NBA 2K15 im Test | PlayStation 4

Großes Kino auch abseits vom Korb

NBA 2K15 im Test | PlayStation 4: Großes Kino auch abseits vom Korb NBA 2K15 im Test | PlayStation 4: Großes Kino auch abseits vom Korb
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NBA 2K15 im Test | PlayStation 4 Großes Kino auch abseits vom Korb 8 Fotos

Bereits seit ein paar Jahren gibt es in Sachen Basketball-Simulation bei Videospielen keinen Konkurrenzkampf zwischen EA und 2K mehr, denn die Krone geht klar an die NBA 2K Serie. Von der neuesten Iteration können sich sogar andere Sportspiele ein Beispiel nehmen, wenn auch einige Schwächen das Gesamtbild trüben. 

Um über NBA 2k15 zu sprechen, ist es in diesem Jahr nötig – so paradox es klingen mag – die Ansprüche von FIFA 15 zu kennen. Dort betonte EA-Chef Andrew Wilson jüngst ausdrücklich, dass auch Sportspiele „kraftvoller erzählen“ und „glaubhaftere Charaktere“ zeigen könnten – genau das sei das Ziel der neuen Fußball-Simulation aus seinem Hause.

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Mittlerweile wirkt es, als ob er Werbung für die Konkurrenz machen wollte: Was bei FIFA 15 nur bedingt funktionierte, zeigt das neue Werk von 2K Games nahezu in Perfektion. Bereits in den vergangenen Jahren setzte das Spiel in dem Karriere-Modus beinahe die gesamte Sport-Konkurren (FIFA, Pro Evolution Soccer, NBA Live) ordentlich unter Druck und die Entwickler bewiesen mit ihren zahlreichen Ideen (in etwa mit der Interaktion via Twitter mit Spieler und Fans) ein feines Händchen.

Enttäuschung schon zu Beginn der Karriere

Während die Konkurrenz beim Fußball weniger neben, als viel mehr auf dem Platz punkten kann, hat NBA 2k15 erneut keine Schwachpunkte in dem Karriere-Modus – und setzt noch einen drauf. Mittlerweile inszenieren die Macher die Videospiel-Karriere à la Hollywood.

Bereits der Start überrascht: Gedraftet wird unser talentierte Jung-Profi nicht, dafür ärgert er sich vor dem heimischen Fernseher über die frühe Pleite. Der Agent macht dem Youngster aber Hoffnung und kommt schließlich (sechs Monate später) mit ein paar Angeboten zurück.

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Einfach wollen es die Macher uns aber nicht machen. Sofern Ihr Euch für ein Angebot entscheidet, müsst Ihr zunächst ein Trainingsmatch bestehen. Das bereits aus den Vorgängern bekannte Notensystem (A bis D) hilft dabei: Während zum Beispiel Dallas nur bei einer Bestnote zuschlagen würden, ist Atlanta bereits mit einem einfachen "D" zufrieden.

Kurz nachdem Ihr Euch einen "Zehn-Tages-Vertrag" erspielt habt, dürft Ihr Euch gleich erneut beweisen – und so nimmt die Karriere ihren Lauf. Die Interaktion zwischen den Manschaftskollegen rückt dabei immer wieder gerne in den Mittelpunkt: So dürft Ihr während der Dialoge sogar entscheiden, was Ihr auf diverse Floskeln antworten möchtet. Dass es dabei nur zwei Möglichkeiten gibt und man sich lediglich zwischen zwei Charaktertypen ("Mannschaftsspieler" und "Egoist") entscheiden kann – geschenkt! Die Idee ist gut und birgt für die Zukunft eine Menge weiteres Potential für Euren ganz persönlichen NBA-Film. Super!

Welcher Spieler willst Du sein?

Wer eine Legende werden will, muss sich natürlich auch stetig verbessern. In diesem Fall könnt Ihr die erspielten Punkte in Fähigkeitspunkte umwandeln. Dabei wählt Ihr aus sechs Segmenten:  Jump Shooter, Inside Scorer, Athlet, Spielmacher, Rebounder oder Verteidiger. Individuelle Attribute schalten sich hingegen im Laufe der Karriere frei.

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Dass Ihr Euch dort nicht immer nur auf die so genannte Mitspielernote verlassen kann, ist neu: Der Trainer hat oftmals eine andere Einschätzung der Leistung, somit gibt es zwei unterschiedliche Bewertungssysteme.

Zwei Makel

NBA 2K15 gehört zweifellos erneut zu den besten Sportspielen des Jahres, fehlerfrei ist es aber beileibe nicht: Zwar überragt der Karrieremodus die Konkurrenz um ein Vielfaches, ein ambitioniertes Projekt, der Face Scan, sorgte aber für viel Ärger.

Während bei manchen Gamern das eingescannte Gesicht schlicht nicht existierte und somit eher einem Horrorfilm glich, scheiterten andere schon beim Hochladen der Datei. Damit initiierte das Spiel sogar ungewollt bei Twitter ein eigenes Hashtag (#nba2k15 face scan) und ließ eine Reihe lustiger Videos auf YouTube erscheinen:

Während sich der "Face Scan" mit einigen Anpassungen durchaus reparieren lässt, sind die teils extrem langen Ladezeiten weitaus problematischer. Hier ist Euer dickes Fell gefragt, denn aktuell könnt Ihr auf die nächste Partie schon mal gut und gerne bis zu einer Minute warten. Das ist ein Zustand, den man eher von der PlayStation 2 kannte.

Man vergisst es bei NBA 2k fast zu erwähnen, aber sowohl die Spielmechanik auf dem Platz, als auch die Atmosphäre sind erneut grandios. Zudem verblüfft die visuelle Wiedergabe mit viel Esprit und Spaß am Sport: Von den kultigen Maskottchen bis hin zu den Cheerleadern, auch hier dürfte sich die Konkurrenz gerne eine dicke Scheibe von abschneiden. Hinzukommen die Wiederholungen, in denen die schwitzenden NBA-Stars realer denn je wirken. 

Fazit:

Starke Spielmechanik, tolle Atmosphäre, fantastische Inszenierung: Wer sich von den langen Ladezeiten und den fiesen Fehlern beim "Face Scan" nicht abschrecken lässt, dem steht (mal wieder) das beste Basketball-Spiel des Jahres ins Haus. Und davon mal ganz abgesehen wahrscheinlich auch das generell beste Sportspiel des Jahres. Chapeau, 2K!

NBA 2K15 erhält von uns 9 von 10 Buzzer Beater, 5 von 5 knackigen Cheerleader-Popöchen und 'ne 92 prozentige Chance von einem Trampolin durch einen Feuerreifen über drei weiße Tiger in den Korb zu dunken. Top!

NBA 2K15 ist ab sofort erhältlich für Xbox One, PlayStation 4 und PC, sowie PlayStation 3 und Xbox 360. 

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