"South Park: Der Stab der Wahrheit" im Test

Shitstorm der Wahrheit

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"South Park: Der Stab der Wahrheit" im Test Shitstorm der Wahrheit 8 Fotos

Dieses Review wird Euch präsentiert vom Videogamedad, unserem neuen Spieleheld! Alle Infos rund um den nerdigen Vater könnt Ihr hinter diesem Link nachlesen!

Kleine Vorab-Info für die Eltern der Eltern:

South Park ist eine Comicserie für Erwachsene die seit Ende der 90iger Jahre im Fernsehen läuft und sich großer Beliebtheit erfreut. Bekannt ist die Serie vorallem für ihren schonungslosen Umgang mit gesellschaftskritischen Themen. Oft werden Szenen stark überspitzt und extrem polarisierend dargestellt. Das Produktionsteam hinter der Serie, welches auch das Drehbuch für das Spiel geschrieben hat, macht dabei keinen Halt vor Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung, politischer Zugehörigkeit oder sonstigen Themen wegen denen andere Länder Kriege führen. Jeder bekommt sozusagen sein Fett weg. Homosexuelle werden bis in den Tod gemobbt, afroamerikanische Menschen werden aufgrund ihrer “hervorragenden Qualitäten” im Militär für die Operation “Menschlicher Schutzschild” rekrutiert und Satan persönlich, der in der Hölle eine unglückliche Liebesbeziehung mit Saddam Hussein führt, möchte lieber zu den Guten oben im Himmel gehören.

Zensur ist allgegenwärtig. Wer beispielsweise nach einem Arbeitstag seiner Familie oder dem Freundeskreis ab Abend vom Tagesgeschehen erzählt und bewusst langweilige Stellen auslässt, oder wer den eigenen Kindern die Story mit den “Bienchen und Blümchen” möglichst kurz erklärt (in der Hoffnung, dass keine weiteren Fragen gestellt werden), so ist dies per Definition schon eine Art der Zensur. Allerdings bekommt das in diesen Fällen vorerst kein Betroffener mit.

Aber was würde geschehen, wenn alle unseren kleinen, persönlichen “Zensuren” öffentlich ans Licht gebracht werden? Fühlen sich die Betroffenen dann belogen und bevormundet durch unsere Entscheidungen? Dabei meinten wir es doch nur gut… aber wer entscheidet, was gut und schlecht für sein Umfeld oder ein ganzes Volk ist?

In den letzten Wochen dominierte das Thema Zensur ein weiteres mal alle Videospielseiten im Netz. Nachdem im Jahr 2011 ein “South Park Rollenspiel” für PC und Konsolen angekündigt wurde, war bereits allen Branchenkennern klar, dass der tief schwarze Humor für viel Aufmerksamkeit und Gesprächstoff sorgen wird.

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 In dem ländlichen Vorort “South Park” ist immer was los

South Park wechselte in seinen knapp drei Jahren Entwicklungszeit nicht nur den Publisher, sondern wurde auch mehrfach aufgrund von “Feintuning am Spielsystem” verschoben. Irgendwann wurde schließlich der finale Veröffentlichungstermin seitens Ubisoft bekanntgegeben, die sich den Titel vom insolventen THQ gekrallt hatten: Demnach sollte South Park: Der Stab der Wahrheit (oder auf englisch: The Stick of Truth) am 4. März in den USA und am 6. März in Europa erscheinen. Was zu dem Zeitpunkt niemand wusste: Die Betonung lag (zumindest für den europäischen Markt) auf dem Wort “sollte”.

Die Fachpresse diskutierte schon vor der Veröffentlichung über den absolut speziellen und für viele konservative Gewogenheiten geschmacklosen Humor. Es wurde bekannt, dass sich im Spiel Szenen befinden, in denen der Spieler eine Abtreibung an einem Mann (Anatomisch unmöglich? Nicht in South Park!) durchführen darf, oder im Rahmen einer Entführung durch Außerirdische gegen das Einführen einer monströsen Analsonde ankämpfen muss, indem der Spieler per wiederholten Tastendruck seinen Schließmuskel verkrampft. Die Tatsache, dass sowohl Hauptcharaktere, als auch die eigene Spielfigur Kinder zwischen 7 und 11 Jahren darstellen, sorgte für großes Kopfschütteln bei einigen Menschen.

