Teslagrad im Test

Gegen den "Strom" springen

Teslagrad im Test: Gegen den "Strom" springen Teslagrad im Test: Gegen den "Strom" springen
Von |

Teslagrad im Test | Indie Gegen den "Strom" springen 4 Fotos

Ein Spiel, welches im wahrsten Sinne des Wortes "polarisiert". Applaus! Applaus! Wortwitz des Tages!

Tatsächlich dreht sich in Teslagrad alles um Strom, verschiedene Polaritäten (meist dargestellt durch die Farben "Blau" und "Rot") und Magnetismus. Daraus entwickelt der norwegische Indie-Hersteller Rain Games jede Menge Physikrätsel. Überraschend gesellt sich ein großer Batzen geballter Jump'n'run Kunst in das Konzept hinzu, welches Euch öfters mal bis ans Limit treibt. Punktgenaue Absprünge und zielgenaues Pixeltreffen gehören sicher nicht zur Mechanik vieler Puzzle-Spiele.

In dieser Hinsicht erinnert Teslagrad tatsächlich an den Indie-Klassiker Braid. Herausragen tut der naive Comic-Grafikstil, welcher uns zum großen Teil an uralte Disney-Cartoons, Astroboy und russische Volksmärchen erinnert. Trotz der zweidimensionalen Ebene sind sowohl der namenlose Hauptcharakter, als auch die Hintergründe und Bosse des Spiels prächtig gezeichnet und animiert. 

1747_d10bf7afe90451d85482e22be551fa2a_800x600r (image/jpeg)

Im Hintergrund trumpft ein wahrhaft fabulöser Soundtrack auf, in dem ein Mix klassischer Orchester, Metal und elektronischer Musik durch Eure Ohrgänge gejagd wird. Auch beim Soundtrack lässt sich eine leicht "russisch" angehauchte Inspiration nicht verleugnen. Die Facebook-Seite von Bear & Cat Musik Productions findet Ihr hinter diesem Link, ein Soundtrack-Preview gibt's auf YouTube.

Eine weitere Eigenheit von Teslagrad ist die Präsentation der Geschichte, welche ohne gesprochene Wörter auskommt. So kommt Ihr Euch öfters wie in einem Stummfilm vor, was den grundlegenden audiovisuellen Stil des Spiels weiter in den Vordergrund rückt.

Natürlich findet Ihr bei dem gewitzten Abenteuer auch jede Menge neue Fertigkeiten, welche die Rätsel verkomplizieren: Greift Euch mit dem magnetischen Handschuh diverse Kisten, überwindet mit den "Blink Boots" größere Abgründe per Teleport, oder schwebt mit dem "Polarity Cloak" durch elektrisch-geladene Felder. 

1750_70e158e2f412de70cbf48d3984a67629_800x600r (image/jpeg)

Insgesamt bietet Euch das Abenteuer im elektrischen Turm  rund 6 bis 12 Stunden Spielspaß, wobei letzteres wohl nur für Perfektionisten gilt. Eine Warnung zum Ende: Teslagrad ist kein einfaches Spiel und der Frustfaktor einiger Bosskämpfe ist extrem hoch. Wer sich mit etwas "Trial & Error" anfreunden kann, findet hier aber definitiv eine kleine, viel zu wenig beachtete Indie-Perle.

Teslagrad kostet Euch aktuell 8,99 Euro auf Steam, eine Umsetzung für das PSN (PlayStation 3 und PS Vita) ist noch immer für "2014" angekündigt. Zu guter Letzt befindet sich sogar eine Wii U Umsetzung in der Mache - mal schauen ob daraus noch was wird!