Dinosaurier! Atom-Ameisen! Verrückte Wissenschaftler!

"The Deadly Tower of Monsters" im Test für PC

Dinosaurier! Atom-Ameisen! Verrückte Wissenschaftler!: "The Deadly Tower of Monsters" im Test für PC Dinosaurier! Atom-Ameisen! Verrückte Wissenschaftler!: "The Deadly Tower of Monsters" im Test für PC Foto: Atlus

B-Movie zum selber zocken: Die Entwickler von ACE Team (Rock of Ages, Zeno Clash) wagen sich mit "The Deadly Tower of Monsters" in ein nur wenig beachtetes Thema von Videospielen und liefern ein grandioses Spiel rund um die trashigen Film-Vorbilder ab.

Eigentlich fasse ich im Januar nur ungerne neue Videospiele an. Selbst nach den (viel zu kurzen) Feiertagen komme ich kaum noch hinterher die gewaltige Liste abzuarbeiten. Seit Oktober stapeln sich immer mehr Spiele im gefürchteten Backlog. Aktuell springe ich zwischen dem fabulösen Axiom Verge und Just Cause 3 hin und her, schiebe gerne eine Runde Guilty Gear Xrd zwischendurch, oder versuche mich am Zeitfresser Xenoblade Chronicles X.

Und dann kam "The Deadly Tower of Monsters". Vollkommen unverhofft nahm mich dieses Kleinod über ein ganzes Wochenende gefangen und lieferte mit seiner kurzen und knackigen Art genau den Gegenpol zu den gefürchteten Inhaltsmonstern, die meine Freizeit zum Frühstück fressen.

The Deadly Tower of Monsters 2 (image/jpeg)

Das drehen wir nochmal!

B-Movies und Videospiele? Klar, natürlich leihen sich viele Videospiele den Stil der großen Vorbilder aus, oder zitieren eifrig von Godzilla bis „Im Land der Raketenwürmer“, aber ein ganzes Spiel rund um das Thema "B-Movies"? Nicht, dass ich mich daran erinnern könnte. In "Earth Defense Force" dürft ihr immerhin gegen riesige Insekten kämpfen, dabei durchbricht der Titel aber an keiner Stelle die vierte Dimension.

Letztere wird in "The Deadly Tower of Monsters" beinahe sekündlich eingerissen, um euch im steten Kontakt mit dem Spiel zu halten: Jede Aktion, die ihr vollführt, wird von niemand geringerem als dem "Regisseur" selbst kommentiert, der euch mit "The Deadly Tower of Monsters" den besten Cut seines famosen Machwerks präsentieren will.

The Deadly Tower of Monsters 4 (image/jpeg)

Dabei rennt, springt, prügelt, ballert und knobelt ihr euch einen riesigen (und ich meine WIRKLICH riesigen!!!) Turm hinauf, um dabei nicht nur die Welt, sondern auch das unterdrückte Volk humanoider Affen zu befreien und den Oberbösewicht aus seinen Socken zu pusten. B-Movie pur. Und geil.

Dick Starspeed. Scarlet Nova. The Robot.

Gezeigt wird das Geschehen aus der Iso-Perspektive, spielmechanisch ist es wohl am ehesten mit Diablo, Bastion und Co. verwandt: Anfangs nur mit einem Blaster und einem Stock bewaffnet, prügelt ihr euch durch die ersten Wellen von Feinden wie Dinosauriern und fleischfressenden Pflanzen. Lustig: Passend zum Genre sind die Viecher per Stop-Motion animiert und ruckeln fies über den Bildschirm.

Später rüstet ihr ordentlich nach: Unzählige Fern- und Nahkampfwaffen bereichern den weiten Weg zur Spitze des Turms. Aufgepimpt werden die Utensilien der Zerstörung durch gefundene Moneten und Zahnräder, die entweder Gegner fallen lassen, oder die sich an geheimen und schwer erreichbaren Orten befinden.

The Deadly Tower of Monsters 6 (image/jpeg)

Wer alle Geheimnisse finden will, der sollte einiges an Backtracking einplanen: Dank neuer Fertigkeiten könnt ihr viele Zahnräder und Geheimnisse erst im späteren Verlauf des Spiels erreichen. "Smells like Metroid Spirit."

Eine weitere, spielbestimmende Mechanik ist der per Knopfdruck an Kanten getriggerte „Blick nach unten“: Ständig steigen Flugmonster und Aliens den Turm hinauf, beim entsprechenden Alarm könnt ihr sie per Blasterbeschuss daran hindern. Außerdem entdeckt ihr so das eine, oder andere, unter euch gelegene Geheimnis: Springt einfach von der Kante in die Tiefe und genießt den freien Fall!