Als ans Licht kam, dass der Spieler serientypisch im späteren Spielverlauf gegen Nazi-Zombies in voller SS Montur kämpfen wird, war allen deutschen Zockern klar, dass der Zensurhammer auf das Spiel einschlagen wird wie der Metzger auf ein frisches Schnitzel.

2360_45c8509b077b2db6933ce4017f15737f_800x600r (image/jpeg) Alle Außerirdischen wollen nur das eine: Unseren Anus schänden!

Doch es kam viel schlimmer, als erwartet. Aus noch immer unbekannten Gründen seitens Ubisoft (neueste Gerüchte gehen sogar soweit, dass die Zensur nur aus PR-Gründen erfolgte) wurden gleich mehrere Szenen (darunter die bereits genannten) aus dem Spiel entfernt. Noch verwirrender: In der auch hierzulande erhältlichen PC-Version (Steam) sind diese Szenen enthalten, nur Konsoleros gucken in die "Röhre". 

Das Entwicklerteam ließ sich dies aber nur in einem gewissen Rahmen gefallen und sorgte dafür, dass wir in Europa auf die Zensur durch unsere Gesetzgebung explizit hingewiesen werden. In der Version für den europäischen Markt gibt es demnach statt der Spielszenen eine Texteinblendung zu lesen: Diese erklärt dem Spieler, dass seine Regierung ihn für nicht alt genug hält, die (verdammt lustigen) Szenen ansehen zu dürfen. Weiter heißt es, dass der Staat für uns die Vormundschaft ergreift und uns trotz Volljährigkeit (das Spiel ist ab 18 freigegeben) vom Anblick dieser “moralisch verwerflichen Szenen” fernhalten möchte.

 “Schade Europa, die Szene hätte euch sicher gefallen und euch gut unterhalten” bildet in einer Einblendung sinngemäß den Schlussatz.

2440_66e7da9b61bcfb0c4cc6b32821c174f9_800x600r (image/jpeg) Der bittere Beigeschmack etwas zu verpassen, lässt sich nicht leugnen.

In der Version für den deutschen Markt wurden zusätzlich alle verfassungswidrigen Symbole recht stümperhaft mit einem schwarzen Balken überblendet. Nazisymbole werden in Deutschland bei Filmen geduldet, da Filme zur "Förderung von Kunst und Wissenschaft" beitragen. In Videospielen sieht es anders aus: Nach einem Urteil des OLG Frankfurt zu Wolfenstein 3D - wohlgemerkt vor 20 Jahren! - sei dieser künstlerische Anspruch bei Videospielen nicht vorhanden. Seitdem ist es ausnahmslos verboten derartige Symbole, egal in welchem Zusammenhang, zu verwenden.

Obwohl viele heutige Juristen der Meinung sind, dass dieses Urteil kaum mehr haltbar ist, sind die Versuche seitens der Publisher ein "Exempel" zu statuieren nicht vorhanden. Hinzukommt: Würde ein deutscher Publisher nun vor Gericht ziehen und zeitgemäß bewirken wollen, dass auch Videospiele ein Kulturgut darstellen (und somit Nazisymbolik erlaubt sein sollten), wäre die Schlagzeile “Publisher X will Hakenkreuze in Videospiel durchsetzen” vermutlich dermaßen schlechte Presse, dass zum jetzigen Zeitpunkt jeder Hersteller die Regelung still akzeptiert und seine Versionen für den deutschen Markt kurzerhand anpasst. Schließlich erhält der Titel nur so eine USK Freigabe und darf in Deutschland öffentlich beworben und verkauft werden.

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Nicht für uns geeignet: rothariges Nazi-Zombie-Kind mit Hitler Gruß und Hakenkreuz-Armband

Wie auch im Fall von South Park: Der Stab der Wahrheit kommt es aber immer wieder dazu, dass bei dem Bereinigungsprozess der Nazisymbole die ein oder andere Textur im Spiel übersehen wird.

