Das Lego-GTA bringt uns zum Bauklötze staunen

Lego City Undercover im Test für Nintendo Switch

Das Lego-GTA bringt uns zum Bauklötze staunen: Lego City Undercover im Test für Nintendo Switch Das Lego-GTA bringt uns zum Bauklötze staunen: Lego City Undercover im Test für Nintendo Switch Foto: Nintendo

Mit vierjähriger Verspätung purzelt eines der besten Lego-Spiele für die Wii U endlich auch auf andere Konsolen und den PC. Wir haben uns das "Lego GTA" für die Nintendo Switch vorgeknüpft und zeigen im Test, ob sich der Titel in die Stadt der Klötzchen lohnt.

Eigentlich ist Lego in der Welt der Videospiele eher dafür bekannt sich an große Lizenzen zu hängen und damit abzusahnen: Seien es Star Wars, Batman, der Herr der Ringe, Marvel oder Indiana Jones, das britische Entwicklerstudio Traveller's Tales bringt seit 2005 im Jahrestakt neue Spiele auf den Markt.

Abseits vom Minecraft'schen "Lego Worlds" haben die Entwickler mit "Lego City Undercover" 2013 eines der ersten Lego Games ohne starkes Lizenz-Zugpferd auf den Markt gebracht. Und dann auch noch exklusiv für die Wii U von Nintendo, die sich – wie wir mittlerweile alle wissen – alles andere als gut verkauft hat.

Kein Wunder also, dass man das bereits damals von den Kritikern hoch gelobte und gerne mal als "Lego GTA" betitelte Spiel nun nochmal aus der Mottenkiste gekramt und für andere Plattformen fit gemacht hat. Seit dem 7. April 2017 ist Lego City Undercover für PlayStation 4, Xbox One und den PC, sowie die Nintendo Switch erhältlich.

Letztere Version haben wir nun vor uns liegen: Nintendos neue Konsole kann die neue Software gut gebrauchen, schließlich wurde die Switch zum Start am 3. März nicht gerade mit Software überhäuft. Da kommt Lego City Undercover gerade zur rechten Zeit!

Chase McCain, übernehmen sie!

Als Polizist Chase McCain gilt es den Superschurken und Gegenspieler Rex Fury Dingfest zu machen, der das Leben von Chase McCain bereits einmal zur Hölle gemacht hat: Den Ruhm für seine Verhaftung heimste sein Vorgesetzter ein, während seine große Liebe Natalia ins Zeugenschutzprogramm wanderte. Nach einem Gefängnisausbruch ist Rex Fury nun wieder auf freiem Fuß – und ihr müsst dafür sorgen, dass der fiese Typ wieder in den Knast wandert.

Lego City Undercover 4 (image/jpeg)

Die Handlung wird dabei in 15 Missionen erzählt, welche euch die gewohnt üblichen, in sich geschlossenen Lego-Szenarien bietet: Knobelt, kloppt, hüpft und fahrt in einem der über 100 Fahrzeuge durch die Stadt, und verkleidet euch als Dieb, Feuerwehrmann oder Farmer (insgesamt gibt es 8 Kostüme und über 300 Skins, die euer Aussehen verändern), um einige der Rätsel zu knacken.

Die Fertigkeitenpalette ist wieder bunt gemischt und reicht vom Aushebeln von Türschlössern als Dieb, über das Löschen von Feuern als Feuerwehrmann und das Nutzen von eurem "Multifunktionskommunikator" zum Aufspüren versteckter Objekte. Derweil schwingt ihr euch mit einem Kletterhaken durch die Lüfte und züchtet auch schon mal Pflanzen als Gärtner – über die Ranken erreicht ihr dann zuvor unerreichbare Plattformen.

Lego City Undercover 3 (image/jpeg)

Spiel für Anfänger, Anspielungen für Profis

Lego-typisch ist das Spiel sehr leicht gehalten: Wirklich anspruchsvoll wird der Titel zu keiner Zeit, so dass auch kleinere Gamer ihren Spaß haben können. Mit den zahlreichen Anspielungen auf alte Gangster-Filme wie Starsky & Hutch, Sherlock Holmes und Mission: Impossible wird die jüngere Klientel hingegen weniger anfangen können. Hier grinsen die erwachsenen Mitspieler selig im Hintergrund und schwelgen in Erinnerungen.

Grundsätzlich ist der Humor wieder hervorragend gelungen, wobei die englische Sprachfassung mit einigen Wortspielen und tollen Synchros brilliert, welche in der deutschen Version leider verloren gehen. Wer Kind geblieben und des Englischen mächtig ist, sollte also unbedingt auf die englische Sprachausgabe umstellen.

Lego City Undercover 2 (image/jpeg)

Neue Features, miese Anpassung

Wie erwartet kann die Switch-Version technisch nicht mit seinen Konkurrenten PlayStation 4, Xbox One und PC mithalten: Selbst die 30 FPS werden insbesondere im Stadtgebiet selten eingehalten, zudem nerven die magere Auflösung im TV-Modus, Pop-Ups und teils sehr grober Schattenwurf. Alles kein Drama für Lego-Spieler, Technik-Fetischisten könnten hier und da aber mit der Nase rümpfen.

Dass der Tablet-Modus von der Wii-U-Version nicht mit dabei ist, merkt man kaum: Gescanned wird nun per Knopfdruck und die Stadtkarte wird auf einem neuen Interface-Element eingeblendet. Brandneu hingegen ist ein Splitscreen-Modus: Längst in allen Lego-Games üblich, findet der Koop nun auch seinen Weg nach Lego City – wie gewohnt nur stationär vor der Konsole und nicht online.

Lego City Undercover 1 (image/jpeg)

Fazit

Lego City Undercover gehört weiterhin zu den besten Lego-Spielen, die ihr euch für Geld kaufen könnt – und findet nun endlich einen größeren Kundenkreis. Obwohl die Fassungen für die PlayStation 4, Xbox One und den PC technisch wie zu erwarten besser ausfallen, fühlt sich der Titel auch auf der Nintendo Switch pudelwohl: Schnell ist ein zweiter Spieler mit dabei – und für unterwegs ist der Titel insbesondere für jüngere Zocker wie prädestiniert.

Kurz: Es gibt eigentlich keine Ausrede beim charmanten Lego-GTA nicht zuzugreifen!

Lego City Undercover erhält von uns 87 von 100 gesammelten Lego-Steinen, 9 von 10 perfekt sitzenden Kostümierungen und 4 von 5 heißen Drifts im Lego-Streifenwagen. Tolles Teil!

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