Nidhogg im Test

"Der hasserfüllt Schlagende"

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Nidhogg im Test | Indie "Der hasserfüllt Schlagende" 3 Fotos

Hachja, was wäre die Welt ohne Indie-Spiele im Stil von Nidhogg. Während mich viele Kollegen beim Anspielen entsetzt anstarrten ("Was zum Geier IST das?"), kommt der Spielfluss in wenigen Sekunden automatisch, entfaltet sich wie ein mehrere Jahrzehnte alter Wein vor einem, lässt einen baden in wohl überlegter Spielmechanik und punktgenauer Ausführung von Attacken und Sprüngen. 

Nidhogg ist ein Duell-Spiel, eine heutzutage fast vollkommen von der Bildfläche Sub-Kategorie des Beat'em ups. Spieler 1 tötet Spieler 2 und rennt daraufhin in den nächsten Bildschirmausschnitt in Richtung Ziel. Wenn ich mich genau entsinne, war tatsächlich Urban Champion auf dem NES anno 1986 mein letztes Duell-Spiel. 

Entwickelt wurde der Titel von Mark Essen (lehrt aktuell an der Universität Kalifornen) zusammen mit Kristy Norindr. Ihr Studio Messhof hat bereits in der Vergangenheit stilistisch ähnliche Titel herausgehauen, zum Beispiel Flywrench und Scratch Race (Link zur Homepage). Nidhogg hat Mark übrigens stolze vier Jahre lang beschäftigt. 

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Zum Glück hat sich Daddel-Kollege Dominik dazu bereit erklärt, von mir im Sekundentakt an Wände gespießt zu werden. Die Bewegungsoptionen sind zwar limitiert, offenbaren aber nach kurzer Zeit eine gewaltige Tiefe an geschicktem Timing, Kniffen und Finten.

Der pixelige Charakter führt ein Schwert mit sich, welches in drei Positionen nach vorne gestreckt werden kann, oder alternativ einfach per Wurf (bestenfalls) im Gesicht des Gegners landet. Parieren, Ausweichrollen, Sprünge und Faustkampf runden das gewiefte Spielsystem wohlschmeckend ab. Besonders fies: Am Boden liegenden Gegnern kann per Knopfdruck das Rückrat herausgerissen werden. Aua!

Hinzukommen vier Level, welche mit weiteren Spezialitäten aufwarten und den spannenden Zweikampf verschärfen: Abgründe, wegbrechende Plattformen, Förderbänder und hohes Gras machen die Gefechte in den Minen, dem Schloss, dem Wald und den Wolken spannend. Der Soundtrack von Daedelus ist unspektakulär, dafür gefallen die Soundeffekte im Spiel. 

Wer sich jetzt noch fragt "Was zum Geier bedeutet "Nidhogg"?" , für den ein kleiner Ausflug in die altnordische Mythologie: "Nidhogg" bedeutet übersetzt soviel wie "Der hasserfüllt Schlagende" (ein wunderbarer Name für das Spiel!), andererseits bezeichnet Nidhogg den riesigen, schlangenartigen Drachen, der sich um den Weltenbaum Yggdrasil schlängelt und dort die Toten peinigt. Dasselbe Vieh stattet Euch übrigens in jedem Siegesbildschirm einen Besuch ab und verschlingt den strahlenden Helden vor johlendem Pixelpublikum. Schräg.

Nidhogg ist ein feines Spielchen für zwischendurch, ob Euch der Titel mit seinen vier recht überschaubaren Leveln aber 13,49 Euro wert ist, muss wohl jeder selbst entscheiden. Immerhin gibt's bis zum 20. Januar noch 20 Prozent Rabatt auf den Preis und im Zweier-Paket kommt Nidhogg nochmal günstiger daher. 

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Eines ist sicher: Einzelspieler werden nur wenig Freude an dem Spiel haben. Nidhogg ist ein klassischer Kandidat für äußerst spaßige Duelle im Couch-Ko-op. Ein Online-Modus ist ebenso enthalten, konnte von uns aber noch nicht ausgiebig genug getestet werden. Erste Stimmen aus den Foren melden Lag und Spielabbrüche - ein tödliches Fazit für einen Titel, in dem präzise Eingaben notwendig sind. 

Die Steuerung flutscht übrigens sowohl auf Keyboard, als auch Joypad problemlos von der Hand. Und trotz der recht geringen Levelauswahl bieten diverse, zuschaltbare Variationen wie "Low Gravitiy", "Boomerang Swords" oder "Sudden Death" genug Variablen, um Nidhogg auch längere Zeit interessant zu halten. 

Fazit:

Mehrspieler-Freunde greifen entweder blind zu, oder hoffen auf einen baldigen, reduzierten Sale-Preis. In Sachen Spielspaß fesselt Nidhogg mit einem guten Freund zur Seite sofort an den Bildschirm. Einzelspieler sollten generell die Finger von Nidhogg lassen. En Garde!