Bei South Park wurde zwei (!) Tage vor Veröffentlichung bemerkt, dass man in der bereits fertig gepressten und an die Händler ausgelieferten Version eine kleine Textur mit einem Hakenkreuz übersehen hatte. Die Folgen sind für Ubisoft extrem kostspielig: Alle Händler, die bereits Exemplare für eine pünktliche Auslieferung erhalten hatten, wurden umgehend dazu aufgefordert die Spiele zur Verschrottung zurück an Ubisoft zu senden. Es wurde ein deutschlandweites Verkaufsverbot ausgesprochen und Händler machten sich aufgrund der Gesetzlage strafbar die vorliegende Version offiziell oder “unter der Ladentheke” zu verkaufen.

Da Entwickler Obsidian Entertainment (auch sonst nicht gerade bekannt für "bugfreie" Spiele) nun Bereinigungen im Programmcode durchführen und die komplette Produktion des Spiels erneut vollzogen werden muss, verschob sich die Veröffentlichung in Deutschland vom 6. auf den 27. März. Allerdings nicht für ein paar glückliche Spieler, zu denen auch ich mich zählen darf. Denn komplett lässt sich so ein Desaster dermaßen kurzfristig nicht verhindern.

Im Jahr 2012 hatte ich mein Exemplar des Spiels direkt beim Hersteller vorbestellt, die Bestellung allerdings aufgrund der vielen Verschiebungen komplett vergessen. Da Ubisoft wenige Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart die “fertige Version” schon an seine Vorbesteller versendet hatte, war mein Exemplar bereits auf dem Postweg, als die Rückrufaktion bekannt wurde.

Hatte ich mich beim Erhalt einer email mit der Versandbestätigung über die vergessene Vorbestellung und die ungeplante Ausgabe noch geärgert, war mir bald klar, dass ich in dem Fall wohl eines der wenigen verfügbaren Exemplare erhalte, die zukünftig überhaupt auf dem deutschen Markt verfügbar sein werden. Zwar handelt es sich um ein Sammlerstück, welches ich aufgrund der Rechtslage nie verkaufen werden darf, aber damit kann mein Ego leben.

Alleine die Tatsache, dass ich drei Wochen vor allen Anderen in Deutschland auf offiziellem Weg zum Zocken komme, war Freude genug für mich und sorgte für noch stärkeres Interesse an dem Titel. Ich möchte allerdings nicht wissen, wie viele enttäuschte Fans kurzerhand zu illegalen Mitteln gegriffen haben und sich das Spiel kurzerhand als Download im Netz besorgt haben. Vermutlich ein Schaden für Ubisoft, der nie in Gänze bewertet werden kann.

Schade eigentlich, denn South Park – Stab der Wahrheit hat den (kommerziellen) Erfolg durchaus verdient. Es ist einfach der Knaller!!!

Ich konnte noch nie viel mit Rollenspielen anfangen. Waren diese zusätzlich auch noch rundenbasiert, so wie South Park es ist, habe ich eigentlich nicht einmal weitere Gedanken an den Titel verschwendet. Meine Einstellung war bisher eigentlich immer “Wenn ich auf den Button drücke, dann will ich meinem Gegner sofort einen Knüppel ins Gesicht schlagen und nicht erst warten bis zwei andere Gegner vor mir dran sind”.

Bei South Park aber ist das Spielprinzip dermaßen abgespeckt und einfach gestaltet, dass selbst ich als Rollenspielmuffel nach einer kurzen Eingewöhnung Spaß an den rundenbasierten Kämpfen gefunden habe. Es mag an meinem gemächlichen Alter und an meiner neuen Vaterrolle liegen, aber ich empfinde die ruhigen und stets planbaren Kämpfe als genau das Richtige für mich nach einem stressigen Arbeitstag.

Zu keinem Zeitpunkt kommt Hektik im Spielverlauf auf. Ist die Lebensenergie doch aufgebraucht und ich bekomme den “Game Over” Bildschirm zu sehen, dann war das digitale Ableben für mich vollkommen nachvollziehbar. Entweder aufgrund der eigenen Unfähigkeit meine Kampfschritte vernünftig im Voraus zu planen, oder weil ich nicht die richtige Ausrüstung dabei hatte. Lernt man aus diesen Fehlern, ist der zweite Anlauf mit Erfolg gekrönt.

