Sunset Overdrive im Test | Xbox One

Too much is the Fish

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Sunset Overdrive im Test | Xbox One Too much is the Fish 16 Fotos

Ganz schön abgedreht: Insomniac Games liefern mit Sunset Overdrive ihren ersten Xbox One Exklusivtitel. Wir verraten im Test, ob sich der schrille Ausflug nach Sunset City lohnt.

Energy-Drinks gone bad: Gerade eben feiert Hersteller Fizzco noch die Premiere des grell-orangen-leuchtenden Getränks namens "OverCharge", da mutieren plötzlich alle Test-Trinker zu fiesen Zombies und ausartenden Fleischklöppsen. Als Held in Spe durftet Ihr auf der großen Sause eben noch die Dosen von der Straße fegen, jetzt heißt es Überleben um jeden Preis.

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Das Story-Gerüst hinter Sunset Overdrive ist genauso schrill, wie die audiovisuelle Aufmachung: Die bislang vor allem für Ratchet & Clank und die Resistance Serie bekannten Haus und Hoflieferanten von Sony namens Insomniac Games liefern mit Sunset Overdrive nicht nur ihren ersten Xbox One Titel, sondern auch ihren ersten Microsoft-Exklusiv-Titel.

Natürlich sind gerade deswegen die Gemüter gespannt, wie sich der Titel im ewigen Kampf der Next-Gen-Konsolen schlägt. Oder kurz: Lohnt sich für Sunset Overdrive die Anschaffung einer Xbox One und hat der Titel genug Alleinstellungsmerkmale?

Bevor es Euch nach Sunset City verschlägt, bastelt Ihr Euch einen schrillen Avatar aus einem extravaganten Baukasten: Egal ob Hüne mit Bubi-Gesicht oder sexy Amazone mit Jeans-Jacke und Minirock, hier ist für jeden Geschmack was dabei. Mit ein wenig Kreativität gerät Euer virtueller Held schnell zum vollkommen überzeichneten Comic-Heroen.

In Sunset City findet Ihr schnell einen ähnlich ausladenden Spielplatz, wie in inFamous: Second Son, Saint's Row 4 und Co.: Der wesentliche Unterschied zur Open World Konkurrenz ist die Form der Fortbewegung, sowie die visuelle Darstellung, welche ein wenig an alte Dreamcast-Klassiker wie Jet Set Radio und Co. erinnert: Riesige Luftballons schweben über der Stadt und bunt ist oft nicht bunt genug. Der Farb-Flash geht teils einen Schritt zu weit und lässt Eure Augen vor Informationen wild rotieren.

Anstelle Euch nur per pedes fortzubewegen, liefert Insomniac Games für Sunset Overdrive eine Spielmechanik, welche ebenfalls an Jet Set Radio erinnert: So springt Ihr auf Gebäude-Kanten, Gleise und Hochspannungsleitungen und grindet Euren Weg quer durch die Stadt.

Noch besser: Beim Grind lässt sich ein Boost aktivieren, der Euch noch fixer nach vorne katapultiert. Kombiniert die Grinds mit Fahrzeugen und Gullideckeln als Allzweck-Trampolins, oder rennt an Wänden entlang und vollführt Salti an Straßenlaternen: Schnell zeigt sich, dass Sunset Overdrive weniger Action-Spiel, als vielmehr ein Style-Grinder im Tony Hawk Stil ist.

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Die Mechanik funktioniert allen voran deswegen hervorragend, weil Insomniac das fiktionale Sunset City nach eben dieser Maxime entworfen hat: Es gibt nur wenige Stellen, an denen Ihr widerwillig aus der rasanten Sprung- und Grind-Bewegung gerissen werdet.

Das Problem an der Sache: Mit der Integration von zig unterschiedlichen, per Waffenrad jederzeit schnell schussbereiten Ballermännern, Nahkampfwaffen und einer Ausweichrolle treibt es Insomniac in Sachen Spielmechanik beinahe zu weit. Dabei ächzt nicht nur das Joypad unter der vollen Belegung – auch Euer Hirn zirkuliert aufgrund des steten Dauerfeuers wie die dampfenden Rohre einer Minigun, während sich Eure Finger nach längerer Spielzeit wie verknotete Spaghetti anfühlen.