Gauntlet (2014) im Test | Steam

Mit Essen spielt man nicht

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Gauntlet (2014) im Test | Steam Mit Essen spielt man nicht 8 Fotos

Die Magicka-Entwickler hauchen der Arcade-Legende neues Leben ein und laden zum munteren Dungeon-Klopper mit zünftigem Vierspieler-Koop-Modus. Wir schauen, ob sich das Remake lohnt.

Hach, das waren noch Zeiten: 1985 gründete Atari mit dem Arcade-Automaten Gauntlet das "Hack & Slash"-Genre praktisch in Eigen-Regie. Das Genre, in dem sich wahre Helden einer nicht enden wollenden Schar an Bösewichten entgegen stellen und diese Knochen für Knochen zurück in die Hölle schicken, gehört seitdem ins Rollenspiel-Jargon wie der Beholder und der 1W6.

Der Clou an Gauntlet: Nicht einer, nicht zwei, nicht drei, sondern gleich vier Helden ließen sich gleichzeitig aus der Vogelperspektive durch die pixeligen Labyrinthe bewegen, vom markanten Krieger, über den archetypischen Zauberer bis hin zum gewandten Elf und der Walküre.

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Ein weiteres Feature von Gauntlet ist bis heute legendär: Monster-Portale ließen solange neue Bösewichte ins Labyrinth purzeln, bis Ihr das Portal mit vereinter Kraft schließen konntet. Wer dabei nicht fix reagiert, sieht sich schnell einer übermächtigen Anzahl an Feinden gegenüber.

Seit 1985 hat Gauntlet so einige Neu-Inkarnationen gesehen – die meisten davon eher schlecht, als recht. Mit den Arrowhead Studios, den Entwicklern des beliebten Chaos-Koop-Kloppers Magicka, haben sich nun aber Leute an den Stoff gewagt, die man kaum besser dafür hätte wählen können. Immerhin bietet bereits Magicka einen fabulösen Koop-Modus aus der Iso-Perspektive und das Spiel ist hinlänglich dafür bekannt selbst die besten Freundschaften in wüsten Beschimpfungen und Couch-Prügeleien untergehen zu lassen.

So erkennt man die Handschrift der schwedischen Entwickler in der Neu-Interpretation von Gauntlet an allen Ecken und Enden wieder: Insbesondere der Zauberer könnte mit seiner Fertigkeitenpalette auch gleich aus Magicka entsprungen sein. Dass das Gold innerhalb der Dungeons nicht mit der Gruppe geteilt wird... nun, das ist noch so eine „nette“ Idee, welche den Koop-Gedanken insbesondere mit zufällig zusammengewürfelten Mitspielern ad absurdum führt und meist in wilden Spießrutenläufen an den Mitspielern vorbei zum glitzernden Gold gipfelt.

Doch fangen wir langsam an, ganz von vorne. Gauntlet hält sich nicht lange mit der flachen Geschichten auf und kommt in nur wenigen Minuten gleich zum Punkt. Begebt Euch auf die Suche nach drei mächtigen Artefakten und besiegt das Böse. Punkt. Das war's auch schon. Ihr wählt einen der vier Recken und springt gleich in den ersten Dungeon, wobei Euch die Steuerung in einem kurzen Tutorial näher gebracht wird.

Schon bei der Handhabung treten die Unterschiede von Krieger, Walküre, Zauberer und Elf hervor: Während Ihr als Elf einen „Twinstick-Shooter“ spielt und Euch über eine Ausweichrolle ohne Abklingzeit freut, wird das Spiel als Krieger und Walküre knackiger: Neben einem normalen Schlag greift Ihr zu diversen Spezial-Attacken, zum Beispiel einer Wirbelattacke (Krieger) oder einem schnellen Stoß nach vorne (Walküre).

Richtig kompliziert wird’s beim Zauberer: Magicka-Profis haben hier sicher nur halb so viele Probleme wie all jene, die sich zum ersten mal beim munteren Mixen verschiedener Elementare ausprobieren. Sofern Ihr die Kombinationen auswendig gelernt habt, teleportiert Ihr Euch binnen weniger Sekunden quer über das Spielfeld, friert Feinde ein, zerschmettert sie mit Kettenblitzen, oder verbrennt ganze Horden mit Feuerbällen.

Tipp: Anfänger sollten sich besser erst mit dem Elf oder der Walküre anfreunden, während der Krieger und der Zauberer definitiv am anderen Ende der Skill-Liga stehen.

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Eine wichtige Frage können wir übrigens gleich mit einem „Nein!“ beantworten: Alleine lohnt sich der Ausflug in die atmosphärisch gestalteten und mit Fallen gespickten Dungeons von Gauntlet nicht wirklich.

Dieses Spiel schreit von Anfang zum Ende hin laut „Mehr Spieler!“ und Ihr solltet darauf hören. Natürlich funktioniert der Koop-Modus ebenfalls online – auch wenn wir in unserem Test hin und wieder Verbindungsprobleme hatten. Die Königsdisziplin von Gauntlet ist aber weiterhin auf Eure hoffentlich für vier Spieler ausgelegte Couch fokussiert.