Diese kleinen Rückschläge in den Kämpfen werden aber schon nach der ersten Spielminute nebensächlich, denn die Motivation zum Weiterzocken ist primär nicht der Levelaufstieg oder das Sammeln von Erfolgen. South Park lebt von seinem Humor und dieser kommt in “Stab der Wahrheit” absolut nicht zu kurz. Noch NIE (!) habe ich vor Lachen so viele Tränen innerhalb der ersten Spielstunden in einem Game vergossen, wie bei South Park – Stab der Wahrheit.

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Jeder Versuch euch die Szenen, in denen es mich buchstäblich zerrissen hat, zu beschreiben würde dazu führen, dass der entsprechende Witz und die Situationskomik verloren gehen. Ich könnte es nicht ertragen mit dem Wissen zu leben Euch diese Momente genommen zu haben. Glaubt mir wenn ich verspreche, dass Fans des schwarzen Humors, egal ob South Park Fan oder nicht, vollkommen auf ihre Kosten kommen und sich bereits jetzt ein neues Zwerchfell beim Organhändler des Vertrauens bestellen sollten. Denn das Eigene ist nach dem Spiel verbraucht wie die Leber eines Alkoholikers im Schnappsladen.

Ein Beispiel erlaube ich mir trotzdem. Denn die Szene hat dafür gesorgt, das mir der Titel von der ersten Minute an sympathisch ist und mir die Unlust auf das rundenbasierte Spielprinzip genommen hat. Der erste Kampf des Spielers wird von Cartman (einem charismatischem Hauptcharakter aus South Park) mit Tipps zum Spielablauf betreut. Mein Gegner, der unfreiwillig und nur auf Wunsch von Cartman gegen mich kämpfen muss, stellt zu Rundenbeginn die durchaus berechtigte Frage an Cartman, warum wir (die Kinder) eigentlich diese bescheuerten rundenbasierten Kämpfe austragen.

Der 10jährige Cartman antwortet leicht gereizt: “Wir kämpfen rundenbasiert, weil die verfickten Regeln es verlangen! Oder kennst du verficktes Genie etwa ein ernst zu nehmendes Rollenspiel wo NICHT rundenbasiert gespielt wird?! Also halt dein verficktes Maul du scheiß Jude. Lass dir vom Neuen (Anmerkung: Damit bin ich gemeint!) die Fresse polieren und warte gefälligst mit deinem Gegenschlag bis du verfickt nochmal dran bist!”

Wer beim Lesen schon Tränen in den Augen hat, wird in den folgenden 20 Stunden Spielzeit voll auf seine Kosten kommen. Die Entwickler haben es nicht nur geschafft sämtliche politisch aktuellen Themen aufs Korn zu nehmen. Auch die letzten Jahre Videospielgeschichte werden absolut grandios parodiert und sorgen bei Euch, entsprechendes Grundwissen der Videospielgeschichte der letzten 10 Jahre vorausgesetzt, für ordentlich Pipi in den Augen. Habt ihr euch beispielsweise auch die Frage gestellt, warum in Bioshock die Charaktere scheinbar Zeit für stundenlange Audio-Logs hatten, obwohl die Stadt kurz vor der absoluten Zerstörung stand? Nun… mit der Frage seid ihr vermutlich nicht alleine.

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Selbst der in Videospielen manchmal unterschätzte Soundtrack fügt sich perfekt in das Gesamtbild ein: Jedes Stück erscheint wie eine Hommage an Skyrim, Mass Effect oder sonstige Rollenspielgrößen der letzten Generationen. Wer bereits morgens unter der Dusche den grandiosen Titelsong von Skyrim vor sich hin trällert, oder sich in seiner Freizeit Musik von “Two Steps From Hell” direkt in den Gehörgang bläst, darf sich an dieser Stelle auf Stücke freuen, die ich persönlich in einem Spiel dieser Machart nicht erwartet hätte. Einige der Musikstücke werden kurzerhand von den Kindern selbst gesungen, denn Kämpfe brauchen einfach epische Musikuntermalung! Das wissen auch zehnjährige Rollenspiel-Kids.

