König Fußball ist zurück!

Pro Evolution Soccer 2016 im Test für PlayStation 4

König Fußball ist zurück!: Pro Evolution Soccer 2016 im Test für PlayStation 4 König Fußball ist zurück!: Pro Evolution Soccer 2016 im Test für PlayStation 4 Foto: Konami
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In diesem Jahr wird die Fußballsimulation "Pro Evolution Soccer" 20 Jahre alt. Seit dem ersten Serienableger liefern sich Electronic Arts und Konami ein spannendes Duell um die Krone des Fußballs. Neben der reinen Qualität des Spiels, ist es eine Glaubensfrage, welches der beiden Spiele ein Jahr lang in der Konsole verweilen darf. Im Test verraten wir, ob das neue Pro Evolution Soccer 2016 Druck auf die Konkurrenz ausüben kann.

Ein kleiner Exkurs in meine persönliche Gefühlswelt: Ich bin ein brennender Fan eines Fußballklubs vom Niederrhein, der besonders in dieser Zeit mal wieder seine Leidensfähigkeit unter Beweis stellen muss. In der Vergangenheit schmerzte es sehr, mich bei Misserfolg meines Teams abseits der Fernsehübertragung mit dem Verein zu beschäftigen, geschweige denn auf der Konsole mit dem Klub zu spielen.

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Doch im Moment ist das ganz anders. Warum? Weil ich mich emotional vom Verein distanziere? Sicher nicht. Weil die letzten Spiele nur unglücklich verloren worden? Schön wär‘s. Der Grund ist simpel: Pro Evolution Soccer 2016 macht einfach unglaublich viel Spaß.

Persönlich habe ich bei der Wahl des richtigen Fußballspiels in den vergangenen Jahren eher zu FIFA tendiert, obwohl das mittlerweile 19 Jahre alte Pro Evolution Soccer 6 aus meiner Sicht immer noch die beste Sportsimulation aller Zeiten ist. Doch vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: ein bisschen fühle ich mich mit der diesjährigen Variante des Konami-Ablegers in alte Zeiten zurückversetzt. Schon lange fühlte sich der virtuelle Kick nicht mehr so gut an. Schnelle Tempolagerungen, facettenreiche Angriffsstrategien und kreative Kombinationen machen Pro Evolution Soccer 2016 zu einem Freudenfest für Fußballfans.

I like the way you move

Einen großen Anteil daran, dass die Spielbarkeit von PES 2016 so gut ist, wie sie ist, haben die vielen neue Animationen. Laut Konami sind es sogar drei Mal so viele, wie noch im letzten Jahr. Flüssige Bewegungsabläufe und nachvollziehbare Physik in Zweikämpfen sorgen für ein realistisches Spielgefühl. Auch die verbesserte KI hebt die Spielfreude am Gamepad. Spielzüge wie vom Reißbrett sind das Ergebnis. Das geht sogar so weit, dass ich mich nicht selten dabei erwische, wie ich (Gegen)Tore ab und zu in der Wiederholung noch einmal genau analysiere.

Ein "Feature", welches sich Konami aus meiner Sicht hätte sparen können, ist der persönliche Jubel nach erfolgreichem Abschluss. Schon bei der FIFA-Serie sehe ich keinen Mehrwert darin, meinen Spieler im wahrsten Sinne des Wortes tanzen zu lassen. Ganz im Gegenteil.

I like the way you look

Die neuen Animationen tun dem Titel nicht nur in Sachen Spielmechanik gut, sondern auch visuell: Pro Evolution Soccer 2016 wird selbst für den Zuschauer attraktiver. Das Geschehen auf dem Feld ist wieder dynamischer und schneller geworden. Vorbei ist die Zeit, in denen einzelne Animationen nicht flüssig aneinander gereiht worden sind. Auch die Einläufe vor dem Spiel sind weiter verbessert worden, allen voran wenn man in der UEFA Champions League spielt. Dazu kommt auch, dass die Spieler ihren realen Vorbildern immer ähnlicher sehen - sofern Konami die Lizenz besitzt.

Pro Evolution Soccer 2016 (3) (image/jpeg)

Doch so groß der Augenschmaus auf dem Spielfeld ist, desto stärker fallen die altbekannten Probleme der Spieleserie ins Auge. Die Menüs, das bedeutet zum einen die grafische Aufmachung, sowie die seit 25 Jahren gleiche Schriftart, könnten endlich eine Frischzellen-Kur vertragen. Auch während des Spiels sind es immer noch die "guten alten" Einblendungen, die wir schon seit langer Zeit von PES kennen. Auch hier würde ein bisschen mehr Feinschliff sicherlich gut tun.

I don’t like the way you talk

Klar, das ist Kritik auf hohem Niveau und hat auch nicht viel mit dem eigentlichen Spielgeschehen auf dem Platz zu tun. Dennoch drückt es die realistische Stadionatmosphäre. Doch auch hier haben die Entwickler für Verbesserungen gesorgt. Die oft so eintönige Soundkulisse der Pro Evolution Soccer-Serie wird in diesem Jahr häufiger von Fangesängen unterbrochen. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Traurig aber wahr: Auch im virtuellen Fußballgeschäft gibt es Zu- und Abgänge. Einen wichtigen Abgang hat Konami in diesem Jahr zu verzeichnen: Der bekannte Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuß, über Jahre die Stimme von Pro Evolution Soccer, ist zum EA-Rivalen gewechselt. Mit Marco Hagemann (Sky und RTL) an der Seite von Hansi Küpper hat Konami nun ein neues Duo, das für Stimmung sorgen soll.

Um es kurz zu machen – das gelingt leider nicht. Die Kommentare sind nicht selten unpassend und bringen im Spielgeschehen leider keinerlei Mehrwert. Unser Tipp: Genießt entweder die reine Stadionatmosphäre oder das englische Kommentatoren-Duo.

Pro Evolution Soccer 2016 (5) (image/jpeg)

Same procedure as every year

Ja, das leidige Thema Lizenzen verfolgt uns auch in diesem Jahr. Zwar sind viele Nationalmannschaften mit von der Partie, genau wie die spanische, französische und italienische Liga, oder die UEFA Champions League, dennoch fehlen dem deutschen Fußballfan bis auf drei Mannschaften alle Teams der Bundesliga.

Schade, aber das wird sich wohl durch das EA-Monopol auch auf lange Sicht schwer ändern lassen. Da bleibt dem Fußballfan nichts anderes übrig, als via Editor die Teams selbstständig zu integrieren – oder man hofft auf die Community, die mit Sicherheit in kürze die ersten Mods präsentieren werden.

Fazit

Pro Evolution Soccer 2016 bietet Fußball vom feinsten. In diesem Jahr macht der Titel einen gehörigen Schritt nach vorne und setzt die Konkurrenz unter großen Druck. Das superbe Spielgefühl, die facettenreichen Spielzüge und das realistische Gameplay sprechen eine klare Sprache.

Leider gelingt es Konami aber auch in diesem Jahr nicht, die altbekannten Serienschwächen abzustellen und wirkt dadurch hier und da etwas Stiefmütterlich im Vergleich zum pompösen Auftreten von FIFA. Doch wie heißt es so schön: Wichtig ist auf dem Platz! Und eben hier wird es in diesem Jahr besonders schwer werden, Pro Evolution Soccer das Wasser zu reichen.

Pro Evolution Soccer 2016 bekommt von uns daher 4 von 5 Meistertitel, ein Siegtor in der 87. Minute zugesprochen und den vorläufigen Titel zum Fußballer des Jahres.

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