Bahnen lassen euch in den späteren Levels schnell verzweifeln.

Kurz: Wer unbedingt mal wieder ein Tower-Defense-Game alter Schule im coolen Setting zocken will, dem sei Fortified mit den genannten Einschränkungen empfohlen, alle anderen machen besser einen Bogen darum.

Fortified erhält von uns 68 von 100 abgeschossenen UFOs, 6 von 10 tapferen Soldaten und 3 von 5 gestarteten Retro-Raketen.

Fortified ist per Download erhältlich für PC (via Steam) und für Xbox One (via Xbox Live).

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