Besonders gut gefällt mir, dass nicht krampfhaft versucht wird ein glaubwürdiges Universum aufzubauen und jede Handlung oder Tatsache zu begründen. Es wird nie verheimlicht, dass die spielenden Kinder, um die sich die Hauptstory dreht, eine ausgeprägte Phantasie haben. Andere Ereignisse, wie die Alien-Entführung oder Nazi-Zombies, die nicht der Vorstellungskraft der Kinder entsprungen sind, dürfen vom Spieler einfach nicht hinterfragt werden, denn sie sind ein fester Bestandteil vom South Park Universum welches in den letzten Jahren mit der Fernsehserie aufgebaut wurde.

Zur grafischen Präsentation braucht man nicht viel sagen und doch könnte ich die nächsten 2000 Zeilen über nichts anderes schreiben: Das Spiel sieht zu jeder Zeit GENAU so aus wie die Serie. Ich habe absolut keinen Plan wie die Entwickler das hinbekommen haben. Entweder hat man das Programm, mit dem die Serie erstellt wird, kurzerhand als spielbare Version umgeschrieben, oder aber jemand ist einen Pakt mit dem Teufel eingegangen und hat nun starke Rosettenschmerzen.

Im ersten Spielmoment konnte ich fast nicht glauben, dass die Szene auf dem Bildschirm tatsächlich zum Spiel gehört und ich den Charakter selbst durch die absolut authentische Kulisse steuern kann. Nicht-Serien-Kenner (gibt es die überhaupt?) dürfen sich dabei keine aufwendigen 3D-Effekte oder fotorealistische Texturen vorstellen. Der "Look" von South Park ist seit der ersten Folge ausschließlich im Comicstil gehalten und bleibt in der Form unkopiert. Glücklicherweise!

Müsste ich versuchen das optische Erscheinungsbild einem Blinden zu beschreiben, würde ich ihm vermutlich erklären, dass die Serie so aussieht, als hätte man jedes noch so kleine Objekt aus Pappe ausgeschnitten, flach auf einen Tisch gelegt und dann per Stop-Motion-Technik immer wieder Bilder der Szene geschossen, sodass am Ende ein flüssiges Bild von sich bewegenden Charakteren und anderen Elementen aus farbiger Pappe entsteht. Vorausgesetzt die blinde Person weiß wie Pappe aussieht und hat ein Grundverständnis über die Farben dieser Welt, sollte es das ziemlich passend treffen. Pulitzer-Preis für mich! Yeah!

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Darf natürlich nicht fehlen: Mr. Hankey der Weihnachtskot

Als Fazit bleibt zu sagen, dass dieses Spiel große Chancen hat in meine persönliche Hall-of-Fame der Videospielgeschichte einzuziehen. Selten hat sich die ständige Verschiebung und zusätzliche Entwicklungszeit dermaßen gelohnt wie bei South Park – Stab der Wahrheit. Jeder Mensch mit zwei funktionierenden Händen, der auch nur einen Funken Sarkasmus in sich trägt und über Pipi-Kacka-Witze lachen kann, darf sich das Spiel in diesem Jahr nicht entgehen lassen. Alle Menschen ohne funktionsfähige Hände, sollten sich dringend nach einem geeigneten Controller für Ihre Behinderung umsehen oder sich per Kickstarter eben diesen finanzieren lassen.

Sicher ist die Zensur unschön und sorgt für einen bitteren Beigeschmack, aber die lustigen Texte der Entwickler und die Aussicht auf Besserung in der Zukunft durch das öffentliche Ansprechen der Zensurthematik lässt das Gesamtbild wieder positiv erscheinen. Wer nicht auf die knapp sieben Minuten geschnittenes Material verzichten will, macht es wie ich und schaut sich auf YouTube die entsprechenden Videos der unzensierten PC-Version an, NACHDEM er beim Spielen die “Ups Sorry” Bildschirme zu sehen bekommen hat.

South Park: Der Stab der Wahrheit ist ab dem 27. März erhältlich für Xbox 360, PlayStation 3 und PC.