Wer versehentlich aus einem hohen Stockwerk abstürzen sollte, muss derweil keine Panik schieben: Per (später erhältlichem) Jetpack lindert ihr den Sturz, oder teleportiert euch mitten in der Luft einfach zum Absprungort zurück. Last but not least könnt ihr euch binnen weniger Sekunden über die Schnellreisekarte von Ort zu Ort beamen – lange Laufwege entfallen auf diese Weise.

The Deadly Tower of Monsters 5 (image/jpeg)

"Die Affen haben wir in den Käfigen vergessen!"

Schade: Einen Koop-Modus gibt es trotz der drei Helden leider nicht. Dick, Scarlet und der Roboter unterscheiden sich vor allem visuell voneinander und kommen mit jeweils einer einzigartigen Spezial-Fertigkeit daher – letztere ist auch der einzige Grund, warum ihr an blauen "Schlafstationen" überhaupt zwischen den Charakteren wechselt. So kann Scarlet geschwind über Transportbänder laufen und Dick lässt per Minen dicke Gesteinsbrocken explodieren.

Visuell ist "The Deadly Tower of Monsters" eine wunderbare Hommage an B-Movie-Filme: Das Design der Helden und Monster ist superb und der "VHS-Modus" lässt das Bild wie auf einem alten Röhrenbildschirm flackern. Wer keine Lust auf den visuellen Nonsense hat, kann den Grafikfilter im Optionsmenü alternativ auch ausstellen.

The Deadly Tower of Monsters (image/jpeg)

Die Butter auf's Brot streicht die akustische Seite: Die Sprüche des Regisseurs im Hintergrund sind genial vertont und meist erstaunlich lustig – ebenso wie das gesamte Script des Spiels. Nicht minder grandios kommt der Soundtrack daher: B-Movie-Feeling pur!

Fazit

"The Deadly Tower of Monsters" ist mit vier bis sechs Stunden Spielzeit alles andere als ein mörderisch komplexes und weitreichendes Spielerlebnis – und genau das werte ich in diesem Fall als dicken Pluspunkt. Irgendwas muss schließlich dran sein, dass mich der Titel von den anderen Highlights meines "Haufens der Schande" weggezogen hat. Der charmante und clever zitierte Trash-Faktor gehört sicher dazu.

Dabei ist das Spiel jedoch versiert genug, um euch nicht zu nerven: Klar, die Kämpfe könnten etwas agiler sein, und auch das Balancing tendiert zu sehr in Richtung "zu leicht" (viele Skills und Aufwertungen fühlen sich überflüssig an), aber all das gerät bei der Präsentation und der unwiderstehlichen Anzugskraft des "Turms" ins Abseits. Es verging eigentlich keine Sekunde, in der ich nicht weiter hinauf wollte... wortwörtlich bis zu den Sternen und noch weiter.

Die chilenische Entwicklerschmiede ACE Team hat bereits mit "Zeno Clash" und "Rock of Ages" ihr goldenes Händchen für schräge Spielkonzepte bewiesen. Mit "The Deadly Tower of Monsters" liefern sie ihr bisheriges Kreativ-Meisterstück ab.

The Deadly Tower of Monsters erhält von uns 8 von 10 atomar verstrahlten Killer-Ameisen, 4 von 5 per Messer niedergestreckten T-Rex-Dinos und 81 Prozent B-Movie-Flair.

The Deadly Tower of Monsters erscheint am 19. Januar 2016 per Download für PC (via Steam) und für PlayStation 4 (via PSN).

Hier geht’s zur Steam-Seite.
Hier geht’s zur offiziellen Homepage.

Daddel-Danyo blickt zurück und schaut voraus: Das Daddel-Wort zum Ende des Jahres Daddel-Danyo blickt zurück und schaut voraus Das Daddel-Wort zum Ende des Jahres Zum Artikel »

Alle neuen Games auf einen Blick: Videospiele 2016 - Die große Übersicht Alle neuen Games auf einen Blick: Videospiele 2016 - Die große Übersicht Alle neuen Games auf einen Blick: Videospiele 2016 - Die große Übersicht Alle neuen Games auf einen Blick Videospiele 2016 - Die große Übersicht 120 Fotos Diese Spiele erhaltet ihr kostenlos im März 2016: PS Plus Games - Alle Spiele im Überblick Diese Spiele erhaltet ihr kostenlos im März 2016: PS Plus Games - Alle Spiele im Überblick Diese Spiele erhaltet ihr kostenlos im März 2016: PS Plus Games - Alle Spiele im Überblick Diese Spiele erhaltet ihr kostenlos im März 2016 PS Plus Games - Alle Spiele im Überblick 153 Fotos Steam Sale Tipps: Die besten Steam Games 2015 Steam Sale Tipps: Die besten Steam Games 2015 Steam Sale Tipps: Die besten Steam Games 2015 Steam Sale Tipps Die besten Steam Games 2015 51 Fotos